#2 Diagnose Krebs: Wenn die Welt Kopf steht

Shownotes

Eine Diagnose ein Schock. „Krebs“ dieses Wort verändert alles. In unserer zweiten Folge sprechen wir darüber, wie eine Diagnose das Leben auf den Kopf stellt, aber auch wie wir in mitten der Angst neue Stärke finden können. Wir sprechen darüber, was dieser Ausnahmezustand für Patient:innen und Angehörige bedeutet und wie wir Euch in der onkologischen Fachpflege dabei begleiten.

Eure Meenzer Onkoschwestern❤

Ihr habt Fragen oder wollt uns einfach nur eine Nachricht schreiben? Wir freuen uns auf Eure Nachrichten: OnkoPodcast@unimedizin-mainz.de

Ein Podcast der Unimedizin Mainz. Postproduktion und Musik: Jan Springer

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Transkript anzeigen

00:00:12: Hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast.

00:00:28: Hi,

00:00:28: ich bin Tatjana!

00:00:32: Ich kann es selbst nicht ganz glauben was mir passiert ist und was sich die letzten Jahre erleben musste.

00:00:39: eigentlich habe ich ein vollkommen erfülltes Leben.

00:00:42: Ich habe einen festen Job und liebe meine Freiheiten, die ich bis dahin genießen durfte.

00:00:47: Ich bin ein ziemlich offener und geselliger Mensch der umgeben ist von tollen Freunden.

00:00:53: Genau wie bei jedem anderen gibt es bei mir auch ab und zu mal ein bisschen Stress – doch schien es mir in diesem Fall minimal zu sein, bis sich an einem Tag merkte, dass mit mir etwas nicht stimmt.

00:01:05: Eine Diagnose?

00:01:06: Ein Schock!

00:01:08: Krebs

00:01:08: dieses Wort verändert alles.

00:01:10: Heute wollen wir mit euch darüber sprechen, wie eine Diagnose das Leben auf den Kopf stellt.

00:01:15: Aber auch, wie inmitten der Angst neue Stärke finden können?

00:01:21: Herzlich willkommen und Tatjana, das ist ein Thema, das geht nahe auf jeden Fall.

00:01:26: Ich kenne die Dame, die das geschrieben hat persönlich Und ich war vor einer halben Jahr bei mir in der Strahltherapie Alleine, wie sie zu dieser Diagnosis kamen, war ein langer Weg.

00:01:39: beschreibt sie eigentlich sehr gut, was das in dem Moment mit ihr macht und was auch in denjenigen vorgehen kann.

00:01:47: Das ist ja unterschiedlich.

00:01:49: Meistens reden die Patienten davon, dass sie quasi den Boden und den Füßen weggezogen bekommen?

00:01:55: Ja, das ist so der ... Die klassische Aussage!

00:01:58: Also die ersten Wochen sind oft geprägt von Verwirrung, Angst.

00:02:02: Manchmal aber auch einfach seltsamer Abwehrhaltung.

00:02:06: hat Zweiflung.

00:02:08: also ich glaube Jeder von uns erlebt da ein breites Spektrum auf Station.

00:02:13: Das kann schallendes Lachen sein, genauso wie der Zusammenbruch auf dem Flur?

00:02:18: Ja es ist oft so wellenartig und wenn du das Lachen ansprichst dass es oft... Da gibt's tatsächlich Leute die unangemessen dann lachen oder so einen Hang haben dazu vieles dann lächerlich zu machen.

00:02:34: quasi ein Zeichen dafür, dass sie über dieses Lachenpositives sozusagen Endorphine tanken.

00:02:41: Weil natürlich durch die Diagnose ein Trauma verursacht wird.

00:02:46: Es ist stärker ausgeprägt bei dem einen und beim anderen nicht.

00:02:50: Das kommt auch mal so ein bisschen drauf an wie ... Ist nur die Resilienz bei den einem oder anderen?

00:02:56: Ja das

00:02:56: ist auch ganz klar eine Schutzmauer.

00:02:58: viele wissen gar nicht, wie Sie reagieren sollen.

00:03:01: in dem Moment.

00:03:02: also wie Ihnen geschieht auch das.

00:03:04: Ich wusste nicht, wie mir geschah in dem Moment.

00:03:08: Ja deswegen... Also jede Reaktion ist völlig in Ordnung.

00:03:11: man muss die so ein bisschen einsortieren können auch von den Angehörigen.

00:03:16: also wir sprechen heute nicht nur über die Patienten.

00:03:19: natürlich sind die in erster Linie für uns die Hauptperson aber wir begleiten natürlich auch angehörige Freunde Familie.

00:03:28: alle die zu dem Patient gehören gehören auch zu uns.

00:03:34: Ja klar, weil die bilden natürlich auch als begleitende Person oder auch mit Betroffene eine wichtige ja ein wichtiges Auffangnetz und diese ganzen Gedanken.

00:03:49: Es ist eigentlich

00:03:49: das Netz des Patienten.

00:03:52: Das verstrickt sich so und ergibt dann im gesamten Netz

00:03:57: genau Da irgendwie auch die Unterstützung anzubieten oder auch da helfen, dieses Gedankenkaruzell zu sortieren.

00:04:08: Das sind dann Fragen wie können wir dieses Jahr noch in den Urlaub fahren?

00:04:15: Wie sieht es aus mit meinem Job und wann kann ich weiterarbeiten?

00:04:19: Wird's danach überhaupt noch möglich sein?

00:04:22: Was ist mit den Kindern?

00:04:23: was mit der Kinderplanung?

00:04:25: also immer wieder ein Thema Also alles.

00:04:29: Auch da ist es wieder individuell, natürlich wie das Setting von jedem Patient ist und das umfällt.

00:04:37: Da muss man einfach auch so ein bisschen schauen was da jetzt alles mit einspielt und das auffangen.

00:04:43: also ich sag meinen Patienten immer schreiben sie sich das einfach auf nach dem Erstgespräch wenn da noch Fragen sind weil oft sind die ja auch so geschockt dass das wie so eine Wand im Kopf ist Ich versuch's mal irgendwie so bildlich darzustellen.

00:05:00: Und man gar nicht so genau weiß, was soll ich jetzt fragen?

00:05:03: Was kommt auf mich zu?

00:05:04: und dann ist es vielleicht auch nochmal gut zum kleinen Tipp wenn sie Zuhause entlegen sich irgendwo ein Zettel und einen Stift hin Wenn ihnen etwas einfällt einfach immer alles aufschreiben beim nächsten Mal mitbringen und dann gucken wir welche Anlaufstelle gebraucht wird und vermitteln da

00:05:22: Auf jeden Fall die Wand, die wird oft so dargestellt als ob ich vor eine Wand fahre.

00:05:27: Als ob ich mit dem ICE mit zweieinhalb Sachen durch den Tunnel fahree.

00:05:32: Man bekommt vieles nur am Vorbeigehen mit auch also ... Die ganzen Aufklärungsgespräche.

00:05:39: man muss sich vorstellen.

00:05:41: Die Patienten entweder früher oder später, wer spüren man jetzt schon vorher?

00:05:46: Viele haben ja gar nichts mit der Institution Krankenhaus oder jemals zu tun gehabt.

00:05:50: für diese alleine dieses Dieser Schritt ins Krankenhaus auch eine Riesenüberwindung.

00:05:55: Für uns ist es ja alltäglich, aber wir kennen stimmt auch viele Situationen wo wir sag ich mal eben nicht in so einem alltäglichen Setting sind.

00:06:05: und wenn das dann auch noch um die Thematik geht dass der Krebs ja nunmal auch ja nicht.

00:06:12: also er hat tendenziell ja heutzutage gute Chancen auch geheil zu werden.

00:06:17: Aber erstmal ist es natürlich eine Diagnose, die einen aus dem Leben reißt.

00:06:23: Und da sortieren wir natürlich viel vor.

00:06:26: Ich sag mal so wenn ich mit den Patienten komme das erste Mal auf Station dann ist es manchmal gar nicht der Patient selber sondern ja dann ist das auch die trafene Ehe Frau oder in dem Fall war sie Frau, die voller Angst war und dass auch so in ihrer Äußerung also egal was es war hat sie mich gefühlt immer angeschrien.

00:06:47: Und das war natürlich nicht, weil sie mich anschreien wollte oder sauer war, sondern für sie war es einfach ... Ja, die hatte nur Angst.

00:06:55: Nur aber die war so überwältigend, dass man das in all ihrem Verhalten gemerkt hat.

00:07:01: und für den Ehemann als Betroffene der irgendwie auch ganz klar war, ich mach jetzt hier meine Therapie.

00:07:08: Es wirkte halt eher belastend.

00:07:11: Da bin ich dann auch ... Die Ehefrau

00:07:13: auf den Mann meinst du, mit

00:07:14: der

00:07:15: starken Angst.

00:07:16: Ja genau und da bin ich eher so gesagt okay sie dürfen und sie können jetzt nach Hause wir kümmern uns.

00:07:25: Vielleicht war das auch noch mal gut dass du ihr die Struktur vorgegeben hast.

00:07:29: er ist hier erstmal in Sicherheit an Anführungszeichen bekommt hier Hilfe.

00:07:35: Wir kümmern uns und sie gehen jetzt nachhause und kümern sich erst einmal um sich an und sie durch dringen sie ein Tee.

00:07:40: Wir

00:07:41: haben auch natürlich Raum für den Patienten zu schaffen, wie du schon sagtest vorhin.

00:07:45: Eigentlich sollte das ja unser Fokuspunkt sein aber man kann es gar nicht klar trennen.

00:07:52: Jede Situation ist da wirklich unterschiedlich.

00:07:54: also ich glaube wir haben da alle schon die verschiedensten Situationen erlebt.

00:07:58: ob jetzt der Patient eskaliert ist jetzt auch ein falsches Wort Angst hat oder ob der jetzt schallend lacht, oder ob's umgekehrt ist.

00:08:08: Manchmal ist es auch die Tochter, die voller Angst ist und irgendwie schon mit einem Fragenkatalog zum Erstgespräch kommt, die dann dreißig Fragen aufgeschrieben hat.

00:08:19: Und man denkt irgendwie ... Es hört gar nicht mehr auf mit den Fragen?

00:08:24: Ja da muss man immer so ein bisschen gucken und auch da wieder die Patienten vor allem und auch die Angehörigen abholen.

00:08:31: Ja absolut!

00:08:34: Ja, wie ist es denn dann wenn die Patienten auf Station kommen und mir in unseren Pflegevisiten?

00:08:40: Gerade auch die Patienten, die das erste Mal kommen so Aufnehmen auf Station.

00:08:45: Wie würdest du dann feststellen oder im Verlauf der Aufnahme was ist der Bedarf bei dem Betroffenen?

00:08:53: wo können wir diesen Ja diesen Schock oder irgendwo auch diese Diagnose, dass derjenige sich auch voll auf die Therapie einlassen kann begleiten.

00:09:05: Na ja, man kann natürlich in erster Linie ganz einfach und direkt fragen wie es ihm damit geht?

00:09:11: Also

00:09:12: ob dann die Antwort kommt das weiß man nicht, die einen sind da eher so ein bisschen verhalten.

00:09:17: also ich habe Patienten sind schon seit Monaten in Chemotherapie bei unserer Station, die sprechen gar nicht über ihre Erkrankung.

00:09:24: Also es wird eher immer so ein bisschen ins Lustige gezogen und da wird dann übers Ferienhaus gesprochen oder was die Frau gekocht hat aber über die Erkankungen selbst möchte der Patient nicht sprechen.

00:09:37: das ist natürlich auch in Ordnung.

00:09:40: Und dann gibt's natürlich die Patienten, die enorm viel Bedarf haben, die alles wissen wollen fünfmal am Tag fragen, was auch okay ist.

00:09:51: Ich meine da muss man dem Patient halt ein bisschen Sicherheit geben indem er sich da die Zeit dafür nimmt das aber auch wiederum ein bisschen begrenzt und sagt so jetzt habe ich dreißig Minuten für sie Zeit und dann setze ich mich ans Bett und dann können wir alle ihre Fragen klären Auch direkt fragen ob Angst da ist Ob es was Bestimmtes gibt was Angst macht.

00:10:12: bei dem einen ist es die Chemotherapie Bei dem anderen ist es vielleicht erzähle ich es meinen Kindern, dass sich Krebs habe oder wird's verschwiegen und wir machen als wäre nix.

00:10:23: Also auch das geht wieder in ganz unterschiedliche Richtungen.

00:10:27: Ich glaube, das ist auch in allen Fachbereichen so komplett unterschiedlich.

00:10:31: Ich hatte letztens einen jüngeren Patient mit einer Krebsdiagnose, der hat seinem Tumor im Namen gegeben.

00:10:39: Der heißt Harrybert Und ja, dem Herr Rebert wurde der Kampf angesagt und es wurde mir auch gleich mitgeteilt.

00:10:48: Dass ich da mitziehen muss und das ist für mich auch völlig okay.

00:10:51: Da habe ich mich nach den Patienten gerichtet.

00:10:53: wir haben zusammen einen Schlachtplan entwickelt wie wir Herr Reberth bekämpfen mit Humor also es war ihm ganz wichtig dass das mit Humour passiert und nicht so eine Ernsthaftigkeit.

00:11:04: Wir haben dann Bilder ausgedruckt und lustige Sprüche geschrieben, haben auf die Chemo-Beutel quasi diese Bilder geklebt.

00:11:14: Und damit Harry Bert in Kampf angesagt war jetzt auch mal noch eine ganz neue Art für mich irgendwie, Chemotherapie zu begleiten aber definitiv auch gut.

00:11:26: Ja ja, diese Ernsthaftigkeit darf man dann plötzlich so loslassen ne?

00:11:30: Das ist ja oft ... Wie ich schon sagte, vorhin Krebs gleich tot.

00:11:34: Aber

00:11:36: derjenige

00:11:36: Münster so für sich um und gibt den ganzen so ein Gesicht... Und Heribert ist ja eigentlich so eine Name, wo ich jetzt nicht unbedingt... Hört sich

00:11:45: eher lustig und gesellig

00:11:46: an!

00:11:46: Ja genau, spannend auf jeden Fall und es macht die Arbeit auch so.

00:11:51: Aber du hast mir doch letztens auch erzählt vom Patient, der immer in Trainingsanzug an hat.

00:11:57: Die Geschichte ist mir auch im Kopf geblieben.

00:11:59: Das

00:12:00: muss ich unbedingt erzählen!

00:12:01: Ich erzähle eigentlich so gerne von ihm... Also gerade weil es jetzt passiert uns ja immer wieder aber jetzt, weil das ist auch noch nicht lange her und ich hoffe er meldet sich auch nochmal bei mir Das ist auch so eine Sache, wo ich immer gerne ... Wie geht's dann eigentlich aus?

00:12:14: Was ist denn nach der Therapie?

00:12:15: Aber klar.

00:12:16: Keiner geht dann gerne wieder in die Städte zurückwussten auch

00:12:20: nicht unbedingt.

00:12:21: Genau ja!

00:12:22: Der hat immer zu Beginn, wenn er stationär kam für sein Chemozyklus hatte der einen bestimmten Trainingsanzug an und zwar so ein ganz besonderer.

00:12:30: das ist mir direkt aufgefallen.

00:12:31: Er hatte so ne Champagnerfarben von dem ganz speziellen Hersteller und es sah auch richtig cool aus immer nur angezogen, wenn er auf Station kam.

00:12:42: Auch nicht zu Hause.

00:12:44: wo er jetzt fertig ist mit der Therapie habe ich ihn dann auch gefragt was er denn damit macht und er meinte also er wird den sich jetzt er würde ihn nicht wegschmeißen.

00:12:50: aber ja für den wir halten auf jeden Fall.

00:12:53: Wie Natascha mir das erzählt hat hab ich das direkt bildlich vor mir gesehen wie der Patient in seinem Champagnerfarbenen im Trainingsanzug da die Therapie macht.

00:13:02: Das war für mich direkt so erzieht sein Kampfanzug an sagt dem Krebs den Kampf an.

00:13:09: Also fand ich auch total, es ist mir so hängen geblieben.

00:13:11: Ein Stückchen Arbeit hat er sich immer mitgenommen.

00:13:14: Ja, Schwester Natascha heute ... Vielleicht haben sie ja Lust dazu zu kommen?

00:13:18: Da hatte er sich mit seinen Arbeitskollegen auf dem Geofix getroffen übernimmt und meinte auch nicht schon okay!

00:13:23: Aber eigentlich war das auch jemand der uns als Onkelfahrkräfte dann gerne in sein Boot holt.

00:13:32: Und also wirklich ganz eng was du meintest... So betreut.

00:13:35: wenn

00:13:36: das ist ganz oft so dass wir

00:13:37: da eigentlich

00:13:38: plötzlich dazugehören.

00:13:40: also wie du sagst

00:13:41: ich genau

00:13:41: bin da grad voll dabei.

00:13:44: Auch ganz oft, dass grade die jüngeren Patienten, die telefonieren ja ganz oft Video mit der Familie.

00:13:49: Mit der Freundin, mit dem Partner und dann kommt man so ins Zimmer weil halt grad irgendwas an der Chemo piepst und dann wird immer das Handy so geschwenkt.

00:13:58: ach das ist übrigens Schwester Tatiana, du getreut mich hier Und dann ist mal immer schon, winkt mal schon, schwingt ja auch gerade ganz freundlich

00:14:06: Der Winker

00:14:07: da auch immer schon gleich so integriert Total

00:14:10: total

00:14:11: Also auch mehr oder weniger bei dem ein oder anderen.

00:14:15: Ja, aber diese Machtlosigkeit um nochmal einen kurzen Schwenk darüber zu machen Diese machtlosigkeit ist natürlich nicht nur also ob es sehr schock ist Ob man aus den Wolken fällt die Wand vom Kopf da die Beschreibung gehen ja da auch ganz weit auseinander.

00:14:35: Die haben wir natürlich nicht nur bei der Diagnose Stellung oder bei Beginn der Therapie, die taucht ja immer wieder in der Mitte auf oder auch gegen Schluss.

00:14:45: Ja hatte ich jetzt auch gerade, wollt zu was sagen?

00:14:48: Nee ist gar nicht, okay erzähle ich noch.

00:14:50: Wir haben ja da beide glaube ich einen ganz guten Erfahrungsstand schon.

00:14:53: Da hat ich jetzt letztens auch nochmal eine Patientin, die war jetzt auch mehrere Monate bei uns im Behandlung Und das neigt sich jetzt im Ende zu.

00:15:01: Ich freu mich auch sehr für Sie, sie ist aber... Man hat gemerkt in einem völligen Angststrudel gefangen gewesen.

00:15:08: also hat es ja auch so geäußert als sie gemerkt hat dass sie jetzt quasi noch zwei Tage stationär bei uns ist und dann entlassen wird und auch fertig ist mit der Therapie.

00:15:18: und sie wusste jetzt irgendwie gar nicht wie geht das denn weiter?

00:15:21: Weil bei uns bekommen die natürlichen festen Rahmen mit Therapieplänen, mit dem Tagesablauf.

00:15:29: Der ist ja grundsätzlich schon strukturiert auf Station.

00:15:33: Frühstück Mittag Abendessen das ist ja alles fest kann man so sagen und die war völlig überfordert was denn jetzt passiert wo sie hin muss wenn sie Probleme hat wenn Sie Beschwerden hat an wen wendet sie sich?

00:15:48: Und auch da kann man sich natürlich wieder machtlos fühlen Und da vermitteln wir natürlich auch.

00:15:54: Auch gerade in unseren Pflegevisiten gehen wir da noch mal Anlaufstellen, versuchen einfach die Brücke zu bauen

00:16:05: zum Beispiel...

00:16:06: Danke, Herr Grazes-Wortgefühl!

00:16:10: Selbsthilfegruppe, die halt wohnungsnah ist, alles ist wichtig dass der Weg nicht so weit ist.

00:16:15: also Mainz ist ja jetzt umgeben von viel Land.

00:16:20: Ich als Berlinerin darf das sagen.

00:16:24: Und deswegen viele kommen halt von außerhalb, sag ich mal so ... dass die, wenn sie Kontaktgruppen haben möchten oder sich da auch schon welche rausgesucht haben, dass die in der Nähe sind, dass der Weg nicht soweit ist weil auch nach der Therapie auf die Kraft noch fehlt.

00:16:42: Ich sage mal diese Machtlosigkeit um das nochmal kurz aufzugreifen versuchen wir ja auch immer so ein bisschen abzudämpfen, indem wir ... Ja.

00:16:52: Ich je den oft auch den Patienten, den Patientinnen versuch sie ins Hier- und Jetzt zu holen.

00:16:58: also die Realität ist hier Und jetzt geht's ihnen gerade nicht gut.

00:17:05: Aber Sie brauchen auch nicht zu warten immer auf das nächste wo was passieren könnte.

00:17:11: Also in der Strahltherapie ist ja so dass sie wissen okay ungefähr In zwei Wochen Nach zwei Wochen Bestrahlung beginnen so die ersten Symptome.

00:17:19: Und das darf man aber nicht genau sehen, und viele hangeln sich in diese ... So die ersten zwei Wochen und gleich geht's los!

00:17:25: Die wahrlosen ab quasi

00:17:27: wie

00:17:27: in zwei Wochen noch dreimal schlafen und zweimal schrafen

00:17:30: und dann

00:17:31: geht es los.

00:17:31: Ja, genau, und das blockiert auch total.

00:17:36: Das betrifft halt auch zum ... Die Diagnose ist oft wenn die Therapie beginnt vielleicht vier bis sechs Wochen her Sag ich auch immer gut, jetzt ist die Diagnose schon so lange hier.

00:17:46: Jetzt geht es los!

00:17:47: Im Hier und Jetzt können sie handeln und sobald derjenige die jenige dann ins Handeln kommen kann.

00:17:52: also was kann nicht tun?

00:17:54: kann ich Angehörige motivieren, kann ich die Besuche strukturieren also terminieren.

00:17:59: Ich möchte und kann und darf auch Leuten sagen sie dürfen und sollen mich nicht besuchen.

00:18:03: wichtig ist dass sich alle daran halten und das hier natürlich diese Struktur wenn Sie die dann verlassen haben also dieses Behütete bei uns.

00:18:11: ja da gibt es viele Möglichkeiten die die Leute die Betroffenen dann auch an Unterstützung kriegen können.

00:18:18: zum Beispiel sag ich mal jetzt nochmal, um die stationäre Setting aufzugreifen ist.

00:18:23: Wenn so einem Psycho-Oncologen da können wir ja auch ganz schnell einen Konsil melden auch im stationären Setting empfehle ich jedem einmal auf jeden Fall und sollte oder ich wünsche es mir immer dass man darf das nicht so über über schwenken aber wir würden als

00:18:41: empfinden als Außenstehende Aber das möchte natürlich auch nicht jeder nein

00:18:45: Nein, aber ich wünsch es weil Und der nächste Schritt wäre dann zu sagen, die ist nix.

00:18:51: Aber ich glaube, dass viele dann vielleicht doch jemand außerhalb dieser ganzen Behandlergruppe und den Angehörigen haben, der für sie da ist und das natürlich professionell begleiten kann?

00:19:04: Ja

00:19:04: gerade die Psycho-Onkologen begleitet noch mal ganz speziell von Anfang an... Die sind einfach speziell ausgebildet, dafür wie Natascha sagt auch ich würde mir wünschen dass es jeder Patient in Anspruch nimmt.

00:19:17: Ja ist leider nicht so aber ja

00:19:22: genau dann natürlich für die Station.

00:19:27: was kann man machen um sich auch von dieser diese Anspannung zu lösen?

00:19:33: Das erste Mal wenn viele auf Station kommen gibt es viel die sind super vorbereitet.

00:19:37: Die haben ihr Tablet dabei, die haben das Buch dabei ihre Stricksachen und überlegen sich dann eigentlich schon immer fürs nächste mal.

00:19:45: okay also nächstes mal brauche ich aber noch meine Kuschelsocken, meine Bilder.

00:19:53: Der darf mich aber nicht besuchen kommen, das nervt mich.

00:19:56: Also es ist schon mal so ... Das wird dann mit jedem Besuch auch

00:19:59: besser?

00:19:59: Die sind einfach ein bisschen klarer strukturiert.

00:20:01: Genau oder der Partner-Partnerin bringt dann was zu essen mit und man bestellt sich etwas für Essen, sodass man halt auch auf Station selber

00:20:11: sich ... Ein bisschen heimisch einrichtet.

00:20:14: So ein Wohlfühlatmosphäre.

00:20:16: Du hattest irgendwie auch erzählt dass ich jemand auch ja dann so im Teelicht Also sich da auch wirklich so ein bisschen den Nachtisch so dekoriert hat.

00:20:25: Ja, wir hatten ja auch schon die verschiedensten Varianten also von Tischdecken bis eigene Bettwäsche.

00:20:31: Da ist alles dabei.

00:20:32: Es ist der Fantasie auch keine Grenzen gesetzt.

00:20:35: Alles mitbringen.

00:20:36: ich sage auch gerne wenn nicht die Leute im Vorgespräch schon sehe man soll sich wenn Kinder da sind Bilder mit bringen auch von der Familie sagst sie dürfen immer die ganze Wand zu kleben mit Bildern so dass es einfach Haltwegs angenehme Atmosphäre gibt es so weit's bei uns halt möglich ist.

00:20:55: Sag mal, das körperliche ... Die Erkrankung an sich wird behandelt auf Stationen oder ambulant?

00:21:03: Das ist aber dann auch noch mal damit.

00:21:05: diese innerlichen Knoten sag ich mal denen die Patienten mit sich tragen.

00:21:09: Ich beschreibe das als Knotens oder als ... Ja,

00:21:12: das kann man sich halt bildlich gut vorstellen.

00:21:15: So ein Druck auch

00:21:17: festgefahren

00:21:19: Genau.

00:21:19: Jemand, der dafür empfänglich ist, der kann natürlich auch über Hörspiele, Hörmeditationen beruhigende Musik ... Das kann man seinen Alltag gut mit einbauen und sich eine Struktur gibt.

00:21:34: Entweder macht man das so zum Mittag hin, wenn man merkt, da habe ich mal einen Mittagstief.

00:21:40: Bei uns wäre es nach der Bestrahlung

00:21:42: z.B.,

00:21:42: die meistens eher erschöpft oder müde.

00:21:45: Ich weiß, weil steht noch eine Chemotherapie an?

00:21:49: Dann mache ich mir so eine Hörspielmeditation an oder Musiklänge aus der Natur.

00:21:58: Der Aromaflege haben wir noch auf Stationen, relativ viele schon auf Station.

00:22:05: Da kann man auch mit Düften arbeiten die einen auch innerlich entspannen und das alles zusammen glaube ich bildet ne

00:22:17: gute

00:22:17: Basis.

00:22:19: von sich selber schon weiß, was einem gut tut.

00:22:21: Dann immer gerne das schon mitbringen ans Krankenhaus damit man da diese Basis hat.

00:22:28: und es gibt aber auch Patienten die wissen's eben nicht oder erfahren vielleicht Neues.

00:22:32: Da kommt ein Spiel.

00:22:33: Oder durch andere Genau und da testen wir auch gerne mit den Patienten, was denn jetzt guttut in dem Moment genau.

00:22:44: Da gibts ein breites Spektrum.

00:22:45: Da kommen wir bestimmt in anderen Folgen noch mal bisschen näher drauf.

00:22:49: Wichtig ist uns aber auch noch mal klar zu vermitteln, dass keiner alleines auf Stationen und keiner dieses Chaos der Gefühle und die ersten Schritte alleine gehen muss.

00:23:00: Es gibt überall Unterstützung für jeden passend, aber es ist auch völlig in Ordnung wenn man das nicht möchte.

00:23:08: Wenn man erstmal für sich sein möchte mit der Familie sein möchte.

00:23:12: Da kann man eigentlich auch absolut hat.

00:23:15: Jana ich denke dass auch wichtig ist für alle Freunde und Bekannten den Leuten, den Betroffenen Zeit zu geben.

00:23:24: Also die eigene Neugier da, die oft eine Rolle spielt wo Freunde oder vielleicht auch Kollegen nichts Böses hinterahnen aber das ist doch dann ein Schritt zu weit dem wirklich Zeit zu gehen und das auszuhalten Das wird oft von Betroffenenen noch mal so mir erzählt.

00:23:41: diejenigen, wo sie sagen ich brauche Zeit oder ich möchte darüber nicht reden.

00:23:45: Dann doch nicht so viel Zeit bekommen wie Sie eigentlich hätten wollen würden

00:23:49: ja oft wird er auch erwartet.

00:23:51: auch das kriegen wir glaube ich auf station mit dass Die Angehörigen dann so funktionieren sollen.

00:23:58: Die sind dann so die rundherum alles organisieren.

00:24:01: also manche machen das auch um sich abzulenken.

00:24:04: Das wird dann auch klar so kommuniziert dass sie das brauchen.

00:24:07: Es gibt aber auch viele, da ist es nicht so.

00:24:10: Und auch da gibt's natürlich nochmal Anlaufstellen für Angehörige von Betroffenen, wo man sich austauschen kann und auch noch mal Hilfe holen kann.

00:24:20: Also von uns halt der Appell lassen Sie sich begleiten und nehmen sie es an!

00:24:25: Wir sind an Ihrer Seite, wir sind nicht allein in diesem Moment.

00:24:30: Ist und fühlen sich viele alleine?

00:24:32: Aber ja wenn es dann losgeht, gibt es zum Glück hier bei uns in der Gegend viele Anlaufstellen, Aufstation aber auch außerhalb.

00:24:43: Ja die Diagnose Krebs reist die Welt aus den Angeln ist für viele auf jeden Fall ein Schock.

00:24:50: Ungewissheit vielleicht aber auch ein neuer Anfang.

00:24:54: das Leben nochmal neu zu sortieren wirft viele Fragen auf.

00:24:59: es kommt viele Ängste auf gibt's vielleicht aber noch neue Hoffnung Solidarität und Wege der Stärke die wir versuchen zu unterstützen, neu zu beleuchten, zu begleiten.

00:25:12: Hilfe weiterzuleiten vielleicht auch in Licht und der Dunkelheit zu reichen.

00:25:18: Ja

00:25:20: so ist es gerade überlegt

00:25:21: was jetzt noch passend wäre.

00:25:23: aber ja so dieses licht in der dunkelheit Ist auch wieder so bildlich gesprochen Aber finde ich passt jetzt auch ganz gut

00:25:32: Genau.

00:25:32: Also unsere, wenn Sie Fragen haben schreiben sie uns.

00:25:36: die E-Mail Adresse ist in den Show Notes angegeben.

00:25:39: für alle medizinischen Abkürzungen sind dort auch vermerkt.

00:25:43: ja Sie können uns gerne Fragen stellen.

00:25:45: wie gesagt schreiben sie uns an und wir würden uns dann auch zeitnah melden.

00:25:50: Okay, Tatjana.

00:25:51: Am Ende möchte ich noch was vortragen.

00:25:53: Das hast du jetzt erst gestern bekommen?

00:25:58: Genau!

00:25:58: Ich würde gerne kurz noch etwas dazu sagen.

00:26:01: Ja,

00:26:02: auf jeden Fall bevor es das dann zum Schluss ist.

00:26:04: Das

00:26:04: ist mir jetzt auch so ein Herzenswund.

00:26:06: Ich war da gestern sehr gerührt.

00:26:08: Wir haben aktuell einen Patient.

00:26:09: der ist also dichtet, gerne schreibt Lieder.

00:26:13: Der ist sehr kreativ, malt auch eher die Bilder... In der Situation in der er sich gerade befinde, das drückt er halt über die Bilder aus.

00:26:24: Ist auch ein Patient, der nicht übers eine Erkrankung sprechen möchte.

00:26:31: Genau und ich habe ihm berichtet dass wir einen Podcast machen und ihn gefragt ob er nicht los hat im Gedicht zu schreiben was diese Diagnose-Stellungen in ihm ausgelöst hat.

00:26:44: also unser heutiges Thema.

00:26:47: hat gesagt, er macht das für mich.

00:26:51: Hat es gemacht und ich bin ihm sehr dankbar dass er's gemacht hat.

00:26:56: Wir haben auch ein zwei Tränchen dann gestern zusammen verdrückt war sehr gerührt.

00:27:02: Er hat sich dann aber auch noch mal bei mir bedankt Dass ich ihn den Anstoß gegeben habe.

00:27:07: Das ist jetzt das erste Mal wahr, dass er überhaupt darüber gesprochen hat Beziehungsweise es verschriftlicht hat Und dass ihm das im nachhinein sehr gut getan hat.

00:27:18: Die Natascha wird das Gedicht vorlesen.

00:27:19: Ich bin da ein bisschen emotional, ich hab auch schon wieder ein bisschen Wasser in den Augen.

00:27:24: Deswegen sag' ich einfach mal bis zum nächsten Mal.

00:27:28: Bleiben Sie stark!

00:27:29: Holen sie sich Hilfe!

00:27:35: Krebs Du wolltest noch reisen Möglichst weit Dein Denken dein Leben nur Sorglosigkeit.

00:27:43: Dann der Termin beim Arzt zur Kontrolle.

00:27:45: wie jedes Jahr Auf dem Bildschirm ein Schatten Der bisher nie zu sehen war.

00:27:52: Sie müssen zum CT, am besten gleich morgen.

00:27:54: Und bitte machen sie sich keine Sorgen!

00:27:57: Du fühlst dich gesund und man schiebt dich ins Rohr.

00:28:01: Hier ihre Überweisung – Sie haben ein Tumor.

00:28:04: Kann ich noch gehen?

00:28:06: Ich denke nicht mehr klar….

00:28:07: Alles verschwimmt.

00:28:09: Nichts ist mehr wie es war.

00:28:11: War das mein Leben?

00:28:13: Was muss ich

00:28:14: ertragen?!

00:28:15: Wie lerne ich es dazu ja zu sagen?

00:28:19: Ich fühle mich kraftlos, will niemanden sehen.

00:28:22: Will jedem Gespräch aus dem Weg

00:28:25: gehen.".

00:28:26: Was hast du denn mein Liebster?

00:28:28: Sags mir genau!

00:28:29: Ach ein Tumor da unten wie meine Frau!

00:28:32: Kamille und Räuboschtee Du musst dich jetzt legen.

00:28:36: wir denken an Dich!

00:28:38: Du hast meinen Segen.

00:28:40: Dann die ersten Gespräche im Hospital.

00:28:43: Die Ärzte sind ehrlich.

00:28:44: Mir bleibt keine Wahl.

00:28:46: Es gibt einen Ausweg.

00:28:48: Ich kann wieder hoffen, über Tumorkrebs sprechen spreche ich jetzt offen.

00:28:54: Zwischen vielen Terminen ambulant, stationär denke ich an manches.

00:28:58: wie schön es doch wäre.

00:29:00: Endlich schon bin auch wieder wer die wärmende Hand meiner Liebsten und mir wird langsam klar das Schönste im Leben ist die Liebe zum Paten einnehmen und geben.

00:29:13: was wird wohl sein.

00:29:14: Was sich noch ertragen muss sei still.

00:29:18: Komm in meine Arme, du bekommst einen Kuss.

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