#14 Frauengesundheit

Shownotes

"Sie ist eine absolute Expertin auf ihrem Gebiet“ – so kündigen die Meenzer Onkoschwestern Prof. Dr. Annette Hasenburg an. Und das aus gutem Grund: Als Direktorin der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit an der Universitätsmedizin Mainz ist die Medizin für sie nicht nur ein Job, sondern eine echte Herzensangelegenheit. In dieser Folge nimmt sie uns mit in die Welt der gynäkologischen Onkologie. Ganz unkompliziert und auf Augenhöhe erklärt sie, worauf es bei der Krebsvorsorge ankommt und wie jede Frau selbst aktiv für die eigene Gesundheit sorgen kann.

Ihr habt Fragen oder wollt uns einfach nur eine Nachricht schreiben? Wir freuen uns auf Eure Nachrichten: OnkoPodcast@unimedizin-mainz.de

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Wir zeigen Euch, dass die besten Gespräche oft genau dort entstehen, wo man sie am wenigsten erwartet – nämlich direkt zwischen Portspülungen und Infusionsständern.

Lernt uns kennen. Onkologie. Echt. Fachlich. Und mit ganz viel Herz.

Eure Meenzer Onkoschwestern❤

Ein Podcast der Unimedizin Mainz. | Postproduktion und Musik: Jan Springer

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Transkript anzeigen

00:00:16:

00:00:17: Hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast!

00:00:26: Hi, ich bin Tatjana.

00:00:29: Wenn wir über Onkologie sprechen, dann sprechen wir oft in der Theorie über Diagnosen, über komplexe Therapien- und Leitlinien.

00:00:38: Doch jede und jeder von uns, die in der Pflege oder der Medizin arbeiten weiß – In der Realität geht es um so viel mehr.

00:00:48: Es geht um den Menschen!

00:00:50: Um den Menschen, der vor uns sitzt…es geht um Ängste, um Hoffnung, um das seitene Band des Vertrauens und diesen ganz besonderen Schutzraum, den wir nur gemeinsam im Team für unsere Patientinnen schaffen

00:01:04: können.".

00:01:05: Heute werfen wir einen Blick auf die gynikologische Onkologie, ein Bereich der Menschen in ihren verletzlichsten Momenten trifft.

00:01:13: Der aber auch voller Stärke, Mut und Lebenswillen steckt!

00:01:19: Und freuen uns riesig auf unseren heutigen Gast – sie ist eine absolute Expertin auf ihrem Gebiet und setzt sich täglich mit Herz für ihre Patientinnen ein.

00:01:29: Herzlich willkommen Frau Prof.

00:01:31: Hasenburg!

00:01:32: Schön dass Sie da sind!

00:01:33: Hallo, ich freue mich auch sehr hier heute bei Ihnen sein zu dürfen.

00:01:38: Hallo und herzlich willkommen an alle Zuhörerinnen und Zuhörer!

00:01:41: Ja wunderbar was ein Einstieg Frau Professor Dr.

00:01:44: Hasenburg.

00:01:46: dann möchten wir doch gleich mal erst einmal ran an die Geschichte um Sie und stellen sie sich vielleicht mal unseren Zuhören vor einmal?

00:01:53: Mein Name ist Annette Hasenberg.

00:01:55: Ich leite seit gut zehn Jahren die Klinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit in Mainz Und das mit voller Leidenschaft.

00:02:03: Ich bin ein Kind des Ruhrgebiet und habe dort auch meine Fahrradausbildung absolviert.

00:02:09: Danach wurde ich eingeladen zu einem Fellowship in den USA, das heißt, ich habe mich schwerpunktmäßig ausgebildet in den Bereichen der operativen Therapie für gynäkologische Tomore aber auch für die Systemtherapie Und bin von dort aus nach Freiburg.

00:02:25: In Freiburg war ich sechszehn Jahre als Leitende Oberärztin Und seit Jahrzehnten bin ich hier.

00:02:35: Wie Sie eben so schön gesagt haben, und das hat mir richtig gut gefallen ... es geht auch um Menschenvertrauen, um Herz.

00:02:42: Deshalb war mir sehr wichtig, dass ich nicht nur die körperliche Therapie sehe, sondern vor allem auch wie geht es den Patienten psychisch?

00:02:51: Und wie kann ich Ihnen helfen?

00:02:52: Deshalb habe ich nebenbei noch eine komplette Psychotherapieausbildung absolviert, weil's mir einfach ganz wichtig war auch in diesem Bereich gut aufgestellt zu sein.

00:03:02: Aber wenn ich mich vorstelle, möchte ich auch noch ein paar andere Sachen ergänzen.

00:03:05: Ich habe eine Tochterin, die selber auch Ärztin ist und das freut mich sehr, weil wir uns immer austauschen können.

00:03:11: Und persönlich ist es mir eben auch sehr wichtig ... Das ist mein Hauptthema.

00:03:16: Mein Lebensziel wäre, dass man mich überhaupt nicht mehr bräuchte.

00:03:19: Deshalb liegt mir die Prävention sehr nahe und das ist ein Thema, das ich zum Thema Frauengesundheit.

00:03:27: Die Mission unserer Klinik ist ja Frauenleben stärken.

00:03:30: Weiter nach vorne bringen möchte, um so viele Frauen wie möglich zu motivieren etwas selber für ihr Leben zu tun.

00:03:36: und von daher freue ich mich ganz riesig dass sich heute hier bei Ihnen sein kann und wir das Thema gynecologische Onkologie auf dem Schirm haben.

00:03:45: Ja wir freuen uns auch sehr da Sie bei uns sind.

00:03:48: dann lassen sie uns doch gerade mit dem Präventionsthema starten.

00:03:51: was können wir denn aktiv dafür tun?

00:03:54: Reventiv!

00:03:56: Es gibt ja die verschiedenen Lifestyle-Faktoren und wir wissen auch von der deutschen Krebsgesellschaft, dass wir gut vierzig Prozent aller Krebserkrankungen verhindern könnten.

00:04:07: Überlegen Sie sich mal was das für ein Elend ist?

00:04:10: Dass man dadurch verhindert könnte.

00:04:13: und auf der anderen Seite mittelich das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen, was wir verhinderen könnten an notwendiger Diagnostikoperationen

00:04:20: usw.,

00:04:21: um dort arbeiten zu können.

00:04:23: Und etwa zwanzig Prozent der Karzinome könnten wir mehr heilen, wenn wir alle Vorsorgemaßnahmen in Anspruch nehmen.

00:04:31: Das heißt es gibt zwei Punkte Prävention und Vorsorge.

00:04:34: Und zur Prävention gibt es die Dinge, die wir eigentlich alle wissen aber von denen ist ein Schwerfeld sie umzusetzen.

00:04:40: also angefangen von einem Normalgewicht pflanzenbasierte Ernährung Alkohol sag ich immer, es ist schwierig ganz drauf zu verzichten.

00:04:49: Aber für besondere Gelegenheiten aufzubewahren.

00:04:52: Nikotin is ein No-Go!

00:04:54: Ganz wichtig ist die Bewegung und die macht ja auch Spaß.

00:04:56: Und das heißt nicht dass ich Marathon laufen muss sondern es reicht wenn ich die Treppe nehme statt den Aufzug, da sich viele kleine Gewohnheiten habe, die man täglich jetzt Leben bereichern um mich einfach zu bewegen.

00:05:08: Dann kommt natürlich noch der Faktor Resilienz dazu ausreichend zu schlafen Und für uns Frauen ist auch das Stillen richtig präventiv in Richtung Brustkrebs.

00:05:17: Also ich glaube, wenn man diesen Blumenstrauß hat an Präventionsmaßnahmen dann könnten wir schon sehr viel für uns tun.

00:05:26: Sie sagen es ja also... Ich will jetzt nicht die meisten wissen das und dieses Wissen in die Praxis umzusetzen da trägt ja doch jeder so sein Päckchen mit sich.

00:05:38: Viele machen sich dann aber auch klein, also naja das bisschen was ich da so mache an Bewegung oder Ernährung.

00:05:44: Aber es sind doch diese kleinen kleinen Schritte und diese kleinen Bausteine die ineinander greifen, die viel für einen selber auch als Frau präventiv wirken.

00:05:56: ist das richtig?

00:05:56: Also dieser Blumstrauß der ist natürlich ja von der Intensität wahrscheinlich bei jedem anders gesetzt.

00:06:05: Ich kenne in Kombination die wenigsten, dass sie sagen ja ich weiß das auch die Bewegung und die Fleischarme Ernährungen da eine Rolle spielen.

00:06:14: Viele wissen es gibt einen Sonnenschutz oder halt die gönäkologische Untersuchung.

00:06:19: Wie transportieren Sie das?

00:06:20: Also in der Sprechstunde

00:06:23: Ja, das haben sie sehr gut zusammengefasst.

00:06:25: Das ist das Problem.

00:06:26: wir wüssten es eigentlich aber wie setzen wir das in den Alltag um und was setzen wir in den alltag um?

00:06:32: Und an dieser stelle möchte ich einfach nur mal sagen wir Frauen haben eine ganz wichtige Rolle denn wir haben eine Vorbildfunktion auch für unsere Kinder.

00:06:39: also wenn nicht zum Beispiel den Kindern zu spielen ein Teller hinstellen mit frischem Obst und frisch geschnittenem Gemüse dann ist ja am Ende des Tages weg.

00:06:48: genauso gut könnte ich Gummibärchen und Kekse hinstellt.

00:06:50: Aber was stellen wir wirklich hin?

00:06:52: Das sind die vielen kleinen Schritte, die es letztendlich machen und das braucht gar nicht so viel.

00:06:57: Und für mich ist es einfach wichtig dass wir Gewohnheiten haben.

00:07:01: also wenn ich gar nicht mehr überlege Ich laufe die Treppe.

00:07:03: bei mir in der Klinik ist Aufzug verboten Es sei denn man kann nicht anders.

00:07:06: ja also mein Team guckt schon immer ob ich gucken.

00:07:09: Also auf Zug gibt es nicht.

00:07:11: alle laufen die treppe oder auch mit einer pflanzenbasierten kost.

00:07:16: Das heißt nicht da sich nie mehr Fleisch esse.

00:07:19: ich selber lebe sagen wir mal das Pareto Prinzip Achtzig Prozent sollte es meinen Vorstellungen entsprechen und zwanzig Prozent ist der Lebensgenuss.

00:07:28: Das heißt, ich esse auch mal Fleisch ein bisschen flexitarisch, insbesondere gerne wild oder mein, wie soll man sagen?

00:07:35: Mein guilty pleasure is ice!

00:07:39: Von daher gibt es viele Dinge, die ich auch tue.

00:07:41: Die nicht wirklich gesund sind aber ich versuche schon die grobe Linie einzuhalten.

00:07:45: also ich mache fast jeden Tag Sport bin großer Fan vom Intervallfasten auch vom Eis baden also so kälte Snacks wenn man das mag.

00:07:53: Es gibt ja viele kleine...

00:07:55: Aber genau so unterschiedlich ist man!

00:07:57: Richtig Schmerzen bei kalten Wasser.

00:08:00: Es gibt

00:08:00: viele Kleinigkeiten und ich glaube, wir müssen sie einfach wie Gewohnheiten einbauen.

00:08:04: Genauso muss beispielsweise körperliche Bewegung der Besuch im Fitnessstudio oder das Joggen in unserem Kalender stehen.

00:08:10: Wenn es da nicht steht dann wird das immer überrannt durch Dinge die wichtiger sind.

00:08:14: aber das ist das Wichtigste!

00:08:16: Und wenn ich mir etwas vornehme, dann sollte man es innerhalb der nächsten seventy zwei Stunden umsetzen weil ansonsten tun wir es nicht.

00:08:24: Das zeigt die Erfahrung.

00:08:25: ja.

00:08:25: und um all das zusammen zu fassen vielleicht darf ich dafür hier schon Werbung machen.

00:08:31: Zum Genonktag im September und dann eben auch zum Pink Oktober für Brustkrebs Awareness wird es von mir eine Broschüre geben, wo ich all diese kleinen Schritte aufhöre die man in den Alltag einbauen kann um präventiver zu leben.

00:08:48: Ich meine man merkt es ja auch, ob das jetzt die Krankenkasse ist oder auf Social Media.

00:08:53: Das wird ja immer präsenter auch das Thema.

00:08:56: Ich finde das auch beeindruckend.

00:08:58: Vierzig Prozent!

00:08:59: Das ist schon eine hohe Zahl.

00:09:02: Es hat mich gerade so ein bisschen geschockt.

00:09:04: Vierzig Prozent ist wirklich schon viel.

00:09:06: und überlegen Sie mal vierzig Prozent.

00:09:08: Das ist einfach ne Prozentzahl.

00:09:10: aber da sind Mütter Das sind Schwestern, das sind Freundinnen.

00:09:13: Das sind Partnerin, die wir verlieren.

00:09:16: Überlegen Sie sich das mal und wir könnten das

00:09:17: verhindern.".

00:09:19: Und das treibt mich so um!

00:09:20: Wie bringt man das an die Menschen?

00:09:21: Ich brauche diese Lifestyle-Faktoren gar nicht aufzuzählen weil jeder sagt, Kenni schon.

00:09:25: Brauch ich auch nicht über die sozialen Medien zu posten.

00:09:28: Mein Problem ist wie kann ich das so in den Alltag integrieren?

00:09:31: dass es einfach selbstverständlich ist.

00:09:33: Ich koche frisch, ich versuche Plastik zu vermeiden Ich kümmere mich um die Bewegung meiner Kinder, ich melde sie im Fitnessstudio an und vor allem.

00:09:44: Es muss Begeisterung sein.

00:09:46: Ich muss heute schon wieder Sport machen, sondern ich gehe nach dem Abendessen spazieren.

00:09:50: Wir wissen zum Beispiel auch wenn es um die gönäkologische Onkologie geht allein drei Stunden spazierend gehen das heißt nicht Marathon laufen.

00:09:58: Also jeden Abend nach einem Abendessen eine halbe Stunde reduziert das Wiederauftreten des Brustkrebses um sieben und zwanzig Prozent.

00:10:05: Welche Therapie macht das?

00:10:07: Das ist doch Wahnsinn!

00:10:08: Da sind

00:10:08: ja riesen Zahlen!

00:10:09: Riesenzahlen!

00:10:11: Und da

00:10:11: ist etwas was mich umtreibt Da müssen wir die Frauen hinbringen.

00:10:15: Deshalb bin ich froh, heute bei Ihnen zu

00:10:16: sein.".

00:10:17: Ich kann das auch ein bisschen aus meinem Alltag ... Es gibt so Phasen im Leben, da ist alles getaktet.

00:10:23: Aber selbst dem hab ich mir abgeschrieben.

00:10:26: und jetzt sind meine Kinder in einem Alter, wo ich sage, die Mutti geht eine halbe Stunde, ich laufe los, der Papa kommt gleich.

00:10:32: Das ist ein Zeitfenster, dann bin ich auch erreichbar aber ich lauf nicht.

00:10:36: Ich geh dann laufen!

00:10:37: Und da gibts keine Ausrede.

00:10:39: Ein kleiner Schweinehund ist immer drin.

00:10:42: Das noch nicht mal, aber so regend da bin ich eigentlich voll der Fan.

00:10:46: Ich auch!

00:10:46: Da sind Survival-Modus am Laufen und so ein bisschen... Und ich weiß ja was ich danach habe also auch dieses Spüren von meiner Muskulatur die ja vorher so müde war.

00:10:55: oft ist es gar nicht der Körper sondern der Kopf.

00:10:58: Dieses ganze Mindset das man am Tag so hat Aus meiner Sicht jetzt berufstätige und ich liebe meinen Beruf arbeitende Mutter.

00:11:07: Aber ja, genau da muss jeder bei sich anfangen.

00:11:09: Und das ist heute ein guter Anfang Frau Dr.

00:11:12: Hasenburg.

00:11:13: Das finde ich wirklich wunderbar und wir unterstützen das aus vollstem Herzen weil ... Ich würde uns drei Frauen hier mal an den Tisch auch so beschreiben dass wir da auch hinter stehen und das wichtig ist.

00:11:27: Ja vielen Dank für diese Beschreibung!

00:11:28: Sie haben einen Thema aufgegriffen dass gerade für onkologische Patientinnen und Patienten von Bedeutung ist nämlich die Müdigkeit, das Fatigsyndrom.

00:11:37: Das erwischt ja ganz viele und oft leiden die Patientinnen- und Patienten mehr darunter als unter Übelkeit und Erbrechen was wir heute ziemlich gut bekämpfen können.

00:11:47: Und da ist körperliche Aktivität auch eines der wichtigsten Gegenmaßnahmen.

00:11:51: und vor allem auch wir wissen, dass körperlicher Aktivitet gegen Depressionen wird.

00:11:56: Absolut!

00:11:58: besser als Medikamente.

00:12:00: Damit haben wir dann so viele Fliegen mit einer Klappe, körperliche Aktivität führt zu besserem Gewicht, besserem Körpergefühl, weniger Müdigkeit, Reduktion von Rezutiven, Revenzon von Keilsynomerkrankungen.

00:12:12: Warum sind wir nicht eigentlich alle draußen?

00:12:14: Total

00:12:14: ja!

00:12:15: Da erschrecken einem auch wieder andere Zahlen das die Adipositas und dieses ganze Jahr wächst.

00:12:19: Aber da kann man ganz weit in die Industrie

00:12:22: jetzt richtig fühlen... Schon bei Kindern.

00:12:23: Ja ja

00:12:24: total.

00:12:24: Das ist

00:12:25: Zuckersteuer sag ich nur.

00:12:27: Oh, heißes Eisen.

00:12:29: Ja?

00:12:30: Genau!

00:12:31: Ich lass das mal jetzt bei uns im Podcast dürfen wir keine Politikerin haben.

00:12:34: Zuckersteuer ...

00:12:37: Punkt.

00:12:39: Jetzt sind wir onkologische Pflegefachkräfte und Tatjana arbeitet ja in der Urologie, ich habe Department I spezifisch Hematologie-Strahlentherapie Und wir haben natürlich immer wieder auch Schnittpunkt.

00:12:51: Das heißt Patienten die gönnökologisch-onkologisch erkrankt sind liegen bei mir.

00:12:57: Und die Arbeit unter uns Kolleginnen und Kollegen, also Ärztepflege.

00:13:02: Wie ist das bei Ihnen in der Gynäkologie?

00:13:05: Das ist eine gute Frage.

00:13:07: Vielleicht wissen Sie ja, Frau Roos, die bis vor ihrer Mutterzeit oder Elternzeit bei uns war, ist auch Pflegeprofi Deutschlands gewonnen und hat sich immer sehr für ihre Patientin engagiert.

00:13:20: Ist auch ausgebildete ... Und das ist natürlich etwas, was uns sehr wichtig ist.

00:13:28: Weil es um die Lebensqualität geht.

00:13:30: Weil eben sie in der Pflege ja viel näher bei den Patienten sind und auch da ist manchmal die Hemmschwelle ... geringer auch beispielsweise über sexuelle Probleme zu reden.

00:13:42: Das ist ja eine ganz wichtige Sache gerade bei Patientinnen mit gynecologischen Tumoren, wie sieht es aus mit der Sexualität nach Operationen Gebärmutterhalskrebs oder wenn die Eierstöcke weg sind?

00:13:53: Oder Anti-Hormontherapie und da braucht das ganz viel Hilfestellung und Motivation durch die Pflegenden.

00:13:59: wir haben jetzt im Moment auch Ersatz durch eine onkologische Fachschwester, die diese Aufgaben aufnimmt seitdem die Frau Rosweck ist Und die eben als gynecologischen Fachschwester da ist.

00:14:10: Wichtig ist, dass uns die Pflege hilft eine enge Beziehung zu haben zu unseren Patientinnen.

00:14:16: Die kommen auch oft und sagen können sie nicht mal mit der Patientin über das oder das sprechen?

00:14:20: Oder wir sollten doch die Psycho-Onkologen holen?

00:14:23: Wie können wir das verbessern?

00:14:24: Denken Sie auch an die Stomaterapie?

00:14:27: Gerade das Thema, ich hab schon aufgegriffen, aber Sexualität.

00:14:30: Was können wir tun?

00:14:31: Welche Hilfsmittel gibt es und da haben wir ja in der Zwischenzeit viel.

00:14:34: Wir wissen, dass wir eine lokale Hystrogentherapie geben dürfen oder ich denke an die Dilettatoren nach Radioschemotherapie.

00:14:41: oft wird in den Abteilungen nicht darauf hingewiesen Und Sexualität ist ein Tabuthema.

00:14:47: In meinen Fortbildungen frage ich manchmal, sagen Sie mir mal, kennen sie von mindestens drei Menschen?

00:14:54: Die sexuellen Wünsche, Träume, Fantasienprobleme?

00:14:57: und wer das von drei Menschen kennt außer seinem Partner oder seiner Partnerin, der meldet sich mal.

00:15:02: Zwar so peinlich diese Frage stelle ich gar nicht mehr.

00:15:05: Daran sieht man, dass es ein Tabuthema.

00:15:07: Die Patientinnen trauen sich nicht anzusprechen.

00:15:10: wir Ärzte haben keine Zeit die Schwestern sind oft nicht ausgebildet brauchen wir onkologische Fachpflege.

00:15:15: Ich kann das an dieser Stelle nur noch mal sagen, ich bin hoch dankbar dafür dass wir da diese Schnittstelle haben für ihre wichtige Aufgabe.

00:15:24: auch gerade im Rahmen der Zertifizierung ist ja deutlich geworden, dass wir das brauchen und wir brauchen sie ganz dringend weil die Patientinnen und natürlich auch Patienten Sie brauchen.

00:15:33: Ja also grad das Thema Sexualität.

00:15:36: es liegt mir auch sehr am Herzen.

00:15:38: Ich habe damals in der Fachweiterbildung meine Facharbeit zu dem Thema geschrieben.

00:15:42: Ja, weil ich so wichtig finde und weil es immer noch ein großes Tabuthema ist.

00:15:47: Und ich finde das sollte aber nicht sein.

00:15:49: Ich mache extra Fortbildungen hier in der Urologie dazu damit die Kolleginnen noch mal ein bisschen sensibilisiert werden für dieses Thema.

00:16:00: Ja.

00:16:01: Auch in der Urologie, ja?

00:16:02: Prostatakatsynom.

00:16:04: Das trifft genauso wie in der Gönäkologie zu.

00:16:07: Da sind die beiden Bereiche, die da sehr sensibel sind und wo man den Menschen helfen kann mit Kleinigkeiten oft

00:16:14: Ja, es geht ja auch nicht unbedingt um die großen OPs.

00:16:16: Wie Sie jetzt sagen nach einer Brustamputation oder bei uns sind sie auch oft die Pnektomien.

00:16:22: Das ist ja auch ein großer Einschnitt aber es fängt auch oft schon an wenn die Haare ausfallen bei der Chemotherapie.

00:16:28: das sind Kleinigkeiten die immer schon zu Schwierigkeiten bei der Sexualität beitragen und wie Sie sagen die Patientinnen haben Schwierigkeit das anzusprechen.

00:16:37: ich finde sollte in jedem Bereich jemand geben, der das aktiv in die Hand nimmt.

00:16:42: Ja sie greifen das Thema Körperbild auf und da gibt es ja Kleinigkeiten.

00:16:47: Zum Beispiel Anuspräterbeutel können jetzt schön überdeckt werden mit Spitze.

00:16:51: oder ich hatte auch eine Patientin, der war Sexualität sehr wichtig.

00:16:54: Die hat sich immer wenn sie sich den Sus gekauft hat Einen, die zusätzlich gekauft und dann den Überzug genäht für das Uristoma.

00:17:02: Oder die haben zum Beispiel Spitzengurte um das Ganze zu überdecken wenn sie mit ihrem Mann zusammen waren.

00:17:07: Das war eben sehr wichtig selbst mit Uristom.

00:17:10: Also so ein Beutel in dem der Urin fließt, weil man die Hanblase weggenommen hat.

00:17:14: Sie sagt, das ist uns wichtig.

00:17:15: Die körperliche Nähe lässt mich wieder lebendig fühlen.

00:17:18: gerade in diesen Augenblicken der größten körperlichen Nähe und der Beziehung zu meinem Mann brauchen wir aber ich kann mir nicht vorstellen dass ich da so ein Beutel vom Bauch baumeln habe oder Frauen die sich manchmal gestört fühlen durch die Narbe an der Brust und das kann eine kleine Narbe sein die gar nicht so schlimm ist.

00:17:34: also die Brust gibt es noch.

00:17:36: Den sag ich, ziehen Sie doch einen schönen Spitzen-BH an.

00:17:38: Und wenn es dunkel ist vielleicht mag jemand den ja dann ausziehen und dann fühlt man sich einfach schon viel sicherer, wenn man an so kleine Dinge denkt die das Körperbild stärken und eben auch das Selbstbewusstsein als Frau.

00:17:49: Genau

00:17:49: und dafür braucht's aber einfach Beratung.

00:17:52: Die richtige Anlaufstelle Unterstützung und Begleitung bei dem Thema

00:17:55: unbedingt und da machen sie einen tollen Job.

00:17:58: Ja vielen Dank!

00:18:00: Deswegen sitzen wir heute hier noch.

00:18:02: natürlich dass wir ganz viele Menschen damit erreichen.

00:18:06: Ja, ich hätte weil sie sagen dass diese Körperbildstörung es gibt ja dafür.

00:18:13: Gibt es mittlerweile eine Diagnose dafür?

00:18:16: Also weil natürlich durch jeden Eingriff aber das muss nicht immer sichtbar sein alleine die Diagnosis ist so essentiell und dass quasi auch diese Körper Bild Störungen auch als psychische Beeinträchtigung einfach wahrzunehmen ist.

00:18:30: Und wenn die Patienten Alleine sind sie natürlich noch mehr angewiesen und fallen auf ihre praktischen Tipps, wenn Sie da so drauf eingehen.

00:18:39: Aber der Partner ist natürlich auch ein ganz oder Partnerin spielt eine ganz große Rolle.

00:18:44: die funktionieren oft halten das drum rum oder andersrum.

00:18:48: ja dass der Betroffene selber auch sich noch versucht alles zu erhalten, dass es für die Familie funktioniert.

00:18:58: Wie ist das bei Ihnen?

00:18:59: Haben Sie da auch Ja, in der Sprechstunde dann kriegen Sie das mit oder reden sie auch mal nur mit den Angehörigen?

00:19:07: Also jede Krebserkrankung ist ja eine VR-Krankung.

00:19:09: Und wir kümmern uns oft um die Psyche der Patientin aber nicht um ... die Pysche der Männer.

00:19:15: Wir hatten mal ne Zeit lang, wir kaufen Bierkasten und laden die Männer ein, dass sie sich austauschen.

00:19:20: Aber das ist nicht so gut angekommen.

00:19:21: Die Männer waren doch zu schüchtern.

00:19:24: Aber was wir jetzt gemacht haben und darauf bin ich ganz stolz, die erste Studie in Deutschland.

00:19:28: Wo wir uns angeschaut haben wie geht es den Männern von Frauen mit Brustkrebs?

00:19:32: Es war eine Doktorin informiert, die eine sehr gute Promotion geschrieben hat, die wir auch veröffentlichen konnten.

00:19:37: Und da zeigt sich das ist jetzt kein Wunder dass wenn die Sexualität bei den Frauen schlechter wird, die Sexualitet auch bei den Männernschlechter wird.

00:19:45: aber und das finde ich das tolle Ergebnis dieser Studie.

00:19:50: Die Lebensqualität für beide wurde insgesamt durch die Erkrankung nicht schlechter, weil sie nämlich andere Möglichkeiten gefunden haben miteinander umzugehen und das Leben zu genießen und andere Schwerpunkte zu setzen.

00:20:01: Das ist die gute Botschaft!

00:20:04: Die ganz fatale Nachricht aus dieser Studie ist, dass sich mehr Information zum Thema Sexualität gewünscht hätten und diese nicht bekommen.

00:20:17: Also das ist auch ein Aufruf an Patientinnen und an deren Partner, einfach auch Ärztinnen und Ärzte oder eben Pflegende nach diesem Thema zu fragen.

00:20:28: Und ja ich frage meine Patientinnen ganz auf wie geht es denn beispielsweise ihr Mann?

00:20:33: Oder eine meiner Lieblingsfragen ist hat sich seit ihrer Erkrankung etwas in ihrer Partnerschaft verändert?

00:20:40: Und meistens sprudelt es aus den Patienten raus.

00:20:43: Manche sagen, nein das war vorher schon schlecht ist jetzt auch schlecht oder es hat sich tatsächlich nichts verändert.

00:20:48: Partnerschaft hat ja ganz unterschiedliche Aspekte.

00:20:50: Das muss nicht nur Sexualität sein sondern das können ja auch gemeinsam Kinder gemeinsame Aktivitäten und so weiter sein.

00:20:55: aber ich frage dann auch oft Ja wie geht's denn ihr Mann?

00:20:58: Wie sieht es bei ihnen mit der Sexualität aus?

00:21:01: und versucht dann aus sehr weiblichen Seite zu helfen weil die Männer eigentlicherweise selten mitkommen Und man hat dann auch gar nicht die Zeit, die Männer wirklich zu integrieren.

00:21:12: Das wäre ein Aufgabe und das wäre auch ein Ziel von mir aber aktuell ist es noch sehr schwierig.

00:21:19: Ja, das fühlt mich eigentlich direkt zum nächsten Frage.

00:21:23: und zwar hatten wir uns eigentlich noch notiert dass Wir jetzt schon also uns würde auch interessieren wenn jemand vor dieser Diagnose steht Also der hat Symptome Ist bei einer Vorsorgeuntersuchung Wenn jetzt auch noch mal so, wann wird denn das eigentlich festgestellt?

00:21:41: Dass die Patientinnen erstmal selber oder ich habe auch immer gehört dass es die Partner oft sind.

00:21:47: Die dann an der Brust der Frau das ertasten und gar nicht die Betroffenen selber.

00:21:52: Jetzt bin ich abgeschwärft.

00:21:53: Sorry, aber ...

00:21:54: Ich greife den Faden auf!

00:21:56: Ja, danke.

00:21:57: Ich war

00:21:57: auch kurz

00:21:59: verwirrt.

00:21:59: Bestenfalls würde das natürlich bei der Vorsorge entdeckt.

00:22:03: Aber tatsächlich ist es so, dass viele Erkrankungen auffallen erst durch Symptome.

00:22:07: Zum Beispiel wenn nicht auf den Eierstockkrebs zu sprechen kommen darf.

00:22:10: Siebzig Prozent der Patientin wird die Diagnose im fortgeschrittenen Stadion entdecken.

00:22:15: Das sollte so nicht sein.

00:22:17: genauso bei Gebärmutter-Halskrebs.

00:22:18: Das ist die Erfolgsgeschichte in der Gönäcologie.

00:22:21: hervorragende Vorsorgemöglichkeit.

00:22:23: Wir haben eine ganz strukturierte Vorsorge mit Pappabstrich und HPV-Abstrich, wir haben eine Impfung – das kann ich an dieser Stelle noch mal sagen, das gehört auch zu den Lifestyle Faktoren die man unbedingt für seine Kinder, für sich selber, HPV-Impfung ist das Stichwort.

00:22:40: Also eigentlich müsste gar keine Frau mehr einen Gebärmutterhalskrebs kriegen, wir haben jetzt die erste Studie aus England, die gezeigt hat, dass die Mädchen, die zwischen zwölf und dreizehn geimpft wurden, keine Einzige von denen hat ein Gebärmmutterhaltskrebs bekommen.

00:22:52: bisher haben immer bewiesen es gibt die Vorstufe nicht mehr.

00:22:55: Jetzt haben wir bewiesen Es gibt auch den Krebs sich mehr.

00:22:58: Und das fühlt mich eben dazu, dass leider viele Frauen dann kommen mit Blutung Mit Schmerzen mit großem Knoten in der Brust weil Die Vorsorgeuntersuchungen Nicht in Anspruch genommen worden.

00:23:09: Also das ist der nächste Punkt, nicht nur Lifestyle-Faktoren sondern Vorsorge.

00:23:13: und wenn ich auf Ihre ursprüngliche Frage zurückkommen darf wie erklären Sie das den Patienten auch wenn die dann zu mir kommen mit irgendwelchen Symptomen?

00:23:21: Ich liebe Modelle!

00:23:22: Ich habe Modelle für alle gönäkologischen Erkrankungen, weil viele Frauen wissen ja gar nicht wie es bei ihnen aussieht.

00:23:27: Lassen Sie mal eine Frau die eigene Vulva Clitoris Hanoe zeichnen?

00:23:32: Die wissen gar nicht auf dem welcher Reihenfolge was ist.

00:23:34: und deshalb hab ich Modelle und an diesen Modellen oder auch anschaubildern erkläre ich wo der Tumor sitzt, wo er hinwachsen kann welche Strukturen wir deshalb entfernen müssen.

00:23:45: Ich bin ein sehr visueller Typ und deshalb versuche ich mein Patientin so zu erklären Wobei man sagen muss, wenn eine Patientin hier in die Uni-Klinik kommt.

00:23:56: Dann hat sie ja fünfzig Seiten auszufüllen und kommt in der Studie und spendet ... Also, der Tumor geht in die Blutbank und in die Patobank Und wir müssen die Patientinnen für alles aufklären fürs Krebsregister Da kommen natürlich Themen wie Sexualität nicht zu Sprache.

00:24:12: Das kommt dann erst im Laufe der Erkrankung.

00:24:14: aber wo der Tumor sitzt, was wir operieren und welche Konsequenzen das hat.

00:24:19: Und vor allem ist es mir immer ganz wichtig, welche Optionen wir für die Patientin haben, dass sie auch entscheiden kann.

00:24:25: Dass Sie sagen können, ich möchte doch lieber erst eine Nio-Ortivante Chemotherapie, dann wird die Operation vielleicht kleiner oder nein?

00:24:31: Ich möchte auf jeden Fall, dass der TUMOR sofort rauskommt.

00:24:34: Es gibt auch ältere Damen, die sagen, ich hab mein Leben gelebt!

00:24:36: Ich möchte, dass Sie akzeptieren, keine Schmerzen haben ... Ich bin bereit zu sterben.

00:24:41: Deshalb müssen wir für jede Patientin schauen, was ist für sie wichtig?

00:24:45: Was können wir für sie tun?

00:24:46: Dass es gibt diesen Begriff shared decision-making ... Das finde ich im Alltag sehr wichtig!

00:24:51: Dass die Patientinnen dann auch selber mitentscheiden können und dass sich heutzutage das große Glück habe oft verschiedene Therapieoptionen anbieten zu können.

00:25:00: Wobei ich natürlich im Hinterkopf schon das habe, was ich denke, was für die Patienten am besten ist.

00:25:04: Und um ehrlich zu sein versuche ich sie natürlich noch ein.

00:25:08: bisschen dahin zu leiden.

00:25:09: Na

00:25:09: gut, Sie sind die Expertin in dem Gebiet natürlich!

00:25:12: Sie müssen den Plan haben aber letzten Endes liegt es natürlich bei den Patientinnen was sie machen.

00:25:17: aber umso besser dass sie mehrere

00:25:19: Wege

00:25:20: aufzeigen können und mit den Patienten gemeinsam entscheiden welchen Weg sie gemeinsam gehen.

00:25:26: Absolut, aber ich meine es ist wie Sie sagen mein Auto ist defekt.

00:25:29: Ich gehe in die Werkstatt.

00:25:30: dann sagt mir der Mechaniker Sie können das oder das machen und sage Was würden Sie denn machen?

00:25:35: Genau

00:25:36: ja.

00:25:36: also Da muss man einfach auf die Kompetenz vertrauen.

00:25:39: Darum sind wir hier an der Uniklinik mit dem UCT, mit Studien.

00:25:43: Das ist ja auch so ein Punkt, dass unsere Patientinnen sehr viel innovative Therapie in Studien anbieten können.

00:25:48: Das is der Vorteil, dass wir eben hier unsere Patientin betreuen.

00:25:52: und das wär sicher noch ein ganz wichtiger Punkt, daß Patientenen gerade mit gönnekoonkologischen Erkrankungen immer in zertifizierten Zentren behandelt werden, weil wir wissen, dort besser sind.

00:26:05: Das wird auch so gespiegelt von Patienten und Betroffenen im Allgemeinen, wenn die den Weg in die Uniklinik Mainz finden oder auch ganz bewusst hierher kommen, auch von weiter weg – ich sehe das in der Strahltherapie –.

00:26:18: nein!

00:26:18: Hier kriegt man einen Fahrplan, das ist ganz wichtig.

00:26:21: also neben dem ganzen Begleit und dem Päckl was jeder mit sich trägt haben wir ein Fahrplan.

00:26:26: Das läuft getaktet und das ist ihnen aber auch wichtig.

00:26:29: Also sie werden wahrgenommen, Fallbesprochen und B-Sprochen, interdisziplinär.

00:26:36: Also das Tumorboard spielt da auch eine Rolle.

00:26:39: Sehr große!

00:26:40: Ja absolut, dass Sie wissen, das sind alle beteiligt.

00:26:44: Und ja dann kommen wir noch dazu als Onkelpflegekräfte aber halt immer wieder zwischendurch um dieses eng getaktete so ein bisschen aufzulösen und mal Zeit geben zuzuhören.

00:26:54: Das

00:26:54: ist einfach ein Riesenzahnrad, das ineinander greift.

00:26:56: Wenn das funktioniert, sind die Patientinnen gut versorgt?

00:27:01: Ja, und denken Sie auch dran an die Psycho-Onkologie.

00:27:03: Genau!

00:27:03: An die Physiotherapie, an die Eraskonzepte also Early Recovery after Surgery.

00:27:08: Die Patientinnen müssen nach der OP aufstehen sie kriegen Kaugummi zu kommen.

00:27:11: wir haben bestimmte Anesthesivverfahren sie bekommen sofort zu essen.

00:27:15: das sind ja auch alles Konzepte die wir hier in der Uniklinik gemeinsam erarbeiten.

00:27:21: Ja, Frau Hasenburg.

00:27:22: Also das war jetzt wirklich schon ein wunderschöner Austausch und ich glaube da werden viele für sich und ich jetzt auch für mich schon was mitnehmen und es gibt doch immer noch mal so einen Schwung um das weiterzutragen.

00:27:36: Ja, dann würde ich am Ende Ihnen nochmal die Frage stellen, die wir den meisten Gästen hier immer stellen.

00:27:43: Es geht um eine persönliche Geschichte, die Sie aus der gynikologischen Onkologie vielleicht mit uns teilen möchten?

00:27:50: Ja, da muss ich ganz kurz überlegen.

00:27:53: Aber

00:27:54: eine Geschichte hat mich tatsächlich sehr berührt und da denke ich auch noch öfters drüber nach.

00:27:59: Das war eine junge Patientin mit einem fortgeschrittenen Gebärmutter-Halskrebs.

00:28:05: Und es war klar, dass sie sterben muss aber sie wollte unbedingt ihren Mann noch heiraten.

00:28:12: Wir wussten Sie schafft das nicht mehr.

00:28:13: von der Palliativstation runterzukommen ist ging ja einfach schon so schlecht.

00:28:17: dann haben wir Wir haben den Raum schön geschmückt.

00:28:21: Es gab was zu essen, es gab ein Sektempfang und auch tatsächlich das Standesamt ist auf die Palliativstation gekommen Und diese Patientin durfte ihren Mann noch mitnehmen auf ihren weiteren Weg.

00:28:35: Das war ihr Wunsch dass sie verheiratet stirbt und ihrem Mann das Gefühl gegeben hat Sie liebt ihnen so sehr, dass sie ihn sogar in dieser Situation heiraten wollte.

00:28:44: Das ist eine Geschichte der mich tatsächlich sehr berührt.

00:28:47: Das ist schön.

00:28:48: Also sehr traurig, aber auch schön.

00:28:52: Ja das zeigt was es möglich?

00:28:54: Was ist auch irgendwie unsere Pflicht die wir ja alle in dem Beruf arbeiten In der Onkologie in diesem hoch sensiblen Bereich.

00:29:03: Da steckt mehr drin als die Profession.

00:29:05: Es merkt man bei ihnen auch total und damit würden wir dann die Folge schließen.

00:29:12: Vielen vielen Dank Frau Hasenburg für das Teil ihrer persönlichen Geschichte Aber auch diesen Ja, was wir noch eigentlich viel mehr Anfolge machen können mit Ihnen zu verschiedensten Themen.

00:29:21: Wie breit das Thema ist und wie wichtig Prävention ist?

00:29:26: Das sehe ich ganz genau so.

00:29:27: an dieser Stelle möchte ich mich auch bei Ihnen herzlich bedanken.

00:29:29: Ich finde diesen Podcast eine tolle Initiative die wirklich einfach einmal zeigt welche Breite die Onkologie hat Welche verschiedenen Felder und wo wir alle daran arbeiten können von Präventionsvorsorge eine exzellente Therapie im Rahmen der Uniklinik und dann natürlich noch ein Thema.

00:29:48: Da könnten wir auch noch drüber sprechen, Nachsorge- und Survivorship.

00:29:52: Sehr gut!

00:29:53: Dann bis zum nächsten Mal!

00:29:54: Wir freuen uns auf die nächste

00:29:56: Folge mit Ihnen!

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