#7 Schritt für Schritt: Bewegung und Sport bei Krebs
Shownotes
Heute bringen wir mal so richtig Schwung in die Bude, denn unser Thema ist: Sport und Bewegung bei Krebs. Wer rastet, der rostet? In der Onkologie gilt das mehr denn je! Wir sprechen mit unserem Kollegen und Direktor des Instituts für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation PD Dr. Ulrich Betz darüber, warum das Sofa manchmal der falsche Ort ist und wie man mit der richtigen Portion Aktivität der Fatigue und den Nebenwirkungen davonläuft.
Hier geht es zum Institut für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation der Universitätsmedizin Mainz.
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Wir zeigen Euch, dass die besten Gespräche oft genau dort entstehen, wo man sie am wenigsten erwartet – nämlich direkt zwischen Portspülungen und Infusionsständern.
Lernt uns kennen. Onkologie. Echt. Fachlich. Und mit ganz viel Herz.
Eure Meenzer Onkoschwestern❤
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Ein Podcast der Unimedizin Mainz. | Postproduktion und Musik: Jan Springer
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In der Reihe „Inside Universitätsmedizin Mainz“ – kurz „InsideUM“ interviewt der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand, Professor Ralf Kiesslich, Persönlichkeiten der Universitätsmedizin Mainz. Im Fokus steht der kollegiale Austausch zu Themen rund um die UM – von A wie Alzheimer-Forschung bis Z wie Zahnmedizin. Hier geht es zum Podcast Inside UM.
Transkript anzeigen
00:00:12: Die Mensa Onko-Schwestern.
00:00:13: Ein Podcast
00:00:14: der Universitätsmedizin Mainz mit Tatjana und Natascha.
00:00:20: Hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast, die Mensa
00:00:24: onko-schwestern!
00:00:25: Hi ich bin tatjana, hi
00:00:27: Ich bin natascha.
00:00:28: Heute widmen wir uns einem Thema das lange Zeit unterschätzt wurde aber für die Lebensqualität und den Therapieerfolg von Patienten entscheidend ist Sport und Bewegung bei Krebs.
00:00:41: Um dieses spannende Feld fachlich fundiert zu beleuchten, haben wir heute einen Expertenzugast.
00:00:47: Der Theorie und Praxis perfekt vereint!
00:00:51: Gemeinsam sprechen wir darüber wie Bewegung den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann und welche Rolle wir als Pflegekräfte dabei spielen – Betroffene zum Motivieren.
00:01:03: Schön dass Sie da sind Dr.
00:01:04: Beetz.
00:01:05: Ja schön das ich da sein darf.
00:01:07: Wir freuen uns Wie Sie haben ja, du hast das schon erwähnt jetzt direkt bei der Einleitung.
00:01:12: Dass sie Herr Dr.
00:01:14: Beetz hier auf jeden Fall in dem Kontext Medizin aktiv bei uns an der Uniklinik quasi ja der Vorreiter sind und einer der Hauptakteure würde ich jetzt mal behaupten.
00:01:27: vielleicht können Sie sich gerade mal so vorstellen?
00:01:30: Ja mein Name ist Ulrich Beetz.
00:01:32: Ich bin Physiotherapeut seit ziemlich genau vierzig Jahren.
00:01:35: Ich bin seit thirty-fünf Jahren hier in der Uni Medizin und aktuell bin ich der Leiter des Instituts für Physikalische Therapie, Präventionen und Rehabilitation.
00:01:46: Wir versorgen die Patienten der Uni medizin mit Physitherapie, Ergotherapie, Logopadie sind ungefähr sechshundertfünfzig Patienten, die wir am Tag betreuen überwiegend stationäre Patienten aber eben auch ambulanten Patienten zum Beispiel aus unserer UCT Ambulanz.
00:02:04: Das ist schon einiges
00:02:06: Ja.
00:02:06: Auch über was?
00:02:07: Sechsohnundfünfzig Patienten, ne?
00:02:08: War mir auch nicht so bewusst.
00:02:11: Also wir haben natürlich Schnittstellen mit unseren Physiotherapeuten in verschiedenen Punkten auf Station Und deswegen umso spannender, wie viele das eigentlich sind.
00:02:23: Dann bin ich doch immer überrascht ... Das ist ein Team, dass sie da auch koordinieren.
00:02:27: was dann zu den Patienten ... Ja
00:02:29: wir sind ungefähr neunzig Personen aus allen drei Berufsgruppen.
00:02:34: Fünfundsechzig Vollzeitkräfte wenn man die zusammennimmt haben aber eben auch doch erheblich viele Patienten es in ungefähr achtundzwanzig ungefähr sind.
00:02:44: achtund zwanzig Prozent aller Patienten der Unimedizin, die Physiotherapie oder Logopädie bekommen.
00:02:52: Das sind die kranken Patienten, also die überdurchschnittlich kranken Patientinnen, die dann eben die Leistung bekommen.
00:02:59: Ja und Sie haben ja schon ... Wir haben kurz vorher drüber gesprochen.
00:03:02: in speziellen Berufsgang?
00:03:07: Ja wir haben ... ... einen Institut für Physikalische Therapieprävention und Rehabilitation gegründet an dem alle Therapeuten der Unimedizin zusammengezogen wurden und die jetzt zentral die verschiedenen Kliniken versorgen.
00:03:26: Das ist unsere Hauptaufgabe, warum Institut?
00:03:30: Wir wollten den Akademissionsprozess der Heilmittelerbringer der Therapieberufe unterstützen.
00:03:37: Die medizinischen Fakultäten sind vom Wissenschaftsrat dazu auch aufgerufen diesen Prozess zu unterstützen Und das wollten wir mit dieser Institutsgründung machen, haben neben der praktischen Leistungserbringung auch ein Studienzentrum gegründet in der Professionelle Studienzentrum für Bewegungsforschung und würden auch gerne einen Studiengang anbieten.
00:04:01: Für Terpi Logopädi.
00:04:04: ich selbst habe tatsächlich nach meiner Ausbildung, als ich die Ausbildung gemacht hab, nix hat, da gab es gar keine Alternative dazu.
00:04:13: Aber Anfang der zweitausender Jahre konnte man in Deutschland dann für TAP studieren.
00:04:18: Das habe ich dann nachgeholt, entsprechend hab dann hier an der Universitätsmedizin promoviert und jetzt auch habilitiert.
00:04:25: Sehr spannend!
00:04:26: Ja da sind die auch weiter als die Pflege... Da beginnt es ja jetzt erst, würde ich mal behaupten seit ... oh jetzt leg' ich Meine Handdienstfeuer auf jeden Fall.
00:04:36: später haben wir angefangen und befinden uns da ja auch noch so in den Anfängen nach der Weiterentwicklung, aber es verändert natürlich auch ein bisschen den Berufstolz.
00:04:46: Und alles was wissenschaftlich untersucht werden kann hat nochmal eine ganz andere Base muss man einfach sagen.
00:04:53: Ich würde jetzt mal versuchen, den Bogen dahin zu spannen.
00:04:57: Wie das dann auch kam, dass Sie das Medizin aktiv hier an der Uniklinik sozusagen implementiert haben oder erstellt haben?
00:05:04: Wie kam das zustande und was war denn da der, sag ich mal, der springende Funke, wo sie gesagt haben, das brauchen wir?
00:05:11: Ja also letztlich ist es ja so, dass der Antrieb kranke Menschen in Bewegung zu halten, den Physiotherapeuten, Ergothapeuten ... die DNA gelegt ist, würde ich uns mal sagen.
00:05:23: Es sind quasi die Grundidee der Therapieberufe, die Patienten Selbstständigkeit zu erhalten oder wieder zur Arbeit im Patientenbewegung zu halten und das haben wir auch tatsächlich, machen wir ja schon viele Jahrzehnte.
00:05:38: jetzt ist es aber so dass zwei entscheidende Dinge passiert sind.
00:05:43: Das eine ist, dass wir gemerkt haben, dass das losgelöst von den anderen Berufsgruppen rausgelöst, aus dem gemeinsamen Versorgungsprozessen nur bedingt gut funktioniert.
00:05:59: Weil wenn man sich überlegt ... warum bewegen sich Patienten denn in ihrer Erkrankung nicht?
00:06:05: Dann kommt man darauf, dass, wenn man krank ist, es unheimlich viele Barrieren gegen Bewegungen gibt.
00:06:11: Also das ist einem übel, es ist ein ... Schmerzen, schwindelig, man hat keine Energie.
00:06:17: Man ist antriebslos, die Fatigue ist bei den ... unkologischen Patienten ein riesiges Problem.
00:06:22: Und wir wissen, wie schwer es schon für gesunde Menschen ist, sich regelmäßig zu bewegen und wenn man dann auch noch diese Barrieren hat, dann wird's zusätzlich schwierig.
00:06:35: Das heißt also der erste Punkt was Medizin aktiv jetzt neu macht, sag ich mal, ist die Erkenntnis dass wir das nicht als eine Berufsgruppe, wir können nicht sagen, die Füße tapreuten kümmern sie sich darum sondern letztlich dass es dem Patienten weniger schlecht ist, im weniger Schwindel hat.
00:06:51: Er hat weniger Schmerzen und können ganz wenig die Wildtapäute machen.
00:06:54: Da brauchen wir die anderen Berufsgruppen.
00:06:57: Und das ist so eine Erkenntnis aus den letzten Jahren.
00:07:01: Es hat sich ... ... in einem Fachgesellschaft gegründet.
00:07:07: Die Enhanced Recovery After Surgery Society.
00:07:11: Die sich genau damit beschäftigt wie optimieren wir Versorgungspfade?
00:07:18: interprofessionell, dass der Patient möglichst sich schnell erholt.
00:07:23: Wenn er sich schnell erhöht kann er auch aktiv sein selbstständig sein, sich selbständig versorgen und überwindet die Krankheit dann auch schneller.
00:07:32: Diese In-Science Recovery After Surgery Society die publiziert für verschiedene Operationen optimierte Versorgungswege und ist sehr gut evaluiert.
00:07:48: Das heißt, man kann davon ausgehen, wenn man dieses Konzept realisiert, dass ungefähr ein Drittel der Komplikationen spart und auch ein ungefähr ein dritter Liegezeit.
00:08:00: Und das fanden wir ziemlich interessant weil es gibt ja zum Beispiel in Deutschland vierhunderttausend Endoprothetika-Operation jedes Jahr.
00:08:13: Für die Ende.
00:08:13: Prothetik gab es zu dem Zeitpunkt, als wir eingestiegen sind.
00:08:16: Aber noch kein optimierten Versorgungsprozess und deswegen haben wir hier einen Zusammen mit der Orthopedy ein großes Versorgungssforschungsprojekt durchgeführt gefördert vom Innovationsausschuss des GBA mit gut fünf Millionen Euro also relativ umfänglich.
00:08:35: Wir haben tausend achthundert sieben-achtzig Patienten eingeschlossen also eine große Zahl auch mit anderen Projektpartnern zusammen und externen Zentren zusammen, wo wir einen solch optimierten Versorgungsprozess mit Hüft- und Knieendeprotektikpatienten durchgeführt haben.
00:08:57: Und es war sehr erfolgreich.
00:08:59: die Patienten bevor wir damit begonnen haben hatten dreizehn Tage Aufenthaltszeit im Krankenhaus und heute sind es dreitage also zehn Tage weniger.
00:09:11: Und was man dazu sagen kann, die Patienten werden einfach nicht nur früher entlassen.
00:09:15: Sondern sie sind tatsächlich in einem besseren Funktionszustand als zuvor.
00:09:21: Das heißt also bessere Funktionen in kürzerer Zeit.
00:09:25: Das ist für den Patienten toll weil er kürzerem Krankenhaus bleiben muss und das ist natürlich für die Ressourcen unseres Gesundheitssystems toll
00:09:32: Weil ...
00:09:35: Das wurde da jetzt aktiv
00:09:37: geändert in der Situation.
00:09:39: Also die Patienten werden einfach früher mobilisiert?
00:09:42: Ja, das fängt schon vor der Operation an.
00:09:44: Es gibt zum Beispiel ein Blattmanagement.
00:09:47: D.h.,
00:09:47: es wird vorab schon kontrolliert.
00:09:50: wie ist der HP des Patienten nicht dass er mit einem niedrigen HP in die OP geht.
00:09:54: Damit fängt's schon an!
00:09:56: Dann ist es so, aber eine Vorbereitung ... Informationsveranstaltung gibt, wo der Patient rüber aufgeklärt wird.
00:10:04: Was er für eine Rolle in diesem Prozess spielt?
00:10:07: Das kommt vielleicht noch im Lauf unseres Gesprächs drauf ... Die Patienten haben heute ein sehr passives Selbstverständnis, dass sie denken, das Gesundheitssystem macht mich schon gesund.
00:10:22: Also die kommen hier zum Haupteingang rein und geben die Verantwortung an uns ab.
00:10:27: Und sagen so jetzt mach ich mal gesund!
00:10:30: Und
00:10:30: das
00:10:32: ruft natürlich nicht viel Eigenaktivität hervor.
00:10:35: Das funktioniert auch einfach
00:10:37: nicht, muss man klar sagen?
00:10:38: D.h.,
00:10:39: die Patienten müssen von vornherein wissen, was auf sie zukommt.
00:10:42: Sonst wird's auch schwierig, wenn wir zwei Stunden nach der OP ins Zimmer kommen und sagen so ... Stehen Sie bitte auf!
00:10:49: Der Patient, wenn er nicht vorinformiert ist, denkt da ist jetzt ein Fehler, ich bin heute operiert worden, ich muss doch im Bett liegen bleiben und so.
00:10:59: Das heißt also, die vorbereitende Information ist da extrem wichtig.
00:11:04: Wir integrieren Angehörige haben sogenanntes Coach-System.
00:11:08: auch das ist was nicht so richtig geübt ist.
00:11:11: in den letzten Jahren muss man ja klar sagen es ist im Krankenhaus doch häufig so gewesen dass Angehöhrige eher mal von der Versorgung ausgeschlossen wurden auf aus dem Zimmer rausgebeten wurden wenn irgendwas gemacht wurde.
00:11:24: heute versuchen wir die Angehörtigen zu integriern damit sie den Patienten unterstützen zum Beispiel, wenn er ins Bad gehen will.
00:11:36: Wenn er sich waschen will und einfach noch nicht ganz selbstkompetent ist dann ist es natürlich toll, wenn der Unterstützung durch seine Angehörigen hat.
00:11:48: Die Anesthesie ist einbezogen.
00:11:50: das ist im Patient Postoperativ weniger übel und schwindlig ist, braucht man richtig Flüssigkeits- und Temperaturmanagement.
00:11:59: Es geht um die Frage wie viel Schmerz hat der Patient?
00:12:01: Postoperativ.
00:12:03: es geht um Die Frage Wie belastbar ist der Patient also die Wunde nach nach der Operation?
00:12:09: das heißt der patient muss auch sein Körpergewicht auf.
00:12:13: Man muss es so operieren, oder der Operateur ist aufgefordert, das so zu versorgen.
00:12:17: Dass der Patient auch benutzen kann.
00:12:21: Also da haben sich auch die OP-Techniken entsprechend weiterentwickelt.
00:12:25: Das heißt wir haben die Anästhesie im Boot und den Operateur im Boot.
00:12:29: Wir brauchen aber natürlich auch die Pflege, die den Patienten dazu auffordert, dass Wasser kann tatsächlich auch zu machen, Bett zu verlassen ... die Toilette zu gehen, um ins Bar zu gehen und am Tisch zu essen.
00:12:44: Es ist häufig leichter erledigt dem Patienten im Bett zuversorgen als ihn dabei zu unterstützen sich selbst zu versorgen.
00:12:53: von daher hört sich da manches einfacher an als es in der Umsetzung ist aber zeigt vielleicht dass nur wenn alle beteiligten Berufsgruppen die Aktivität des Patienten als Fokus haben das wir dann den Patienten tatsächlich in Bewegung bekommen.
00:13:07: Ja, ein wichtiger Punkt ist ja
00:13:09: total.
00:13:12: In unserer Ausbildung zu Gesundheits- und Krankenpfleger ist es ja schon seit dem Jahr zwei Tausend Sieben... also ich habe in Berlin gelernt, da waren wir so der erste Kurs.
00:13:18: Nee, im Jahr drei habe ich gelernt.
00:13:21: Und da war das tatsächlich das erste Mal so, diese neuesten ... Genau dass man das verändert den Patienten zur Selbsthilfe quasi.
00:13:29: Das was er hat zu sehen an
00:13:32: Ressourcen und Kompetenz.
00:13:33: Ressoursen, das zu erkennen und ja versuchen die Patienten nicht in irgendeinen Ablauf zu reinzudrücken Ja genau sehr spannend.
00:13:44: ich denke auch
00:13:47: Sie haben eben gesagt, dass die Patienten ja jetzt bewusst zwei Stunden nach der OP mobilisiert werden.
00:13:52: Wie reagieren sie denn da drauf?
00:13:54: Also auch ... Sie sagen die meisten sind vorbereitet, manche vielleicht doch unwissend.
00:13:58: aber wie reagieren auch die vorbereiteten Patienten und Patientinnen wenn jemand reinkommt und sagt so jetzt aufstehen wir ich kann mir vorstellen so frisch nach einer Operation Man ist ja oft auch noch nicht ganz wach vielleicht in der Zeit.
00:14:13: Tatsächlich ist es so, dass wir was dafür tun, dass sie möglichst wach sind.
00:14:17: Die Patienten, die auf Station zurückkommen bekommen einen Speiseis damit sie Kalorien haben, kalt ... Speiseisen ist ja auch etwas Belohnung insofern ein bisschen äußeresiert und man glaubt nicht wie schwierig es ist im Krankenhaus Speiseiseis auf Station zu bekommen.
00:14:40: Das braucht schon eine Oberarztanforderung in der Küche.
00:14:44: Und wo lagert man das, dass es hygienisch einmal frei ist und so weiter?
00:14:48: Also da hört sich so einfach an, ja mal bekommt ein Speiseis ... Aber das in einem Krankenhaus umzustellen, dass möglich ist, einen frisch operierten Patienten ein Speizeis zu geben.
00:14:59: Dass wahrscheinlich dreißig Cent kostet oder ...
00:15:01: Ja.
00:15:02: Achtzig
00:15:02: Cent kostete in der Beschaffung aber... In der Organisation, in einem Krankenhaus wie der Unimedizin, im Patienten so was zur Verfügung stellen ... Kann man sich gar nicht vorstellen.
00:15:13: Dort hören
00:15:13: das sehr oft die Mühlen malen langsam?
00:15:16: Auf der anderen Seite ist es faszinierend, was solche Banalitäten, kann man schon sagen, dann in unserem Alltag bewirken.
00:15:25: Wenn ein Patient versoperiert ist und sein Eis schlägt und sagt jetzt dürfen sie aus dem Bett gehen.
00:15:30: Mich kennen
00:15:31: Sie direkt!
00:15:32: Private Kleidung anziehen.
00:15:35: Auch das ist ja was, also nicht Flügelhämtchen oder Propochen raushängen sondern private Kleidungen anziehen und aus dem Bett gehen.
00:15:45: Und die Allermeisten, die vorbereitet sind, sind dankbar weil ich meine das bedeutet in der Regel auch dass man dann die Toilette benutzen kann und es sicher häufig angenehmer als wenn man ans Bett angewiesen ist.
00:15:59: aber der Riesenunterschied, ob man's vorher sagt oder nicht.
00:16:03: Also es gibt einfach ... Wenn man's nicht vorhersagt, gibts ganz häufig große Augen im Sinne von Sie müssen jemanden verwechseln?
00:16:13: Ich bin ja jetzt heute gerade erster Partnerin.
00:16:16: Wir sind aber inzwischen soweit, dass wir in der Orthopädie- und Unfallchirurgie über achtzig Prozent der Patienten am OP-Tag aktiv aus dem Bett.
00:16:28: mobilisieren.
00:16:29: Und das sind ja doch auch viele dabei, die vorher nicht informiert sind.
00:16:31: also Unfallchirurgie, jemand der aus dem Grett fällt oder die Treppe runterfällt vom Fahrrad fällt den kann man vorher nicht Informieren.
00:16:43: und trotzdem gelingt es immer mehr.
00:16:46: und was ich da ganz interessant beobachtet habe ist gelingt dann besser wenn die Mitarbeitenden selbst davon überzeugt sind.
00:16:56: Also, wenn die Mitarbeiter mit einer Selbstverständlichkeit machen und sagen ... Super!
00:17:01: Sie dürfen jetzt aufstehen, kommen sie, sind ja frisch operiert vielleicht sogar ein bisschen ungewöhnlich für sich aber wir haben beste Erfahrungen mitgeresammelt.
00:17:09: Niemand auszubildende mit dazu, ne?
00:17:12: Und
00:17:13: dann funktioniert das auch.
00:17:17: als wir umgestellt haben war nicht jeder Mitarbeiter direkt begeistert davon.
00:17:23: Und diese Zurückhaltung, die hat sich ganz stark auf den Patienten übertragen.
00:17:29: und wenn der Mitarbeiter zurückhaltend ist oder skeptisch ist und das sich anmerken lässt... ...und ein Patient merkt es total schnell dann ist auch der Patient verunsichert und dann funktioniert jetzt auch nicht richtig.
00:17:44: Ich würde Ihnen gerne mal eine Zukunftsfrage stellen!
00:17:48: So aus ins Blaue rein.
00:17:50: Glauben Sie, dass das zukünftig in der UM in mehreren Abteilungen oder hauptsächlich in den operativen Abteilung möglich wäre?
00:18:00: Das dort auch so umzusetzen?
00:18:03: Deswegen haben wir Medizin aktiv entwickelt weil also wir haben die Erfahrung mit diesem, this is promise dieses Projekt in der Endoproteit.
00:18:12: Ich habe mir diesen Promise-Projekt gemacht Und dann haben wir aber gesehen, es gibt in der Ophthalminalschirurgie, Herzschirurgien und Onkologie.
00:18:20: In der Gynäkologie, in der Psychiatrie ... Es gibt für alle Fachbereiche viel Literatur, dass das total Sinn macht, das auch dort zu machen.
00:18:30: Deswegen haben wir alle Projekte, die sich diesem Ziel widmen, dass der Patient während der Erkrankung aktiver sein selbstständiger sein kann, mithelfen kann.
00:18:43: unter diesen Schirrmedizin aktiv gestellt.
00:18:45: Das heißt also, wir haben jetzt zum Beispiel ganz aktuell ein Projekt in der Intensivstation auch da gibt es hochrangige Literatur, Lancet publiziert.
00:18:57: das ist total sinnvoll ist die Patienten auf der Intensive Station systematisch zu mobilisieren und zu aktivieren dass man auch da ein Drittel der Liegezeit sparen kann etabliert und haben jetzt die Ergebnisse ausgewertet für die trachythomierten Patienten, also die schwersten Kranken.
00:19:25: Und wir konnten durch diesen Ansatz im vergangenen Jahr die Liegezeit der trachytomierten Patientin von zwei in dreißig auf einen zwanzig Tage auf den Inselstation reduzieren.
00:19:36: Das heißt also... Das
00:19:36: ist krass!
00:19:37: Kann man ruhig krass sagen.
00:19:38: Elst-Tage weniger Ligezeit?
00:19:40: Ja
00:19:41: Und das natürlich sensationell, weil ich meine Intensivstation ist erstens für den Patienten total belastend und zweitens im Totaler Flaschenhals in der Versorgung.
00:19:53: Weil es aufwendig teuer Mangel... Es gibt einen großen Mangel davon wegen Personal und was alles dazugehört.
00:20:04: Dass wir es geschafft haben durch Angebot von Physioregologo Also haben wir erweitert, ungefähr das Doppelte.
00:20:11: Das heißt die Patienten haben zwei Behandlungen am Tag bekommen.
00:20:15: Wir haben aber auch sonst verschiedene Rehabilitationsstrukturen eingeführt also tägliche Fallbesprechungen in der professionelle Absprache.
00:20:24: Wir hatten SOPs eingeführt zum Schluckmanagement zb.
00:20:28: jetzt gerade für die Drachythomierten war es natürlich wichtig Das Vergie-Management, Fortbildungen auch für die verschiedenen Berufsgruppen.
00:20:38: Also das war schon multifaktuelles Programm.
00:20:41: nicht einfach nur wir stecken mehr Ressource rein sondern wir versuchen sie auch optimiert einzusetzen und haben dann tatsächlich das was in der Literatur beschrieben ist hier nachmachen können Obwohl wir ja auch vorher schon eine High-End-Innen-Siegstation hatten und wir hatten vorher auch schon Physiotherapie da.
00:21:03: Und einfach dadurch, dass wir den Prozess optimiert haben, intensiviert haben überdacht weiterentwickelt, konnten wir sagenhafte elf Tage pro Patient sparen?
00:21:13: Was dann allein für diese Gruppe, es waren neunundfünfzig Patienten in einem Jahr nach örtemierten Patienten, dann fast siebenhundert Pflegetage ausgemacht hat ...
00:21:23: Und gibt's da auch so ein spezielles Projekt jetzt für die onkologischen Patienten, oder?
00:21:27: Ja.
00:21:28: Also ... an der Onkologie kommt man in der Unimedizin ja kaum vorbei.
00:21:33: Wir haben einen Fachrichtungen mehr.
00:21:36: Da sind tausende von Neu-Fällen jedes Jahr und ist ja eine der vielleicht wichtigsten Erkrankungsgruppen hier in der Uni Medizin.
00:21:47: Es gibt ehrlich gesagt für keine Erkrankungsgruppe so viel Literatur zum Verhältnis Erkrankung und Bewegungen wie zur Onkologie.
00:21:56: Also es sind ungefähr tausend Projekte, die in der Literatur beschrieben sind Und man kann das so zusammenfassen, praktisch alle sagen Es ist sicher durchführbar.
00:22:09: also es gibt fast keine Situation wo man Ruhe einhalten sollte.
00:22:15: Man darf sich fast immer selbstständig bewegen und belasten, systematisch belasten auch Das ist eine Madav, und man kann.
00:22:25: Und es passiert nichts.
00:22:26: Auf der anderen Seite gibt es sehr viele Nachweise von Wirkung.
00:22:31: Onkologische Patienten können sich genauso trainieren wie gesunde Menschen auf einem anderen Niveau.
00:22:37: Also natürlich ein oder andere hat Einschränkungen.
00:22:42: Nicht jeder kann Marathon trainieren aber er ist trainierbar.
00:22:46: Er kann sich verbessern bezüglich seiner Kraft- und Ausdauer.
00:22:50: egal auf welchem Niveau er ist, dass das Erste.
00:22:52: Das Zweite ist vielleicht das Wichtigste.
00:22:55: Es hat einen enormen Einfluss auf die Nebenwirkungen, die durch die Therapie entstehen.
00:23:00: also wissen wir ja alle, man hat viel dazugelernt was man medizinisch machen kann bei onkologischen Patienten bzw.
00:23:10: an was man Medizinischen Therapien machen kann.
00:23:13: aber leider sind die Therapien doch Nebenwirgungsbehaftet Teilweise stark.
00:23:20: Ja, auf jeden
00:23:21: Fall.
00:23:22: Und da wirkt die Bewegung enorm.
00:23:25: Also gerade Fatigue gibt es sehr viele Nachweise, dass das funktioniert.
00:23:29: aber auch Polyneuropathie zum Beispiel ist was man immer sehr gut Einfluss nehmen kann.
00:23:35: Auch ... Überkreisende.
00:23:38: Das körperliche Empfinden, die Zuversicht also auch die psychischen Aspekte in der Trankung entschuldigen.
00:23:48: auch tatsächlich das Durchhaltevermögen für die Therapie, also weniger Abbrecher.
00:23:54: Und das sind natürlich ganz entscheidende Faktoren für die Lebensqualität.
00:23:58: Ich hatte tatsächlich
00:23:59: mal einen Chemo-Patienten.
00:24:00: da war ich sehr beeindruckt.
00:24:02: der war relativ unsportlich und hat während des ersten Zykluses sich vorgenommen.
00:24:07: ich fang jetzt an zu laufen und ist jeden Morgen bevor wir mit der Therapie gestartet haben gelaufen.
00:24:14: Im letzten Zyklus der Chemotherapie ist er dann auch gejockt und hat eine gute Zeit hingelegt.
00:24:20: Und war total stolz, ich war so beeindruckt.
00:24:23: Ich meine, der kriegt ja schon Hammermedikamente und da noch so ne Leistung hin zu legen.
00:24:28: aber der hatte einen Riesenwillen gehabt und er sagt das hat ihn durch die Therapie gebracht.
00:24:34: Also ich glaube es ist eine ganz wichtige Nachricht an die Patienten dass es nicht nur die betrifft, die schon vorher aktiv waren.
00:24:42: Sondern es gibt ... Was die Wirkung angeht, praktisch keinen Unterschied ob man vorher aktiver oder nicht.
00:24:48: Es gibt ein bisschen einen Unterschied, ob man einen Tumor bekommt oder nicht, ob er aktiv ist?
00:24:54: Also das hat schon einen präventiven Aspekt.
00:24:58: Aber wenn man dann die Erkrankung hat, dann steht diese Chance jedem offen.
00:25:05: und auch derjenige, sein Leben lang kaum bewegt hat, nie ins Schwitzen geraden ist durch körperliche Aktivität.
00:25:15: Auch der kann anfangen wenn die erst sich immer vor der Tür steht.
00:25:19: und das ist vielleicht auch was wir vielleicht einmal ansprechen sollten.
00:25:24: Ich glaube dass es der Kern des Ganzen ist überholt zu denken, jetzt mache ich erst mal meine Therapie und dann gehe ich in Reha.
00:25:33: Und dann fängt alles wieder rauf an.
00:25:36: So dieses Rehabilitieren heißt ja Wiederkompetentwerden wenn alles vorbei ist.
00:25:44: Ich glaube das kann man sagen dass das bisschen von gestern ist diese diese Einstellung und damit daran arbeiten wir eben mit diesem medizin aktiv Konzept Dass die Patienten sagen oh ich habe eine Diagnose Jetzt spätestens muss ich anfangen, mich zu bewegen.
00:26:06: Also wir alle als Behandler und Begleiter können Anforderungen an unsere Patienten stellen.
00:26:14: Nicht nur können, sondern müssen.
00:26:16: Denn
00:26:16: wir müssen auch aktiv werden?
00:26:17: Wissen
00:26:17: was ich meine also so wirklich... Also es ist ein Gegenspiel.
00:26:21: andersrum kann man sagen naja gut sie haben.
00:26:23: jetzt kannst du natürlich sagen jetzt haben Sie die Nebenwirkung weil sich nicht bewegen.
00:26:25: aber man kann das am Anfang schon so definieren.
00:26:27: Das mache ich auch bei dem Beratungsgespräch mit Patientinnen Gleich am Anfang auch zu sagen, hören Sie nicht mit allem auf was sie bis jetzt getan haben.
00:26:35: Gegenteil?
00:26:36: Fangen Sie vielleicht sogar an!
00:26:38: Es geht ja drum letztlich für den onkologischen Patienten sein Leben zu gestalten und weiterzuleben.
00:26:45: Und nur jetzt auf der Kautu sitzen und auf die nächste Jämotapie zu warten.
00:26:50: Ich bin faszinierend, wenn ich mitbekomme dass Menschen mit ganz kleinen Dingen also die fangen dann an mit am Stockwerktreppe steigen weil es schon anstrengend ist.
00:27:03: Dass sie ihr Leben gestalten und das die dann anfangen zum Beispiel auch wieder mal in Urlaub zu fahren Das hängt ganz eng miteinander zusammen, glaube ich.
00:27:12: Dass man so im Kleinen trainiert eine gewisse Fitness zu erhalten oder ist ja auch zu steigern, auch wenn es dann wieder ein Rückschlag gibt weil die nächste Chemo kommt und dann ist er wieder schlecht und fällt mal wieder bisschen zurück und dann schafft man sich wieder hoch.
00:27:25: aber wenn ich dann sehe dass solche Menschen dann über das Wochenende mal wegfahren zum Beispiel wieder einmal in die Berge fahren Obwohl sie keine große Bergtouren machen können vielleicht, weil ihnen ... Weil Sie auch angeschlagen sind.
00:27:44: Aber sie gestalten ihr Leben.
00:27:47: Sie gehen ins Museums.
00:27:48: Sie besuchen ihre Kinder, die weiter wegwohnen oder die Enkelkinder irgendwas.
00:27:56: Sie gestalten ja Leben und ich glaube, dass das ein wahnsinniger, wichtiger Schlüssel zur Bewältigung dieser Erkrankung ist.
00:28:07: Ja, die
00:28:07: leben auf jeden Fall bewusster.
00:28:08: Also auch wir erleben das immer aufstatt... also nicht bei jedem Patient um Gottes Willen aber es sind schon viele, die dann irgendwie sagen in der Zykluspause der Chemotherapie fahren wir jetzt in den Schwarzwald zwei Tage oder wenn die Chemo vorbei ist und das gebucht nach der OP machen wir eine Ida-Kreuzfahrt.
00:28:28: Wie Sie sagen, sie leben wirklich bewusste.
00:28:31: Aber das ist ja auch ein Schrock so ne Diagnose.
00:28:34: Also gibt es ja so dieses Sprichwort, den Tagen mehr Leben geben.
00:28:40: Und ich glaube darum geht's und da gehts eben auch wenn wir jetzt über Aktivität bei Ihnen eine Erkrankung sprechen, darum glaub' ich... dass es letztlich auch dem dient, dass die Patienten insgesamt aktiver ihr Leben gestalten.
00:28:54: Mehr erleben was nicht mit der Erkrankung zu tun hat und damit der Erkrankungen auch etwas dagegen setzen können.
00:29:03: Ich glaube das ist vielleicht
00:29:05: einer der wichtigsten Dinge... Selbst aktiv sein!
00:29:08: Also wir haben das noch nicht so lange als Medizin aktiv seit zwei Jahren.
00:29:11: also jetzt ist es richtig bei uns in der Strahltherapie Und haben wir dann auch diese Stangen montiert bekommen, wo sie sich so anhalten.
00:29:17: Man muss die da schon immer wieder ranführen aber das fällt denen tatsächlich schwerer, die vorher gar nichts gemacht haben.
00:29:24: Aber dabei hilft es ihnen ja auch einfach bei uns sitzen Sie dann zwei Tage oder eine Woche mal für die Chemotherapie gehen dann wieder zur Bestrahlung sechs Wochen am Stück und das reißt die immer mal wieder raus.
00:29:35: also wenn's Oder vielleicht können Sie es gerade noch mal, was genau passiert denn im Körper?
00:29:41: Wenn Sie sagen ja klar nach der OP müssen sie direkt aufstehen.
00:29:44: Was genau passiert dann eigentlich?
00:29:46: Naja ich glaube das Wichtigste ist dass man einmal akzeptiert, dass der Körper dann gut funktioniert wenn man ihn benutzt.
00:29:57: Wenn man ihn nicht benutzt, dann wird's schwierig und ganz besonders schwierig wenn er halt erkrankt ist.
00:30:03: Petro erhält zum Beispiel Bahnen sich halt dann immer Komplikationen an.
00:30:08: Verschiedene Kompliktion versucht man ja auch mit Medikamenten zu unterdrücken, wenn man jetzt die Antidrompotika zum Beispiel bedenkt... Mit dem Decupitus versucht man auch im Griff zu halten durch verschiedene Matratzen, die man bietet.
00:30:23: Aber natürlich... Verstopfung ist
00:30:24: ja auch immer so ein Thema.
00:30:26: Total!
00:30:27: Die Verdauung ist ein Problem.
00:30:28: Das ist eine der größten Probleme.
00:30:30: Chemo-,
00:30:31: OP-Liegen, also das wird alles der Darm.
00:30:34: Was man aber aus dem Auge verliert?
00:30:35: Also diese Komplikation wie Thrombose Pneumonie, Dekupitus.
00:30:42: Das sind so die Großen an die jeder denkt.
00:30:45: Da versucht man schon medizinisch gegenzuhalten.
00:30:47: aber wo man wenig dran denkt ist der Verlust an Muskelkraft, Verluste an Gleichgewicht.
00:30:55: und wenn man jetzt Menschen hat die schon angegriffen sind also gerade Menschen die ein bisschen älter sind, die schon ein bisschen Polinäuropathie haben, die ja ein bisschen Herzinsuffizien sind Wenn die dann auch noch sich drei, vier Tage ins Bett legen.
00:31:11: Märzten dazu haben, Blutverlust dazu haben.
00:31:14: Dann kommen die ganz schnell in eine Situation wo sie Selbstständigkeit verlieren.
00:31:19: und es gibt ein richtiges Symptom über das man spricht.
00:31:23: Das ist die im Krankenhaus erworbene Verlust an Selbständigkeit.
00:31:29: Der im Krankenhau erwarbene Verluste an Selbstständigkeiten... große Prozentsahlen von Patienten, je nach Erkrankung.
00:31:40: Je nach Alter, je vor Situation natürlich ... trifft.
00:31:46: aber das ist etwas was als Komplikation gar nicht so im Fokus ist.
00:31:52: Aber Krankenhaus fordert oder kostet Selbstständigkeit für ganz viele Patienten und das liegt eben daran dass es viel Inaktivität gibt kombiniert mit Dinge wie Schmerz, Blutverlust, wenig Aktivität.
00:32:10: Da gibt es kaum Art.
00:32:11: Also die Atmung ist reduziert und die Lunge wird weniger gereinigt.
00:32:16: Die Verdauung funktioniert nicht?
00:32:18: Der ganze Körper funktioniert einfach nicht wenn er stillgelegt wird!
00:32:23: Das wird sich nicht einfach ausgemacht.
00:32:24: Ist
00:32:24: auch sinnbildlich gut so gesprochen, wenn der steh gelegt
00:32:28: wird.
00:32:29: Sind wir da auch Verursacher ein bisschen mit?
00:32:31: Also die Patienten werden ja aufgeklärt für die Eingriffe und bestimmte Sachen.
00:32:36: Für bestimmte Dinge können wir nichts
00:32:37: z.B.,
00:32:38: dass sie nicht selber einkaufen gehen oder kochen.
00:32:40: Das sind kleine Aktivitäten, die hier aber genommen werden.
00:32:44: Sie werden im Bett in den OP gefahren...
00:32:47: Aber das schon mal zum Beispiel!
00:32:49: Warum muss jemand mit dem Bett im... Entschuldigung, wenn ich es unterbreche.
00:32:52: Aber ich finde das ein gutes Beispiel.
00:32:54: Warum muss jemand mit dem Bett ins OP gefahren werden?
00:32:58: Die Patienten kommen als Fußgänger ins Krankenhaus und dann heißt so ... Sie kriegen ihre Knieprothese, legen sich wie ins Bett, ich fahre sie mit einem Bett in den
00:33:06: OP.
00:33:07: Also haben wir auch gedacht, in unserer Vorbereitung für die Knie- und Hüftepoptimierung des Versorgungsprozesses, der Patient soll in den Op laufen.
00:33:18: Es war ja so eine große Aufwand, diesen Prozess umzustellen.
00:33:22: Weil alle gewohnt sind?
00:33:23: Der Patient legt sich ins Bett und ich schippe den Patienten
00:33:25: ... Genau!
00:33:26: Er wird in den OP chauffiert.
00:33:27: ... hingefahren.
00:33:29: Warum muss das sein?
00:33:31: Und an der Stelle finde ich, wenn man das mal akzeptiert, dass es eigentlich gar keinen Sinn hat den Patienten.
00:33:37: Das ist nur Gewohnheit kommt mal drauf dass wir, glaub ich schon an der einen oder anderen Stelle mitschuld sind ... an dieser Inaktivität.
00:33:46: Wir leben das auch.
00:33:48: Ja.
00:33:49: Wir haben auch... Wir bauen noch verschiedene Barrieren auf, also jetzt nicht aus bösem Willen, aber wenn man denkt, es kriegt jemand IV-Schmerzmittel?
00:33:58: Er hat ein Blasenkatheter.
00:34:00: Er hat eine Rettentrennage.
00:34:02: Er kriegt ne Lagerungsschiene.
00:34:05: Ähm, wir binden den Patienten ja auch Teilweise ans Bett fest.
00:34:12: Und was da eine ganz interessante Erfahrung war, es gibt viel Literatur das ist bei einer Knieprothese oder bei einer Hüftprothesie gar nicht notwendig ist dass Marett und Trinage einlegt.
00:34:26: Und trotzdem wird's überall gemacht und es wird seit Jahrzehnten gemacht sonst wird immer weitergemacht das aufhören wollten, weil es im Gegenteil sogar Literatur gibt.
00:34:36: Die sagt, das macht mehr Blutverlust.
00:34:39: Mhm.
00:34:40: Außer dem hält's den Patienten im Bett?
00:34:42: Ja.
00:34:43: Gab es unheimliche Widerstände innerhalb der Operateure, die das seit zehn, zwanzig, dreißig Jahren so gemacht haben.
00:34:49: Da muss da doch eine Rede und Rennage einlegen.
00:34:52: Also ist schon so ... dass sich auch die Mitarbeitenden schwer tun, so Traditionen einfach aufzugeben.
00:35:01: Obwohl die gar nicht unbedingt notwendig sind.
00:35:05: Also ich sage jetzt nicht, kein Schlauch ist notwendig.
00:35:08: natürlich braucht man manchmal Infusion, Chemotherapie kommt nicht einfach in den Körper
00:35:13: rein.
00:35:14: Aber trotzdem überdenken was man wirklich braucht und ob man eine EV-Schmerzmittel braucht oder ob man nicht ein anderer Möglichkeit hat Das ist schon wichtig.
00:35:26: Aber es sind auch Kleinigkeiten, also mir fällt jetzt ganz klassisch ein das Essens-Tablet wird auf den Nachttisch ans Bett gestellt anstatt an den Tisch zu stellen dass der Patient auch ein Stück Normalität hat und aus dem Bett aufsteht sich an den Testsetz.
00:35:40: und dort ist ich mein Zuhause Ich weiß es nicht aber der Großteil wird am Küchentisch essen gehe ich davon aus.
00:35:47: Ja das ist immer so ein Thema, ne?
00:35:50: Aber die Patienten hallen oft in diese.
00:35:55: Ja,
00:35:55: mir fehlt dieses Wort jetzt in diese Rolle.
00:35:58: Sie kommen rein und legen sich ins Bett.
00:36:00: die sind noch nicht operiert haben aber schon ist flatter Hemd an und dann wird schon geklingelt.
00:36:05: bringen sie mir bitte Wasser.
00:36:06: also da fängt es schon oft an.
00:36:08: das ist glaube ich für die Pflege auch oft schwierig da irgendwie so eine Brücke zu schlagen.
00:36:13: Habe auch mal ganz mutig zu sagen, dass es einen Notfall klingelt.
00:36:17: Manchmal sind's so Kleinigkeiten wo ich dann auch so gerät hab.
00:36:19: alles was sie bis jetzt können machen wollen bitte weiter das ist ein Notfallklingel.
00:36:24: Ja man muss das schon auch erklären.
00:36:26: Das ist gar nicht so geläufig.
00:36:28: Interessante Erfahrungen die Sie da schildern ja dass der Patient der geht durch den Hauptgang rein und schlüpft in eine Rolle die er so gelernt hat irgendwie also
00:36:39: Er
00:36:40: ist der Patient.
00:36:41: Wie müssen wir uns
00:36:41: um ihn
00:36:43: kümmern?
00:36:44: Ja, er glaubt vielleicht auch, dass er hier gar nix selber darf.
00:36:49: Hier machen alles, die Schwestern und Herzen ... Ich verhalte mich mal möglichst ruhig und werde hier gesund gemacht.
00:36:57: Und es ist schon eine irre Sache, dass jemand, der natürlich zu Hause auf die Toilette geht, hier dann plötzlich glingelt
00:37:03: Genau.
00:37:04: Weil er Tee haben will oder irgendwas.
00:37:06: Also kleiner Appell an die Patienten und Patientinnen, die zukünftig auf Station liegen, seien sie so mobil wie möglich und essen Sie bitte am Tisch und nicht im Bett?
00:37:16: Ja genau.
00:37:18: Und vor allen Dingen seien Sie selbstbewusst also klar alle, die wir hier arbeiten.
00:37:23: für uns ist das ja irgendwie auch wie eine Komfortzone.
00:37:26: Wir kennen uns hier aus, wir bewegen uns hier ganz selbstverständlich Aber das können wir auch den Patienten dann auch so vermitteln.
00:37:34: Ja, Herr Doktor Beetz ich würde sagen, dass war jetzt wirklich wieder sehr informativ und man hat einen Einblick bekommen.
00:37:42: Und an allererster Stelle möchte ich Ihnen eigentlich danken, dass Sie damals damit angefangen haben.
00:37:46: es ist ja nun mal schon eine Weile her aber es ist wirklich hier in der Uni...
00:37:50: Ja ein kleiner Applaus!
00:37:55: Und ja, das auch zugänglich machen.
00:37:58: Also für mich war da auch ein schneller Zugang für meine Station schnell da in Ansprechpartnerin und es hat ein bisschen gedauert.
00:38:06: aber dann war's dort eine schöne Sache.
00:38:08: und jetzt muss man das immer an die Patienten weitergeben.
00:38:11: Ja was haben wir mitgenommen?
00:38:13: oder ich hoffe was ihr liebe Zuhörer mitgenommen habt ist wenn ihr diese Klinik betretet seid handlungskompetent.
00:38:25: Ja, Doktor Beetz.
00:38:26: Haben Sie noch mal zum Abschluss was, was Sie unseren Hörerinnen mitgeben möchten?
00:38:31: Eine ... wie nennt man die Take-Home-Message?
00:38:36: Die Take Home Message?
00:38:37: ist Bewegung nicht nur zur Vermeidung von Krankheiten sinnvoll sondern auch gerade wenn ich erkrankt bin?
00:38:45: Sicher muss ich mich erkundigen, was in meinem Fall dann sinnvoll ist.
00:38:48: Aber in aller, aller Regel ist es sinnvoll weiter systematisch in Bewegung zu bleiben, um Komplikationen zu vermeiden und möglichst schnell die Krankheit wiederzuüberwinden.
00:39:00: Also Bewegungen sind etwas für die Erkrankung ... Wunderbar.
00:39:06: Während der Erkrankung, nicht davor und danach.
00:39:09: Deswegen ärgert es mich immer so ein bisschen, dass das alles unter Rehabilitation läuft.
00:39:14: Wir sollten die Patienten versuchen in Bewegungen zu halten und nicht sie nach der Erkrankung in Bewegung zu bringen.
00:39:23: Ja total vielen Dank!
00:39:26: Und dann sagen wir ... Sportliches Tschö mit Ö!
00:39:29: Tschüss!
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