#6 À la carte: Ernährung in der Onkologie
Shownotes
Heute widmen wir uns einem Thema, das buchstäblich durch den Magen geht - der Ernährung in der Onkologie! Was tun, wenn der Appetit schwindet, sich der Geschmack verändert oder die Kraft für das Kochen fehlt? Wir sprechen darüber mit unserem Gast und Diätassistentin Magdalena Silber, wie eine gute Ernährung zum wertvollen Begleiter während der Therapie werden kann.
Hier gibt es mehr Informationen über Ernährungsmedizin und Diabetesberatung an der Unimedizin Mainz.
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Begriffe A-Z:
Dysphagie = eine Beeinträchtigung des Transports von Nahrung oder Flüssigkeit aus dem Mund in den Magen.
Mukositis = eine entzündliche Schleimhautschädigung, die als häufige Nebenwirkung von Chemo- oder Strahlentherapien auftritt.
Xerostomie = medizinische Fachbegriff für krankhafte Mundtrockenheit.
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Wir zeigen Euch, dass die besten Gespräche oft genau dort entstehen, wo man sie am wenigsten erwartet – nämlich direkt zwischen Portspülungen und Infusionsständern.
Lernt uns kennen. Onkologie. Echt. Fachlich. Und mit ganz viel Herz.
Eure Meenzer Onkoschwestern❤
Ihr habt Fragen oder wollt uns einfach nur eine Nachricht schreiben? Wir freuen uns auf Eure Nachrichten: OnkoPodcast@unimedizin-mainz.de
Ein Podcast der Unimedizin Mainz. | Postproduktion und Musik: Jan Springer
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In der Reihe „Inside Universitätsmedizin Mainz“ – kurz „InsideUM“ interviewt der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand, Professor Ralf Kiesslich, Persönlichkeiten der Universitätsmedizin Mainz. Im Fokus steht der kollegiale Austausch zu Themen rund um die UM – von A wie Alzheimer-Forschung bis Z wie Zahnmedizin. Hier geht es zum Podcast Inside UM.
Transkript anzeigen
00:00:12:
00:00:22: Hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast.
00:00:25: Die Mänzer
00:00:26: Onkelschwestern!
00:00:27: Die Ernährung ist oft eine der größten Herausforderungen.
00:00:31: Appetitlosigkeit, Übelkeit, veränderter Geschmackssinn.
00:00:35: Wie findet man da die richtige Balance?
00:00:37: Heute wollen wir darüber sprechen wie wir den Körper stärken können Energie tanken und Mangelernährung vorbeugen.
00:00:44: Aus diesem Grund haben wir heute eine Expertin bei uns, Magdalena Silber.
00:00:48: Hi Magdalenas!
00:00:50: Hallo!
00:00:50: Schön, dass ihr da bist.
00:00:52: Danke für die Einladung.
00:00:54: Ja wie freuen uns?
00:00:55: Los geht's.
00:00:56: Thema Ernährung.
00:00:58: Magdalener erzähl doch mal was ist hier... Was machst du ja eigentlich an der Uni-Klinik Mainz und wo liegt so der Schwerpunkt?
00:01:04: Ja also Ernährungen sind erstmal ein großes Thema und ein wichtiges Thema.
00:01:08: Für uns ist Ernähring immer sehr wichtig.
00:01:13: In der Pflege kriegt das ja auch immer sehr viel näher mit als wir vielleicht.
00:01:18: Und ich arbeite konziliarisch,
00:01:20: d.h.,
00:01:21: wir müssen immer gerufen werden proaktiv und wir sagen aber, wir arbeiten von A bis Z, von Augenklinik bis Zahnklinikum... Das passt ja gut!
00:01:31: Im Endeffekt wenn mich jetzt einfach erklären sollte was ich genau mache kann man sagen dass sind die Patienten die nicht essen dürfen, können oder wollen Und dann ist es meine Aufgabe, herauszufinden.
00:01:45: Wie hoch ist die Kalorienlücke?
00:01:48: Wo ist das Problem?
00:01:49: Wie können wir die Kalorianlücke schließen und wie können wir einfach die Ernährungssituation verbessern?
00:01:55: Einmal stationär aber eben auch ambulant.
00:01:58: Wer stellt die Konsole?
00:01:59: Können dass die Patienten selber machen oder passiert das immer über die Pflege?
00:02:03: Das müssen eigentlich prinzipiell immer erst mal die Ärzte machen weil wir immer nach ärztlicher Anordnung arbeiten.
00:02:10: Aber wir haben auch schon einige Stationen, wo eben auch die Pflege berechtigt ist diese Konsole zu stellen.
00:02:18: Es wird so ein bisschen schwierig wenn Patienten ambulant in Betreuung sind.
00:02:24: Wir haben jetzt ja mittlerweile relativ viele Informationsflyer, wo die Patienten auch unsere Telefonnummer bekommen und dann proaktiv bei uns anrufen.
00:02:32: Und dann müssen wir halt eben so ein bisschen den Weg erklären und sagen sprechen Sie mit Ihrem Arzt der soll einen Konzil anmelden.
00:02:39: das ist manchmal schon die Würde Das
00:02:41: klingt so
00:02:42: typisch Deutsch.
00:02:43: Aber das
00:02:45: ist eine Bürokratie-Dschungel, also das ist einfach nach wie vor viel als es müsste niederschwelliger sein.
00:02:51: auf jeden Fall.
00:02:52: und wenn du sagst die Pflege ist ja oft näher und schneller vielleicht mal.
00:02:56: Es geht ja da bestimmt auch um Zeitfaktor oder?
00:02:59: Absolut!
00:03:00: Also wir sehen halt, wenn die Pflege die Konsole anmelden darf... kommen auch mehr Anfragen.
00:03:07: Und es gibt halt so manche Kliniken, die nicht so viel mit Ernährung zu tun haben.
00:03:12: aber wir wissen natürlich dass da auch onkologische Patienten sind und es kommen relativ wenig Anfragen.
00:03:18: wenn dann eine onkolochische Fachpflege vor Ort ist und dann eben schneller reagieren kann ist das natürlich schon
00:03:25: echt gut.
00:03:26: Vor allem für den Patienten.
00:03:27: Es geht einfach alles auch schneller.
00:03:30: Ja total also Die Woche, zum Beispiel war ich jetzt bei einem Patient.
00:03:33: Der hatte wie gesagt bei uns angerufen und der sah jetzt augenscheinlich gar nicht mangelernährt aus aber er hatte schon acht Kilo.
00:03:41: in was waren es drei Monaten verloren?
00:03:44: Also er ist mangel ernährt de facto und das war ein ganz gutes Gespräch und wir konnten einiges erreichen.
00:03:50: Gäste vielleicht auch nochmal da gibt's ja irgendwie bestimmt eine Formel wo nachher geht weil du sagst genau es ist nicht immer zu sehen In dem Körper spielen sich ja dann ganz andere Prozesse auch so ab, dass das trotzdem eine Mangelernährung sein kann.
00:04:01: Genau also ne Mangelernehrung ist ja erstmal nicht durch irgendwie das Einstiegsgewicht gekennzeichnet sondern es geht ja eben darum, dass man einen Mangel an Nährstoffen hat und das kann natürlich auch ein stark übergewichtiger Patient sein.
00:04:17: Also Mangel Ernährungen heißt Man ist zu dünn, sondern es geht darum wie viel Mangegewicht verloren hat und in welchem Zeitraum.
00:04:27: Und das kann natürlich auch eine neunzig Kiloperson sein die eine Mangelenerung hat und auch eine Ernährungstherapie braucht.
00:04:34: Ja super wichtig eigentlich zur Wissen!
00:04:36: Ich würde einfach auch gerne nochmal wissen von dir, wieviel seid ihr?
00:04:44: Sag doch mal genau, wer ihr seid.
00:04:46: Ja also wir sind leider nur ein sehr kleines Team muss man sagen.
00:04:51: ich habe noch eine Kollegin die auch Diätassistentin ist so wie ich.
00:04:55: Wir haben beide noch ein Studium angehängt.
00:04:56: das ist so ein bisschen dadurch gewachsen weil der Beruf der Diät Assistentin noch nicht akademisiert ist und das kommt eben jetzt alles so nach und nach.
00:05:07: aber es macht in jedem Fall Sinn sich da nochmal... Das siehst
00:05:09: du was dich auch
00:05:10: nicht?
00:05:12: Das sind ja die ganzen Therapeutenberufe, die da einfach noch nachhängen.
00:05:16: Sowas wie die Physiotherapeuten oder die Hebammen, die ja jetzt auch akademisiert werden und ich glaube das macht es auch für uns schwierig weil wir natürlich auch da keine große Lobby haben.
00:05:25: aber man sieht natürlich ist wird immer mehr geforscht und Ernährung is ein Riesenthema und einen Patient in einem guten Ernährungszustand verträgt natürlich die Therapie viel besser als in einem schlechten Ernähringszustand.
00:05:37: Die hat eine viel bessere Lebensqualität Kommt da besser durch, weniger Nebenwirkung.
00:05:42: Absolut!
00:05:44: Keine Mokosittis?
00:05:45: Ja genau keine Mokositis.
00:05:46: Eigentlich alles was wir so in unserer pflegirischen Grundausbildung lernen alle Prophylaxen die eigentlich mit einem Nährstoffmangel dann eher quasi mehr benötigt werden oder wo man sagt das ist ein Trigger dass die Leute sich weniger bewegen und dann in eine Lungenzündung gehen und sowas alles.
00:06:01: ne also einen Muskelabbau Durch Nährstoff.
00:06:04: meinst du auch Protein?
00:06:05: weil ich finde dieses Protein Ist das so ein Hype?
00:06:10: Vielleicht kann man das so nennen.
00:06:14: Aber ich glaube, es ist einfach auch wichtig geworden oder
00:06:17: erkannt dass so wichtig ist.
00:06:19: also in der allgemeinen Bevölkerung ist ja High Protein der totale Trend und da wird ja auch immer viel diskutiert jetzt in unseren Kreisen oder Verbänden.
00:06:31: ist es jetzt sinnvoll.
00:06:32: Brauchen wir alle mehr Protein oder weniger Protein, aber bei den onkologischen Patienten ist das ja klar.
00:06:37: Es ist nachgewiesen dass sie einfach einen erhöhten Bedarf haben und der ist schon deutlich erhöht.
00:06:44: und wenn man normal essen kann und eben keine Schwierigkeiten hat dann kann man das schon schaffen mit normalen Lebensmitteln.
00:06:53: Da muss man halt eben nochmal speziell schulen und zu erklären, wo ist Eiweiß drin?
00:06:58: Wie kann ich die Eiweissportion verteilen?
00:07:02: Aber wenn es dann losgeht mit der Mucositis, dann haben wir natürlich schon eine extreme Einschränkung.
00:07:09: Und das ist jetzt ja nur ein kleiner Teil.
00:07:11: aber wenn wir auch Übelkeit haben, Erbrechen haben, Nexerostomie, Dysphagie... Das sind ja wirklich schlimme Dinge, ja nicht richtig essen lassen.
00:07:23: Ja, muss sehr kreativ werden und wir alle?
00:07:29: Ja tatsächlich ist es schon so weil es ist ja eine Ernährungsbratung immer sehr individuell.
00:07:36: also ich muss mir den Patienten genau anschauen wo sind seine Probleme?
00:07:41: was können wir verbessern?
00:07:43: aber was sind auch die Möglichkeiten und jetzt im stationären Setting sind die Möglichkeiten wirklich eingeschränkt.
00:07:51: Aber wenn wir, also das ist so ein bisschen unsere Aufgabe da einen guten Mittelweg zu finden.
00:07:57: Was können wir hier stationär verbessern?
00:07:59: Aber was kann man ambulant machen?
00:08:02: Wie kommt man dann auf seine Proteinmenge und braucht der Patient vielleicht auch eine Unterstützung mit Trinknahrung?
00:08:09: Wenn ja wie kommt er an die Rande?
00:08:12: Wie kriegt er sie runter?
00:08:13: Das sind ja alles Dinge, da hat man auf jeden Fall viel zu besprechen.
00:08:17: Du hast halt auch die hochkallerische Kost hatten wir ja einmal kurz.
00:08:20: Und was, was hast du denn für Erfahrungen?
00:08:23: Wie wird dir dann angenommen von den Patienten, Patientinnen?
00:08:27: Ja ist so gemischt würde ich sagen.
00:08:30: also es gibt manche Patienten, die haben noch überhaupt keine Erfahrung.
00:08:33: Die sind da total offen für und wollen das erst mal probieren.
00:08:38: Dann gibt es natürlich welche, die schon viel gehört haben.
00:08:40: Wenn die natürlich alle in einem Raum sitzen und stundenlang Chemotherapie bekommen, die kommen natürlich im Gespräch und dann werden halt so Horror-Stories erzählt.
00:08:50: Ich mach immer Durchfall.
00:08:52: Verträgt man nicht gut?
00:08:57: Ja, viel zu süß!
00:08:59: Das sind so die klassischen Dinge... das ist aber manchmal schwer die Patienten da wegzuholen, weil sie eigentlich immer den großen Fehler machen und sie immer zu schnell trinken.
00:09:11: Und ich versuch so mal zu erklären eine Flasche hat ja mit unter vierhundert Kalorien und wenn man die jetzt in einem Schluck wegtrinkt dann ist das schon wie ein Stein im Magen.
00:09:23: So Vierhundert Kalorien kann auch einfach so eine Brotmahlzeit sein.
00:09:26: Und die würde man ja auch nicht in einem Schluck weg trinken und Mastisch
00:09:30: auf einmal,
00:09:30: genau?
00:09:31: Das ist einfach das liegt schwer im Magen.
00:09:33: dann hat es auch ne relativ hohe Osmalarität.
00:09:36: wenn das dann zu schnell den Dünndamen rauscht.
00:09:38: Dann rauscht das halt genauso wieder raus.
00:09:40: und ich würde als erstes eigentlich immer sagen langsam trinken mindestens eine halbe Stunde an einer Flasche ist immer so meine Regel.
00:09:50: und da noch
00:09:50: nicht viel Milliliter.
00:09:51: wieviel waren's?
00:09:53: in der Regel.
00:09:55: Aber man kann die natürlich auch verdünnen und eigentlich kann man sagen, am besten gar nicht Wurr trinken sondern direkt vermischen.
00:10:04: Man kann sie ja mit Wasser verdunnen dann sind sie erstmal nicht so süß, die Osmularität ist geringer.
00:10:09: Buttermilch geht bei uns immer gut.
00:10:11: das ist irgendwie ein bisschen der Game changer auf Station geworden
00:10:15: Wenn sie denn da ist.
00:10:17: Die bringen
00:10:17: sich dann selber mit, die Patienten.
00:10:19: Also wenn gefragt wird, bringen Sie sich mit und dann mischen die das mit Schoko oder Vanille und das geht dann immer voll gut.
00:10:26: Ja also das ist ja die Lösung aber das ist halt unser Problem.
00:10:31: wir können die Trinknachung natürlich dem Patienten geben.
00:10:35: aber wenn halt kein Joghurt da ist und wie sie zum ersten Mal sehen oder auch nichts bestellt ist oder ob man auch nicht bestellen kann aus der Küche Dann wird es eben schwierig und dann kann schon auch passieren, dass die Patienten wirklich Durchfall bekommen.
00:10:50: Und sie dann von vornherein ablehnen.
00:10:52: Und dann haben wir halt eine riesen Möglichkeit verloren, die Kalorien irgendwie doch in den Mensch reinzubekommen.
00:10:58: Das ist
00:10:58: schon auch schwieriger geworden das Sachen zu bestellen als Stationsbedarf, die man dann quasi parat hat im Kühlschrank wie Joghurt oder Buttermilch.
00:11:07: Das geht auch nicht mehr so einfach hier bei uns?
00:11:10: Ja da muss mal ein bisschen erfinderisch werden!
00:11:14: Ja, das kann ich jetzt irgendwie begrenzt immer.
00:11:19: Ich denke die ganze Zeit halt so daran an die Leute, das kennt ihr vielleicht auch, die sammeln dann so diese Nahrung auf ihren Tischen.
00:11:27: und alleine dieser, also wirklich den Patienten auch schon mal gesagt zu mir, boah, ich kann die nicht mehr sehen!
00:11:31: Ja klar erstens warm... Dann stapeln die sich da und zeigen ja auch irgendwie du kriegst es gerade hier gar nicht mehr hin.
00:11:38: So, und das ist dieser kleine Baustein den du vielleicht auch vorhin erwähnt hattest und denen wir auch in anderen Themen immer wieder haben sind die kleinen Sachen.
00:11:45: Und irgendwann verliert der diejenige auch in dieser Not weil Therapie So alles, was den so belastet.
00:11:53: Dann wird das mal schnell so weggeschoben.
00:11:55: Solang es nicht zu sehr ersichtlich ist.
00:11:56: Den Gewichtsabnahm oder so sagt man ja geht ja!
00:11:59: Was haben Sie halt gegessen?
00:12:00: Ohja schon zwölf Uhr.
00:12:01: ich habe heute morgen den Kriegspreig geschafft so Punkt okay.
00:12:05: dann rennt man so weiter.
00:12:06: also dass auch das geht mal schnell unter.
00:12:09: und Ja was rätst du würdest denn jemand raten wenn er sagt hier also der kriegt das nicht so hin oder was wäre dann die größte Gefahr?
00:12:17: Also was ist da so deine Erfahrung Wenn sie es nicht schaffen, einfach auch wirklich genug zu essen.
00:12:25: Ja man muss halt eben schauen wie lange ist denn jetzt schon dieser Zustand so dass derjenige nicht ist?
00:12:31: kommt er schon von Zuhause?
00:12:34: Dann wird man natürlich erst mal schauen, kann man vielleicht... liegt es an der Konsistenz?
00:12:38: Dass man sagt das Feste geht nicht.
00:12:40: Er hat irgendwie Probleme mit dem Schlucken.
00:12:42: dann würde man halt eher gucken dass man die Konsistenzen verändert indem man eher passierte Kosten stellt.
00:12:47: wenn das auch nicht geht oder jemand massive Übelkeit erbrechen hat dann brauchen wir nicht über Essen reden.
00:12:54: also wer schon Mal übelkeit hatte da das geht nicht und
00:12:59: hier kann man sich auch nichts rein zwingen.
00:13:01: Das ist... ...wollte man auch gar nicht.
00:13:03: Genau, es ist einfach schwierig und dann ist das auch immer relativ spannend.
00:13:08: wenn wir dann endlich gerufen werden und die Patienten massiv übelkeit haben Dann frage ich mich auch was soll ich jetzt mit diesem Patient über Essen reden?
00:13:17: Ich hatte vor, ich glaube war das vor Weihnachten ein Patient Und der Erstgabe Chemotherapie.
00:13:23: Wir wollten erst ein Erstgespräch führen.
00:13:26: Was ist so wichtig von der Lehrung?
00:13:27: wie ist so der Status quo?
00:13:29: Und die Chemo lief rein und wir haben nur angefangen, über Essen zu reden.
00:13:33: Und der Patient hat sofort erbrochen.
00:13:37: Also dann haben wir natürlich das Gespräch abgebrochen.
00:13:40: aber wenn jemand so stationär kommt ist es gut dass ich gerufen werde weil ich kann natürlich auch Empfehlungen geben für künstliche Ernährung, paranterale Ernährungen.
00:13:50: Das wären dann halt so.
00:13:50: die nächsten Schritte.
00:13:51: Wenn Oral eben nicht mehr viel geht dann müssen wir gucken können wir das enteral verabreichen oder dann eben paranteral?
00:13:59: Ich weiß nicht, kommen auch mal welche im Laufe ihres Zyklus für zwei drei Tage oder danach.
00:14:04: Wenn seit völlig entkräftet sind auch stationär um die wieder zu päppeln.
00:14:08: Das ist jetzt auch wieder ein.
00:14:09: das war am Anfang alles okay sag ich mal belastend genug aber die Therapie war schon längst drum.
00:14:15: der wurde dann.
00:14:15: meine hause wird wieder versucht was auch die Kombine.
00:14:19: also der lebt alleine so der versuchts dann zwei drei tage Zuhause klappt nicht kommt wieder in die klinik wird paarenteral irgendwie unterstützt wobei da war es noch nicht soweit Aber das dauert immer, ich weiß nicht.
00:14:32: Das finde ich immer ein bisschen schade dass da so viel Zeit dann bei manchen auch ins Land geht, dass es denen dann so schlecht geht.
00:14:38: Ja
00:14:38: aber umgekehrt habe ich's auch schon erlebt also selten.
00:14:41: aber um gekehrt bei unseren jungen Patienten hat sich jetzt schon eine oder zwei Fälle die muss wirklich sagen sie haben gefressen wie die Scheunendrescher unter der Chemotherapie als wir haben gesagt Sie hatten vorher noch nie so einen Hunger Die waren wirklich fast vierundzwanzig sieben nur am Essen.
00:14:58: Hast du das auch schon mal erlebt?
00:15:00: Du kommst ja ein bisschen weiter rum, wie ich.
00:15:02: Ja diese Patienten sehe ich ja in der Regel nicht.
00:15:06: Das ist ja auch eigentlich... Da läuft's!
00:15:08: Genau und das ist prinzipiell eigentlich ja ein ganz gutes Zeichen.
00:15:11: aber das werden ja jetzt Patienten wenn die so gut essen können dass man dann wirklich schaut wie kann man denn die Ernährung optimieren was ich irgendwie oft erlebe dass so die Erwartungshaltung Einzelne Nährstoffe.
00:15:28: Wir sollen uns alle gesund ausgewogen ernähren und fünf am Tag, ne?
00:15:32: Drei Prozent Gemüse am
00:15:34: Tag.
00:15:37: Also das ist so.
00:15:39: ja wir wissen alle wie eine gesunde Ernährung auszusehen hat wird manchmal erwartet, dass wir darüber mit den Patienten sprechen.
00:15:48: Aber wenn die ja ein ganz anderes Problem haben, brauche ich bei so was nicht anfangen sondern dann gucken wir einfach wie kriegen überhaupt die Kalorien rein?
00:15:55: Aber das, wenn dann Patienten, die ja so gut essen können, da würde ich jetzt ansetzen und sagen, wie viele Gemüse essen sie denn eigentlich?
00:16:03: Wie viel Obst essen Sie denn?
00:16:05: Geht es... Können wir vielleicht über Vollkorn reden?
00:16:08: also Aber das muss man ja sagen, ist ja im klinischen Setting haben wir überhaupt keine Kapazität für solche Patienten.
00:16:15: Leider!
00:16:16: Also wir sehen ja immer nur quasi die schlimmeren Fälle.
00:16:20: Ihr seid zu zweit?
00:16:22: Genau, wir haben natürlich auch noch ... Das ist so krass... Ja jetzt als Diät-Assistent sind wir zu zweite in unserem Team.
00:16:29: Wir haben natürlich noch zwei Schwestern, die sich mehr um die enterale Ernährung kümmern oder panterale Ernährung auch.
00:16:36: Und wir machen ja viel Entlassmanagement, wenn Patienten eben dauerhaft künstliche Ernährungen brauchen.
00:16:42: Das wird dann eher von der Pflege übernommen.
00:16:46: Aber das ist natürlich klar, dass wir das Ausmaß gar nicht schaffen würden.
00:16:51: Wenn jetzt alle die in irgendeiner Weise ein Ernährungsproblem hätten, die zu beraten?
00:16:58: Das wäre echt heftig!
00:17:00: Ich habe mir eigentlich noch einen Punkt.
00:17:03: Wir hatten mal uns.
00:17:05: also Es gibt ein Ernährungskonzept.
00:17:08: Ich weiß ja, da wird viel getan so wenn es um die Ausbildung geht und wie du schon erwähnt hattest auch, dass das quasi akademisiert werden soll.
00:17:20: Und ich bin der Meinung letztes Jahr wurde auch in der Küche hier was geändert.
00:17:24: Da wurde dann...ich sehe es ja an dem was wir auf Station kriegen.
00:17:28: also es wurde schon so ein bisschen etwas geändert.
00:17:32: Wenn du sagst, ja die kriegen hier in generell auch vielleicht zu wenig Kilo Kalorien allgemein.
00:17:38: Dann frage ich mich immer da muss es ja eigentlich nur Grundversorgung geben?
00:17:40: Was wäre denn die Grundversorgen, die wir leisten oder die die eine Klinik leisten müsste für Patienten und leisten wir die auch hier an der Klinique?
00:17:49: Also es gibt ja da ganz klar vorgegebene Konzepte und die Vollkost- und die Leichtevollkost sollten immer im Wochenschnitt zweitausend Kalorieren pro Tag haben.
00:18:01: Und dann gibt's Tage, da gibts mal vielleicht nur tausend achthundert und dann gibt es am nächsten Tag ein bisschen mehr.
00:18:06: aber das ist ja jedes Essen ist komplett ausgerechnet und die Nährstoffrelation ist so wie es eben vorgegeben ist.
00:18:16: Das ist schon so Aber
00:18:17: man erkennt fast nicht auf dem Tablet manchmal obwohl das hat sich was verändert.
00:18:20: bei der passierten Kost Sieht recht dekorativ aus, ne?
00:18:23: Die habe ich schon
00:18:24: lange nicht mehr gesehen, aber ich finde die Improktion teilweise auch ein bisschen klein wenn So ein Mann als Bär sitzen hat und da kommt so eine kleinere Portion.
00:18:34: Früher konnte man mal große bestellen, das weiß ich doppelte
00:18:38: Ja.
00:18:38: aber man muss ja sagen eigentlich sind die Krankenhausaufenthalte ja immer kürzer.
00:18:45: Das ist mein Beispiel.
00:18:47: wenn jetzt ein Patient irgendwie ein neues Kniegelenk bekommt der hat natürlich keine sehr großen Ernährungsprobleme Die sind zwei Tage da, der wird das gut verkraften.
00:19:02: Es wäre schön, wenn wir so eine sehr flexible Kostform hätten, wo wir speziell für die Patienten was auswählen könnten.
00:19:12: So ne onkologische ... Ja, Kost-Form sowas in der Richtung.
00:19:17: Wir haben
00:19:18: keinen Traum, dass die Küche wieder offen ist?
00:19:21: Wir haben ja keine Herde.
00:19:23: Das ist die Mehrzahl.
00:19:24: Die Herde mehr.
00:19:25: Das ist Mehrzahl, oder?
00:19:29: Ja.
00:19:34: Das wir selber... Also ja jetzt kommt man mit dem Zeitfaktor aber dass wir selber kochen und ich würde an Weihnachten oder so gerne Kuchen und Plätzchen backen für die Patienten.
00:19:44: Das wäre mein Traum!
00:19:45: Ich fände es toll.
00:19:46: Hast du mal versucht ein Mixer zu organisieren?
00:19:49: ne also so.
00:19:50: nee er könnte damit.
00:19:52: Also dann haut man halt die Frisorbilen, die ist Natur mit ein paar Tiefkühlfrüchten rein und verteilt das oder so.
00:19:58: Das wäre schon so kleine Sachen.
00:20:01: Ah, Plätzchenbacke?
00:20:02: Ja!
00:20:03: Da bräuchten wir noch einen Ofen.
00:20:04: Ich könnte mal so einen hochkalorschen Kuchen backen.
00:20:07: Das wär doch gut.
00:20:09: Ja, gibt es ja auch ganz nette Rezepte mit den Trinknauen.
00:20:11: Kann man wie so Energy Balls machen?
00:20:14: Da braucht man jetzt ja nicht kochen für.
00:20:16: aber was mir dazu einfällt wegen fehlendem Mixer.
00:20:22: wir hatten lange Zeit immer das Protein Pulver also in Pulverform und dass ist eigentlich nur mit lauwarmem Wasser gut löslich.
00:20:32: Eigentlich eine Vollkatastrophe, überall war dieses Pulver.
00:20:36: Aber kein Mensch konnte das irgendwie anrühren und es ist ja wirklich echt schwierig!
00:20:41: Ja deswegen haben wir das ja umgesetzt dass wir ein flüssiges Eiweißprodukt haben.
00:20:48: Und so wie ich das jetzt gehört habe sind wir da die ersten in Deutschland die da einen hohen Verbrauch haben An diesem flüssigen Produkt.
00:20:58: und die Rückmeldungen sind eigentlich immer ganz gut, weil sie eben auch sonntengängig sind.
00:21:04: Man kann sie einfach in Wasser lösen und man kann sie in Naturjoghurt ganz gut reinmachen.
00:21:10: mit Buttermilch schmeckt es übrigens sehr gut.
00:21:13: Genau, das müsste man halt kommunizieren.
00:21:14: Braucht es nicht Bruder nehmen?
00:21:16: Jetzt muss ich diesen Becher da so runter hauen und dann sind wir wieder bei dem Schnellhau weg.
00:21:24: Ist nicht gut kommt direkt wieder unten raus.
00:21:27: aber eine macht sich jetzt auch mal ins Trinken rein und kann ihr das gut wegtrinken.
00:21:32: Aber
00:21:33: wäre das prinzipiell sinnvoll bei onkologischen Patienten die Schemo oder Beschreibungstherapie vor sich haben, da prophylaktisch schon mit anzufangen.
00:21:44: Oder wird zuerst sagen man muss im Verlauf gucken ob er das Produkt benötigt?
00:21:49: Ich weiß gar nicht ob wir den Namen hier sagen dürfen weil wir wissen ja alle von was wir reden.
00:21:52: aber nee dürfen wir nicht.
00:21:55: also das Produkt
00:21:56: Ich würde einfach hoch kalorische Drinks jetzt
00:21:59: sagen.
00:22:01: Also die Leitlinien empfehlen eigentlich schon zu Beginn einer Therapie, aber es gibt natürlich da ja auch gewisse Tumoentitäten, die einen deutlich erhöhtes Mangel-Energungsrisiko haben.
00:22:14: gerade Magen, Sofagus, die Lungenkartsynome sind ja schon alle ziemlich fertig wenn überhaupt sich hier vorstellen.
00:22:23: Und da sollte man in jedem Fall auch schon direkt zur Beginn der Ernährungsberatung machen und das ist auch teilweise so vorgeschrieben,
00:22:32: was davor geschrieben?
00:22:33: Dass bei Diagnose Stellung schon eine Ernährung Beratung stattfinden sollte
00:22:37: funktioniert das
00:22:39: Ja,
00:22:39: Magdalena ist da eigentlich so oder?
00:22:42: Ich dachte immer das wäre auch so den Hauptfokus fachlich.
00:22:45: Da bist du oft oder?
00:22:46: Also
00:22:47: da
00:22:48: bin ich in der Sprechstunde tatsächlich in der Magen-Sophagus.
00:22:52: Sprechtunde bin ich schon auch immer auf Abruf da weil das eben die Hochrisikogruppe ist.
00:22:57: Wir hatten auch lange Zeit ein Projekt mit der Radio-Onkologie, wo wir eben auch die Hochrisikogruppen bei Beginn der Bestrahlung beraten haben.
00:23:06: Und das hat sich so gut durchgesetzt, dass das beibehalten wurde und da werden wir immer gerufen zu den Lungenkarzinomen, Sofaguskarcinomen und so Kopfhalstumoren.
00:23:18: Das macht natürlich total Sinn.
00:23:21: Es ist halt so, dass die Patienten da am Anfang ... Ja, nicht alle schon Probleme haben.
00:23:27: Aber im Verlauf entwickeln die ja alle Probleme und da ist es schon sinnvoll dass sie uns zumindest einmal kennengelernt haben und wir haben dann schon mal so Broschüren bei.
00:23:38: das ist zumindest schon mal ein Anfang.
00:23:43: Das haben wir auch oft schon immer das ein oder andere mal erwähnt, dass es immer wichtig ist die Patienten kommen und dann kriegen sie erstmal ganz viel Wapwapwapp.
00:23:50: So eine Information.
00:23:51: aber das ist super wichtig weil dann genau man sieht sich am Anfang und man nimmt vielleicht nur die Hälfte auf aber dann das nächste Mal wenn ihr die dann wieder treffen würdet wäre es dann Halt schon mal so ein bisschen sowas vertraut es auch.
00:24:02: Und ja, dann öffnen Sie sich da vielleicht auch, dass sie Probleme haben oder sich da schwer tun mit dem einen oder anderen.
00:24:07: Der
00:24:08: Kontakt zumindest schon mal hergestellt noch?
00:24:10: Also
00:24:10: ist für uns eigentlich nicht weil natürlich das dann auch in der Masse der Patienten immer ein bisschen schneller geht wenn man sich schon kennt.
00:24:18: Man weiß wo könnten die Baustellen sein und was eben auch immer noch ganz wichtig ist Viele Patienten verschweigen ja auch, was sie alles noch so neben der Therapie machen.
00:24:32: Du lachst?
00:24:33: Ja.
00:24:35: Kennen wir glaube ich auch alle.
00:24:36: Was meint ihr jetzt?
00:24:40: Und da braucht man schon eine Vertrauensbasis und ich glaube das wird halt oft bei Ärzten verschwiegen und ich erlebe es dann dass manchmal erst gegen Ende des Gesprächs einige Dinge Aufkommen, Fragen wo ich dann merke.
00:24:54: Ah jetzt geht es langsam in die Richtung.
00:24:57: Es gibt ja ganz crude Dinge irgendwelche Heilpilze Wie ist das mit dem Kuckuma?
00:25:05: oder Gibt's also ein ganz tolles Produkt was immer in den öffentlich-rechtlichen beworben wird Was ungefähr jeder nimmt irgendwelchen Vitamin Lösungen was ja alles Erst mal gut klingt, aber auch sehr gefährlich sein kann.
00:25:22: Und das ist halt ja das Schlimme, dass die Patienten so viel lesen und so viele Informationen bekommen... ...und man da wirklich auch viel falsch machen kann.
00:25:31: Das ist sie nicht bewusst!
00:25:32: Und dadurch trauen Sie sich vielleicht auch nicht, das zu sagen?
00:25:36: Deswegen ist es ein ganz wichtiger Punkt, da Vertrauen aufzubauen und herauszufinden was wird noch parallel gemacht und aufzuklären.
00:25:46: Das stimmt, jetzt ist das Doktor Internet ist das, internet-doktormäßig.
00:25:52: Wenn sie sich selbst
00:25:52: empfiehren ... Ich
00:25:53: meine wenn man so hört mir begegnet es auch ständig wenn neue Patienten kommen und dann Supplements hier, Supplements da.
00:25:59: also dass es auch ein ganz schlimmer Hype geworden würde.
00:26:03: ich fast schon sagen ja aber ich glaube das wird noch mal eine extra Folge.
00:26:08: das ist glaube ich auch sehr breit gefächert.
00:26:10: dieses Thema
00:26:12: genau.
00:26:13: Ja Magdalena ich würd' sagen Es sei denn, du möchtest gerne hier noch was erzählen.
00:26:19: Aber so als erste Folge zu dem Thema fände ich das jetzt erst mal schön von dir zu hören, was die allgemeinen Aufgaben sind und was dann auch manchmal schwierig und knifflig ist.
00:26:32: Und da leistet ihr zu zweit mit vielleicht für diese Riesenklinik wirklich eine ganz tolle Arbeit.
00:26:40: Damit sind wir am Ende unserer heutigen Folge angelangt!
00:26:44: Und ganz herzliches Dankeschön nochmal an dich, Magdalena für die wertvollen Einblicke.
00:26:49: Was haben wir gelernt ist halt auch das Ernährung weit mehr als nur Kalorienzählen und es ist ein Stück Lebensqualität und Selbstbestimmtheit in eine herausfordernden Zeit.
00:27:01: Wenn Sie tiefer eintauchen möchten dann haben wir noch die einen oder anderen Begriffe, die heute genannt wurden sind in den Show Notes vermerkt.
00:27:11: Tschö mit Ö würde ich sagen!
00:27:12: Tschüss!
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