#9 Die Patientenstimme hinter der Diagnose

Shownotes

"Aufgeben war für mich überhaupt keine Option", sagt Paul Britz rückblickend auf seine Krebstherapie. Ihm war völlig klar, dass er die Chemotherapie durchziehen und seinen Hodenkrebs besiegen will. Als ehemaliger Patient der Meenzer Onkoschwestern spricht er vertrauensvoll über die gemeinsame Erfahrung: Die geeignete Kommunikation mit seinen Kindern, die eigenen Gedanken und Ängste während der Therapie, über den Austausch mit anderen Patient:innen und die kritische Auseinandersetzung mit den Veränderungen des eigenen Körpers sind Themen dieser Folge aus der Sicht eines ehemaligen Krebspatienten.

Ihr habt Fragen oder wollt uns einfach nur eine Nachricht schreiben? Wir freuen uns auf Eure Nachrichten: OnkoPodcast@unimedizin-mainz.de

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Wir zeigen Euch, dass die besten Gespräche oft genau dort entstehen, wo man sie am wenigsten erwartet – nämlich direkt zwischen Portspülungen und Infusionsständern.

Lernt uns kennen. Onkologie. Echt. Fachlich. Und mit ganz viel Herz.

Eure Meenzer Onkoschwestern❤

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Ein Podcast der Unimedizin Mainz. | Postproduktion und Musik: Jan Springer

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Transkript anzeigen

00:00:12:

00:00:17: Hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast.

00:00:24: Die Mainzer Onko-Schwestern!

00:00:26: Hi, ich bin Tatjana.

00:00:29: Es gibt Momente im Leben da bleibt die Zeit einfach stehen ein Satz, einen Befund und plötzlich ist nichts mehr wie vorher besonders dann wenn man eigentlich gerade erst dabei ist.

00:00:44: Sie ist sein Leben aufzubauen.

00:00:46: Wenn die Träume von der Zukunft, von einem Moment auf den anderen gegen den harten Klinikalltag eingetauscht werden

00:00:53: müssen.

00:00:54: In der Onkologie reden wir viel über Therapien Nebenwirkungen und Protokolle Aber heute wollen wir den Blick weiten.

00:01:03: Wir wollen wissen was fühlt ein Mensch wenn der eigene Körper zum Schraubplatz eines Kampfes wird?

00:01:11: Wie geht man mit der Angst um Und woher nimmt man den Mut, trotzdem weiterzumachen?

00:01:17: Heute haben wir Paul bei uns.

00:01:19: Der uns mitnimmt in seine Geschichte Erteilt seine Geschichte mit uns ohne Filter Mit aller Verletzlichkeit Aber auch mit einer Kraft Die uns alle tief berühren wird.

00:01:31: Wir hören heute nicht nur zu

00:01:33: Wir fühlen

00:01:33: mit Echt direkt und zutiefsmenschlich die Patientenstimme hinter der Diagnose.

00:01:40: Paul, schön dass du da

00:01:42: bist Hi, schön hier zu sein.

00:01:43: Hallo!

00:01:47: Ja, herzlich willkommen.

00:01:49: Jetzt haben wir dich hier ... Wir haben schon vorhin kurz besprochen.

00:01:52: Du bist für uns natürlich jetzt so der erste Patient und der Mensch hinter der Diagnose.

00:01:57: Die Diagnosis ist ja oft wie gesagt was Statisches, was Fachliches, was Medizinisches.

00:02:03: Und es ist definiert.

00:02:04: und aber dahinter stecken Menschen mit Schicksalen individuellen Begebenheiten.

00:02:10: Und ihr beide kennt euch schon Tatjana Und Paul, genau.

00:02:14: Raul war ein Patient von uns und mir.

00:02:17: Ein sehr lieber Patient, der mir sehr positiv im Gedächtnis geblieben ist.

00:02:22: Mich sehr berührt hat oft, mich sehr nah an sich herangelassen hat... ...und ja deswegen finde ich es umso schöner, dass du heute hier bist.

00:02:31: Danke, Paul!

00:02:33: Schön.

00:02:33: Ja das kann ich zurückgeben tatsächlich weil du gerade die Diagnose erwähnt hast Natascha.

00:02:41: Ich glaube durch Tatjana habe Erst mal so verstanden, was diese Diagnose tatsächlich heißt und zwar eigentlich eine ganze Weile nachdem die Diagnosis festgestanden hat.

00:02:51: Also ich bin jetzt vierzig Jahre alt.

00:02:53: Ich habe Hodenkrebs-Diagnose bekommen vergangenes Jahr im Sommer Und klassisches Seminom Im rechten Hoden.

00:03:01: der ist dann entfernt worden.

00:03:02: Zwei Tage nach der Diagnosik ging alles sehr schnell.

00:03:06: Dann war klar dass es nicht Hemo geben soll geben muss weil ich neun Zentimeter große Metastase im Bauch hatte die sich also um, wie Naka war und um die Outer rumgelegt hat.

00:03:18: Angefangen hat sie zuzudrücken.

00:03:20: Und gemerkt habe ich davon erst mal nix.

00:03:23: auch die Diagnose das kann dann so sehr distanziert und ja... Dann hab' ich irgendwie noch raus gehandelt dass ich aber nochmal mit meinen Kindern in Urlaub gehen kann was mir sehr wichtig war weil ich gerade eine Rennungssituation gesteckt habe und meine Kinder nicht so häufig gesehen.

00:03:42: Wie viele Kinder hast du?

00:03:44: Ein Stück.

00:03:45: Große wird jetzt neun und die Kleine ist gerade sieben geworden.

00:03:49: Ja, dann ging es darum... Okay, dann müssen wir aber wirklich Montags, wenn du kommst, Montagsmorgen, die ganzen Untersuchungen durchmachen und hat ja an der Mannschaft den ganzen Termin für dich.

00:04:00: Aber bitte sag Bescheid falls du es dir anders überlegst und nicht so wie anders überlegen.

00:04:05: Na ja, gibt Leute, die wollen da keine Chemo machen.

00:04:08: Ich habe kurz darüber nachgedacht, kann ich nicht chemo machen!

00:04:12: Kommen wir schon die Tränen beim Zubernacht denken.

00:04:15: Ja, was heißt das?

00:04:16: Kann ich Himo machen?

00:04:17: Ich habe vor vier Wochen MRT gehabt.

00:04:21: da hatte ich im Bauch eine Kugel von acht Zentimetern um meine Blutgefässe.

00:04:26: jetzt ist Ende Juni, nee Ende Juli war es und jetzt ist das Ding neun Zentimeter groß.

00:04:34: wenn nicht soweit aber brauche ich keinen Neujahrspläne machen.

00:04:38: Also bin ich

00:04:38: da!

00:04:38: Das sind schnell.

00:04:39: ja

00:04:40: also wenn ich da, wenn sich Jomo anfängt bin ich gar keine Alternative.

00:04:45: Das war der Moment, in dem ich Spielen gespielt habe und wie scheiße knapp das alles war.

00:04:52: Und dann hatte ich aber jemanden von dem ich wusste, der sich kümmert.

00:04:57: Ja, ein Teil davon gab noch andere... Aber ja, wir hatten schon eine sehr enge Bindung auf Station was ich auch sehr schön fand.

00:05:06: Ich hab dich gerne begleitet.

00:05:08: umso schöner dass du heute noch hier sitzt.

00:05:10: Ich bin auch mal froh, dass ich noch da bin!

00:05:13: Wir haben

00:05:14: jetzt alle pinnenden Augen, aber trotzdem wird gelacht.

00:05:16: Es ist ein sehr ernstes Thema auf jeden Fall.

00:05:18: Ich glaub, vielen Patienten geht so ... ich hab das natürlich nicht ohne Grund gesagt in dem Moment.

00:05:23: Wir hatten des öfteren Fälle, dass sich auch junge Patienten mit Natumodiagnose dafür entschieden haben keine Chemo zu machen und sind Monate danach verstorben.

00:05:35: Die haben sich aber bewusst dafür entschieden.

00:05:38: Ja, die chemosachen Arsch noch muss man auch sagen?

00:05:41: Ganz

00:05:42: klar!

00:05:43: Aber im Endeffekt hat sie mir dann doch das Leben gerettet.

00:05:47: Du hattest wahrscheinlich verschiedene Punkte, warum du dich dafür entschieden hast?

00:05:52: Wahrscheinlich deine Kinder und die Familie oder wie du dein Leben beschreiben würdest ... Was war denn der Auslöter wo du gesagt hast okay ja ich möchte das machen.

00:06:02: also klar bin ich da kannst du das fassen kannst du das beschreiben oder... Ich

00:06:06: es war für mich aufgeben einfach überhaupt gar keine Option.

00:06:12: Wie gesagt, dieser Gedanke von dann bin ich nicht mehr da.

00:06:17: Das war für mich einfach überhaupt keine Option.

00:06:19: Ich hab das gesehen und gesagt nein.

00:06:21: Nee?

00:06:22: Ja.

00:06:23: Ich habe meine Kinder ... Und ich kämpfe gerade dafür, dass sich meine Kinder sehen kann und mit meinen Kindern Kontakt haben kann.

00:06:29: Ähm... Und ich hab ... Ich bin ein Mensch, der hat Spaß am Leben!

00:06:35: Und es war einfach überhaupt gar keine Optionen.

00:06:41: Peter, in der Therapie gibt's Momente wo du denkst so ... Puh.

00:06:45: Wäre das nicht anders einfacher wenn ich nicht mehr da wäre?

00:06:48: Aber das hat sehr lange bei mir genauer, bis ich überhaupt solche Gedanken hatte.

00:06:55: Weil für mich völlig klar war es gibt nur diesen Kampfmodus.

00:07:01: Wenn ich hier freit Flight or Freeze, dann denke ich bin absolut der Kampftyp!

00:07:09: Ja, wenn es irgendwo Ärger gibt.

00:07:11: Dann geht's nach vorne.

00:07:14: Na ja dann los bei unserer Station mit der Chemo!

00:07:18: Wie hast du das denn empfunden?

00:07:19: Also... Ich formuliert mal das am besten.

00:07:24: Wie war das im anführend selten Behandlungsstuhl zu sitzen?

00:07:29: Ich hab mir eben schon gesagt also ist es.. Also am Anfang weißt du erst mal nicht was auf dich zukommt.

00:07:34: Klar gibts die Aufklärung und so und was alles passieren kann und was alle Sanniebenwirkungen kommen können.

00:07:40: Aber das ist ja erst mal eigentlich keine Ahnung, was das wirklich heißt.

00:07:45: Und ich hab mich die ersten zwei Tage wunderbar gefühlt und am dritten Tag, am Nachmittag hat mich die chronische Fatigue weggelassen.

00:07:52: Also ich kam nicht mehr aus dem Bett.

00:07:55: Das war eine ziemlich krasse Erfahrung.

00:07:58: Ich habe vierzig Jahre lang nach dem Körper gesagt wo es lang geht.

00:08:01: Und dann habe ich gesagt, ne, hab ich keinen Bock drauf?

00:08:03: Und ich dachte mir egal wie machen wir's jetzt beim Sport oder auch an anderen Gelegenheiten so.

00:08:11: läuft jetzt los, meine Energiereserven rausholen und dann liegt man im Bett und möchte aufstehen.

00:08:19: Und

00:08:19: kann nicht.

00:08:21: Unvorstellbar!

00:08:24: Das ist schon dieser absolute Kontrollverlust von Wirksamkeit, irgendetwas tun zu können.

00:08:35: Das war schon ziemlich heftig.

00:08:37: Da gibt es, hat man natürlich auch Gespräche mit Patienten irgendwie.

00:08:40: Mit anderen sagen so, das Gift ist fertig und das Gift kommt jetzt und so oder wenn ihr dann versucht sozusagen ich hab deinen Schnaps mitgebracht.

00:08:52: Irgendwie das ein bisschen auf die lockerer Art und Weise da habe ich immer so ein bisschen mit gefremdelt.

00:08:59: Und was mir dann tatsächlich geholfen hat, ich hab einerseits von der Krebshilfe ein paar Videos gesehen.

00:09:05: Weil ich mich vorbereitet habe auf die Gespräche mit meinen Kindern auch.

00:09:09: Wie erkläre ich meine Kinder in diesem Prozess eigentlich?

00:09:13: Haben die auch gefragt?

00:09:14: Die wussten bis nach meiner ersten Chemo-Woche nicht genau was los ist.

00:09:18: Weil wir auch nicht wussten, wie man mit denen reden soll.

00:09:22: Da zum Glück einen Verein ... Meinst du, sich genau damit beschäftigt für die Eltern krebskranker Kinder?

00:09:28: Da haben wir ein bisschen Input bekommen.

00:09:30: Ja und das war extrem hilfreich.

00:09:35: und dann haben wir uns erst mal getraut überhaupt mit den Kindern da ein bisschen detailliert darüber zu sprechen.

00:09:39: Und dann hatte ich Glück weil meine Krankenkasse mit tatsächlich in meiner App eine Empfehlung gespielt hat Living Well Plus.

00:09:46: Das ist so ne App für Krebspatienten wo es im Endeffekt umgeht auch so'n bisschen Ja, Krankheitsverarbeitung zu betreiben.

00:09:55: Und diese Kombination mit dem Material von der Krebshilfe kam dieser Gedanke auf ... Die Chemo wird mal im Körper schaden.

00:10:02: Weil was wir hier machen ist Zellen zerstören und zwar mehr oder weniger blind.

00:10:08: Das funktioniert nur deshalb, weil die einen Zellen schneller reproduzieren und dadurch schneller sterben.

00:10:13: Wichtig!

00:10:15: Aber am Endeffekt ist das ... Ja, die einzelne Zelle zum Selbstmord überreden quasi.

00:10:20: Das ist so die ganz bittere Variante sich das anzugucken.

00:10:23: aber ich habe es dann dadurch geschafft das von der anderen Seite anzugehen zu sagen okay das sind aber Medikamente die mir am Endeffekt helfen mein eigenes Immunsystem in die Lage zu versetzen wieder gegen den Krebs zu kämpfen und die natürliche Abwehrzellen oder die natürlichen Helferzellen quasi zu stärken zu befähigen, die Arbeit zu machen.

00:10:48: Und so habe ich versucht dann das zu betrachten.

00:10:51: Glas ist unangenehm und die Nebenwirkungen sind teilweise echt krass aber... Ich hab versucht das so zu betraten dass es ein Mittel das mir hilft selber wieder diesen Kampf auch vernünftig aufzunehmen von dem mich entschieden hat also ich ihn auch kämpfen will.

00:11:07: nur vielleicht was auch gemerkt habe dann eben dass mein Körper das gar nicht so kann wie ich das gerne hätte.

00:11:14: Aber es ist krass, dass du dich damit so intensiv auch beschäftigt hast.

00:11:19: Also das erlebe ich zumindest nicht so oft schon, dass man irgendwie so guckt, ah was ist Chemo?

00:11:25: Aber was macht das genau im Körper?

00:11:28: Weil viele wollen das glaube

00:11:29: ich auch gar nicht wissen... Ich kann

00:11:30: dir genau zu den einzelnen

00:11:30: Medikamenten sagen welche Nebenwirkungen die haben weil ich sehe auf der etwas gelben Liste oder was, ich habe sie alle nachgekommen.

00:11:36: Ja

00:11:36: deswegen fand ich so krass!

00:11:37: Weil Du hast ja wirklich so ins Detail Hast du dir wirklich egal, welches Medikament?

00:11:44: Wie wirkt und so.

00:11:45: Ich habe auch Patienten kennengelernt, die gesagt haben ich will das alles gar nicht wissen.

00:11:48: Ich vertraue den Ärzten.

00:11:51: Da bin ich nicht der Typ für.

00:11:53: Und das hat mir am Endeffekt auch geholfen.

00:11:55: zwischendurch wird man ja dann doch ein bisschen wahnsinnig wenn man irgendwo im Krankenhaus liegt.

00:11:59: Ein Teil der Zeit es gab eine Phase da hab' ich das einfach mit sehr viel Informationen mit lesen Und so was überbrückt und einfach versucht, so viel wie möglich zu schauen.

00:12:10: Was kann ich eigentlich tun?

00:12:13: Während ich hier liege und das Gefühl habe, ich kann nichts tun... ...was kann ich vielleicht trotzdem tun um dafür zu sagen dass es besser wird?

00:12:21: Ja hast du denn da... Das ist also eine ganz hohe Resilienz die du da auf jeden Fall hast.

00:12:27: und das zu machen und so umzumünzen sodass du die Chemo nicht als Gift siehst, sondern eher als Verbündeten betrachtest.

00:12:36: Da ist ja jeder unterschiedlich aber es natürlich auch in die Zukunft gesehen glaube ich besser weil dann hast du schon angefangen dir das auch so zu verpacken ne?

00:12:45: Also auf Krankheitsbewältigung bezogen, so schon mal dir so strukturiert und auch so deine Selbstwirksamkeit und deine Kontrolle auch auf diesem Wege wenigstens oberflächlich wieder erlangt.

00:13:00: An welchem Punkt hast du dann gedacht, das hilft mir?

00:13:04: Vielleicht gibt es heute auch jemand, der zuhört und sagt, ich werde so wie der Paulsohn-Typ.

00:13:10: Was hat dir geholfen?

00:13:13: Also den Punkt Selbstwirksamkeit, will ich noch mal aufgreifen ... Das ist ... Diese Selbstwirksamkeit geht einem natürlich ganz schnell krass verloren.

00:13:24: Vor allem in diesem Moment... Ich hatte einfach das mit der chronischen Fatigue Ja, sag ich mal richtig wech.

00:13:32: Das hat mich wirklich von den Füßen gezogen...

00:13:35: Immer für die Zeit direkt nach der Chemo.

00:13:37: oder hat sich das dann wieder so ein bisschen gebessert?

00:13:40: Oder war das so...?

00:13:41: Nee also es war am Anfang natürlich besonders krass.

00:13:44: da kam ich wirklich gar nicht aus dem Wett.

00:13:47: Hab auch erstmal nicht verstanden was das Problem ist und dann habe angefangen, auch da zu lesen.

00:13:57: Irgendjemand sagte so mehr oder weniger beiläufig ja das ist dann die Fatigue, die chronische Fatigue.

00:14:02: Aha!

00:14:02: Das Ding hat einen Namen und... Auch das im Endeffekt wieder als Gegner betrachtet und geguckt okay was kann man da machen?

00:14:11: Und irgendwann im zweiten Zyklus habe ich realisiert Sport- und Bewegungen sind einfach richtig wichtig.

00:14:18: Ja, da lacht er schon.

00:14:20: Da hatten wir genau ein Bild vor Augen wie ich morgens um fünf aufwache.

00:14:28: Nachdem der Schichtwechsel ist und jemand kommt zum Kontrollieren bin ich wach und dann bin ich aufgestanden.

00:14:34: Und dann hatte ich ja noch nicht die Schläuche mehr dran.

00:14:38: Bin aufgestandt und mit der wenigen Kraft, die ich hatte Ich habe hier zweimal über das Uni-Gelände gejockt, irgendwie zehn, fünfzehn Minuten.

00:14:47: Mehr war nicht drin und bin dann zurück.

00:14:52: Dann habe ich meine Jungenmatter ausgepackt und ein paar Dehnübungen gemacht.

00:14:56: Oft kam in dem Moment die Visite und die erste so was macht der Mensch rein?

00:15:00: Da habe ich mich durchgegangen und dann habe ich gesagt wie sieht es aus?

00:15:04: Wann ist das Zeug fertig?

00:15:05: Können wir anfangen!

00:15:09: Das wichtige war halt, als ich das realisiert hab... Die Energie, die man hat muss man aufbrauchen.

00:15:15: Nicht zu viel, sonst crashst du aber auch nicht zu wenig, sonst baust du noch weiter ab und die Muskeln bauen so unglaublich schnell ab wenn du da in diesem Bett liegst und dich nicht bewegst den ganzen Tag.

00:15:25: Und das hat dann geholfen.

00:15:29: ansonsten wann wird es besser?

00:15:30: ist glaube ich kann man keine Prognose abgeben weil es ist bei jedem unterschiedliche und jeder Zyklus war bei mir auch unterschiedlich Und ich hab noch das Gefühl gehabt, den ersten habe ich irgendwie ganz gut vertragen.

00:15:43: Den zweiten kann ich jetzt gar nicht mehr so richtig sagen.

00:15:45: Ich glaub, ich hab mich einfach durchgekämpft und dann dachte ich ja gut beim dritten Jetzt weißt du wie es läuft?

00:15:50: Ja!

00:15:51: Jetzt gibt's da kein Thema mehr... ...und der hat mich dann nochmal richtig erwischt.

00:15:57: Da waren dann irgendwie die Schleimhäute-Wahn durch.

00:16:03: zwei, drei Wochen später noch wirklich Schwierigkeiten gehabt mit der Verdauung irgendwie das alles wieder im Balance zu kriegen.

00:16:11: Also dadurch richtig heftig eigentlich gar nicht wirklich irgendwas machen könnte.

00:16:14: aber halt mich auf den Sport zu konzentrieren weil ich wusste dass der mir hilft.

00:16:19: Jetzt habe ich ja auch mitgekriegt du hast eine Gabi deine Gabi und die ist Heilpraktikerin und hatte sich da auch unterstützt was ich immer sehr gefeiert hab.

00:16:32: Du warst auch sehr offen für vieles Neues und hast immer berichtet, was dir da hilft oder was du nicht so gut fandest.

00:16:41: So kurz erzählen, was deine Gabi so macht oder mit dir gemacht hat.

00:16:47: Genau also meine Freundin ist glücklicherweise Mahlpraktikerin das heißt kennt sich aus mit traditioneller chinesischer Medizin Akupunktur, Akupressur Aromatherapie solche Geschichten Dazu hatte ich eigentlich vor der Therapie überhaupt keinen Zugang.

00:17:05: Gar nicht, ja?

00:17:07: Schulmedizin ganz klassisch!

00:17:10: Auch wenn ich nicht gerne Medikamente nehme und so, dauert immer ewig bis ich eine Kopfschmerztablette nehme weil ich mich da nicht mit der Chemie zu pumpen will.

00:17:18: aber wenn dann was ist das die Lösung?

00:17:21: Die Chemo- und die Situation habe mich aber an einen Punkt gebracht.

00:17:25: Ja, da wird das eigentliche Problem bekämpft.

00:17:27: Aber durch dieses Problem entstehen ganz viele andere Nebenwirkungen auch mass und ja... Das wird dann auch ehrlich gesagt häufig wenn man das im Arzt erzählt so ja okay ist das kritisch?

00:17:39: Ist das lebensgefährlich?

00:17:39: Ist es irgendwie problematisch?

00:17:41: Wächt uns das den Patienten?

00:17:42: Naja nee kann man irgendwie vertreten.

00:17:43: Dann lebt damit so mehr oder weniger.

00:17:47: Auch das wollte ich nicht akzeptieren.

00:17:51: Und dann habe ich halt die Ressourcen genutzt, die mir da zur Verfügung standen und mit Akkupunktur zum Beispiel...

00:17:58: Was hat ihr denn dann akkupuntiert?

00:18:00: Die Gabi!

00:18:01: Welche Punkte an meinem Körper kann ich gar nicht genau sagen?

00:18:04: Ich weiß, es ist immer furchtbar.

00:18:07: Die meisten Nadeln habe ich nicht gespürt oder das geht zu zwei Punkte irgendwie an den Knöcheln und an den Handgelenkten die immer ganz furchтbar waren.

00:18:17: aber da geht man halt durch.

00:18:19: Aber Übelkeit zum Beispiel So eine krasse Übelkeit, die man dann durch die Chemo hat.

00:18:25: Die ist ganz oft deutlich besser geworden nach einer Akupunktursitzung.

00:18:30: Also muss ich das so vorstellen?

00:18:32: Man liegt im Bett und man fühlt sich total schlapp.

00:18:34: Und man ist total fertig!

00:18:36: Und man hat eigentlich keine Energie aufzustehen.

00:18:39: Dann ist einem auch noch schlecht... Eigentlich hat man aber Hunger, aber Essen will man nicht.

00:18:43: Wenn ich was esse, weiß ich dass es in drei Tagen wieder rauskommt.

00:18:47: Und zwar in Form von Ligosteinen und alles doof und bewegend tut sich auch nicht so wirklich was.

00:18:53: Und dann fühlste ich einfach richtig mies.

00:18:55: in dem Moment, und nach der Akkupunktur hatte ich das Gefühl, ich schwebe in meinem Bett.

00:19:02: Es gab einen Zeitraum ... Das hält nicht ewig, aber es waren mal zwei, drei Stunden, wo du das Gefühl hast, oh, mir tut grad mal nix weh!

00:19:13: Das ist voll gut.

00:19:15: Voll gut.

00:19:18: Auch die Erschöpfung.

00:19:20: Also auch an der Erschöfffung habe ich gemerkt, dass das was macht und dass es einfach nicht so schwer auf einem wiegt.

00:19:27: Ansonsten ist das immer so, als würde da eine schwere Decke auf einem liegen.

00:19:30: Und dann hat einfach mal jemand diese Decke weggenommen für zwei drei Stunden und ja, das ist einfach dann sehr angenehm.

00:19:38: Entlastet

00:19:39: auch?

00:19:40: Ja.

00:19:42: Wow!

00:19:42: Okay.

00:19:43: Dann haben wir alle mögliche Sachen durchprobiert.

00:19:48: Was war ein?

00:19:48: Lagerungen in Beinen gehabt?

00:19:50: Nicht furchtbar viel, aber trotzdem irgendwie saunangenehm.

00:19:54: Das spitzelt dann in den Beinen und es zieht... Und dann haben wir da mit verschiedenen Aroma-Ölen gearbeitet und experimentierte.

00:20:04: Etatiana kam dann irgendwie auch mit einem, ich weiß nicht mehr was das war, Minzöl, genau glaube ich!

00:20:12: Und dann habe ich das aufgeschmiert und das hat dann halt so einen kühlenden Effekt irgendwie.

00:20:17: Und abgesehen davon, dass es dann auch erstaunlich angenehm gerochen hat.

00:20:23: Das ist ja auch manchmal, dass man unterschiedlich, sag' ich auch bei unheimlich... Vielleicht kochen sie erst mal nicht ihr Lieblingsgericht.

00:20:29: Manche haben auch durch die Chemotherapie so Aversion einfach, oder was?

00:20:34: Ich hab auch schon mal so ... Riechen Sie doch an dem Duft und die ... Was kann noch nicht sein!

00:20:38: Eigentlich mag ich das voll aber jetzt hasse ich's, es riecht total idyllisch.

00:20:42: Also muss man auch voll vorsichtig sein mit so aromatischem.

00:20:45: Bei mir hat sich das auch ständig geändert.

00:20:47: also ich hatte am Anfang irgendwie zum Beispiel Total Lust auf salziges Essen und sehr stark gewürzt Und dann irgendwie ging das gar nicht mehr, dann kam Quark.

00:20:59: Man wollte meinen Körper quark.

00:21:01: Quark, quark, auf alles quark überall

00:21:04: quark!

00:21:05: Ich hasse

00:21:05: Quark es ist niederlich!

00:21:07: Es ist

00:21:08: widerlich!

00:21:09: Ja ich hasse quark...

00:21:12: Es

00:21:13: ist furchtbar.

00:21:14: und dann kam irgendwann der Punkt wo mein Körper gesagt hat offensichtlich habe ich jetzt genug Quark Und ich war heilfroh, weil da muss ich den Scheiß nicht mehr essen.

00:21:21: Entschuldigung!

00:21:23: Ich hasse Quark.

00:21:24: War

00:21:24: das so ein gutes Körpergefühl?

00:21:26: Schön auf den Körper gehört.

00:21:27: Quarke Gäste... Ja,

00:21:29: es ging halt

00:21:30: nicht anders.

00:21:31: Und mit

00:21:32: was?

00:21:32: Puhl oder... Überall drauf am liebsten mit Kräutern oder noch mal Geselzen oder ja.

00:21:36: aber ich habe auch einfach hier so trockenes Rohd trocken irgendwie so.

00:21:41: Autoreifenscheiben mit Quark, ja auch das.

00:21:47: Wahnsinn!

00:21:47: Proteine

00:21:48: halt.

00:21:48: Ja genau.

00:21:49: Also ist

00:21:49: es jetzt...

00:21:50: Habe ich auch erst später geraft dass der Körper wirklich einfach diese Energie nutzt

00:21:53: und steckt?

00:21:54: Wenn also Calzone, Magnesium,

00:21:56: Proteine,

00:21:56: das brauchst du ja weil wegen der Energie mal so...

00:21:59: Und das ist aber ganz krass.

00:22:03: Wie gesagt, wir haben diese Aromasachen gemacht auch mit einem Riechei.

00:22:08: Ich erinnere mich, dass wir mit dem Lavendel um die Ecke kamen und so ein Börschungsei.

00:22:13: Und ... Damit

00:22:14: beginnt das Ö-Alles.

00:22:15: Ja, damit konnte ich dann auch ausbauen?

00:22:18: Egal, Wendel ja!

00:22:20: La Wendl war okay und dann hatte ich aber das Glück halt.

00:22:24: Wie gesagt, du hast eine Heilpraktikerin da, die auch Aromatherapie hat.

00:22:27: Dann hatte ich irgendwie zwanzig Difte vor mir stehen und dann haben wir mal durchprobiert.

00:22:30: Genau, muss man einmal

00:22:31: dann durch.

00:22:33: Und dann habe ich einen Stift genommen, also so ein Stift mit einer Hülse mit Watte gefüllt und dann war drauf in den Berger Motto rein.

00:22:42: Und das hab ich dann tatsächlich auch mitgenommen für, ich glaub den zweiten ... Doch.

00:22:45: Das muss der zweite Zirklus gewesen sein?

00:22:48: Für die Anästhesie als mir der ZVK einen Hals gelegt wurde ja also der Schlaure und über den im Endeffekt die Medikamente in ein Rhein laufen.

00:22:57: Ja.

00:22:58: Und für das der Moment habe ich den Richtschrift rausgezogen und hab mit dem Mega-Mod wirklich meinen Puls ... In der halben knappen Minute um zwanzig Schläge runtergebracht, sodass die beruhigt war und wir das Ding legen konnten.

00:23:13: Ja, das macht schon was!

00:23:15: Ich rede da auch... Also klar aus der Pflege kennen wie viele Gerüche?

00:23:20: Keine Frage.

00:23:21: Und es gibt Gerüchen, die kriegst du längere Zeit nicht aus der Nase Und es gibt Gerüche, also das verändert sich einfach.

00:23:28: Was ich jetzt persönlich gar nicht mehr riech, ist so ein kranker Hausgeruch.

00:23:31: Riecht du das noch, Paul?

00:23:32: Wenn du rein riecht mal ...

00:23:33: Nee, Konkenhausgeruch hab' ich aber auch vorher nicht so wahrgenommen.

00:23:36: Nein, ne Zahnarzt-Richtwunsch.

00:23:38: Das rieht

00:23:38: man doch mal so eine.

00:23:39: Ja,

00:23:40: ja.

00:23:40: Was sauerunangenehmer war dieser Geschmack von Eisen beim Durchspülen des Porzes?

00:23:46: Na gut!

00:23:47: In der Kinderkindling die sagen mach mal Gluckfose... Das schmeckt ja auch ganz

00:23:52: anders.

00:23:53: Die Frauen haben das nicht, das ist so ein Männerdinge.

00:23:55: Das nennt

00:23:55: sich Bessoegie.

00:23:58: Guck auch, dass hat einen

00:23:59: Namen!

00:24:00: Aber gut, da sagt man auch, da muss man irgendwie durchgehen und

00:24:03: ich glaube

00:24:03: es schmeckt einfach nicht so lecker.

00:24:06: Weil du eben von der Energie sprachst die der Körper braucht und Proteine, Eiweiß

00:24:11: usw.,

00:24:13: das habe ich dann irgendwann auch gecheckt... Interessanterweise, und da hatten wir auch wieder was ausprobiert.

00:24:21: Nennt sich Sinosomatix.

00:24:24: Und das ist im Prinzip so körperorientierte Psychotherapie sag ich mal.

00:24:29: So aus dem Leinverständnis.

00:24:31: Nutzt also Elemente aus Akkupunktur-Akkopressor... ...und dann aber auch so Gedanken vor mir ein Körpergefühl wahrnehmen irgendwie.

00:24:43: Ich hatte einen Schmerz in der Brust den ich gespürt hab und wo sie ihn versucht hat, mir eben zu helfen rauszufinden mit was ist das verbunden.

00:24:54: Und ich dann wirklich einen Punkt haben, wo ich ein Bild davon hatte wie dieser Tumor aussieht?

00:25:01: Und wie dieser Humor quasi aber also wie ich mit meiner Energie, mit meiner Körperenergie anfangen diesen Humor zu verkohlen.

00:25:09: Also es ist wirklich so zu einem kleinen Stück schwarze hästliche Kohle zusammen komprimiert worden.

00:25:18: Das war so die bildliche Vorstellung auch davon, dass ich hab quasi wirklich gemerkt ohne es körperlich zu spüren aber so auf einer anderen Ebene gemerkt wie der... Wie ich und mein Körper in meinem Immunsystem diesen Tumor kleiner machen und quasi zurückdrängen und dafür natürlich auch jede Menge Energie gebraucht wird und das ich deshalb meinen Körper einfach mit jedem Engel Eiweiß versorgen muss

00:25:46: Ob du willst oder nicht.

00:25:48: Das hat mir aber geholfen, dieses Bild zu haben auch so.

00:25:51: hey ich kann da was tun irgendwie um meinen Körper zu unterstützen.

00:25:58: das war für mich irgendwie gut.

00:26:00: ja das zu verarbeiten und auch dann psychisch irgendwie zu arbeiten und auch da durchzukommen jetzt nicht zu verzweifeln während ich da im Krankenhaus liege nur natürlich wenig tun kann Am schlimmsten dann in der Umkehrisolation.

00:26:19: Ach nein, warst du Neutropäin?

00:26:23: Lange oder... Obwohl ist es ja egal aber du warst alleine ganz

00:26:27: schön.

00:26:28: Man hat ziemlich abgeschottet.

00:26:31: Also ich mein's kommt trotzdem Leute rein aber man is halt isoliert

00:26:35: Aber wenig genau wenig und also meine Leukosinhalt komplett abgestürzt das Immunsystem war quasi weg Und ich hab mir den Infekt eingefangen.

00:26:45: Wir haben eigentlich für meine Ambulante Dosis.

00:26:49: und dann sagt der Schwester Elke schon, Herr Britz.

00:26:52: Wie geht's Ihnen?

00:26:53: Wenn ich sie so angucke und ihre Laborwerte, ich glaube das da wird ihr Zimmer.

00:26:57: So wie das wird mein Zimmer.

00:26:58: Ja wir behalten Sie hier.

00:26:59: Moment!

00:27:00: Das war nicht geplant.

00:27:02: Und dann habe ich tatsächlich sechs Tage dargelegen.

00:27:07: Ich kann genau sagen dass Zimmer hatte siebzehn-einhalb Schritte Größe sowohl vom Bett zum zur Tür als auch vom Bett zum quasi Nachbarbett an die Wand.

00:27:18: Aber wenn man in den Tür ging, hatte das den Vorteil, man konnte einen Kreis machen und dann konnte man die gleiche Strecke wieder zurücklaufen.

00:27:24: Hatte noch zwei drei Schritte gezwungen.

00:27:26: Also ich habe mich gefühlt wie ein Eisbeer im Käfig wirklich so.

00:27:30: So geht es wahrscheinlich viel.

00:27:32: deswegen umso schöner dass wir heute mal jemanden da haben der Wie sage ich das denn?

00:27:38: Also wir stehen ja im Prinzip auf der anderen Seite der Tür.

00:27:41: Wir sind die, die von außen reinkommen zu dir ins Zimmer aber du bist der, der in dem Zimmer gefangen ist.

00:27:46: und Anführungszeichen.

00:27:48: Das ist schon...

00:27:50: Ja!

00:27:50: Also auch für mich jetzt noch mal krass das so zu hören.

00:27:53: Ist eine ganz andere Sichtweise

00:27:55: Und da habe ich auch erst realisiert wie wichtig zwei Komponenten vorher eigentlich waren.

00:28:01: Das eine ist die Bewegung.

00:28:03: Das hatte ich ja schon erwähnt um das andere ist auch Gespräche.

00:28:06: Also ich hatte am Anfang wirklich unglaubliches Glück.

00:28:09: Ich wollte eigentlich in der Woche, in der meine erste Chemo war, eigentlich auch ein Festival sein.

00:28:15: Und hab dann wirklich Glück gehabt, meine Freunde waren super.

00:28:18: Die haben hier Festival-Bändchen gebastelt und irgendwie so nach dem Autonado bist du jetzt irgendwie auf deinem eigenen Festival und Festival of Life ja und feiern!

00:28:31: Ich habe auch lustige Bilder aus der ersten Anästhesie, weil das für den ZVK mit hier Prommes Gabel, mit den Investoren und so... Und dann waren Freunde da zum Besuchen und so.

00:28:45: Das geht auf Umkehr, die ist halt nicht so leicht.

00:28:48: Und dann merkst du erst okay diese Gespräche wie du hast.

00:28:51: Die sind wichtig, nicht irgendwie die fünf Minuten im Morgens... Nein, fünf Minuten ist maximal übertrieben.

00:28:57: So viel Zeit hat er das nicht wenn er zur Visite kommt.

00:29:00: Sondern dass sich mal jemand zu dir setzt und einfach mal sagt hey, wie gibts dir?

00:29:06: Was beschäftige ich dich heute?

00:29:08: Ob das jetzt ... Ob das jetzt Freunde sind oder ob das die... wie heißt das hier?

00:29:14: Grüne Schwestern, die Grün-Damen.

00:29:18: Ja genau waren es, die dann fragen so hey gibt's irgendwas was du brauchst?

00:29:24: Ich hab erst mal völlig verplext, ich dachte mir, was verkaufen.

00:29:28: Keine Ahnung!

00:29:29: Was will die Frau hier?

00:29:32: Oder halt dann irgendwie mit Tatjana gucken ... Okay, was für ein Aroma-Öl könnte man da machen?

00:29:39: oder welche Möglichkeiten gibt's noch?

00:29:42: Oder das und das... Und wie wertvoll das einfach ist, da mit jemandem zu sprechen können und sich auszutauschen auch mit dem Psychoankologen zu sprechen.

00:29:54: zu gucken, wo man da steht und zu reflektieren.

00:29:56: Und ja das ist in der Umkehr eher so halt dann schwieriger.

00:30:01: Das merkt man dann mal richtig krass!

00:30:03: Sechs lange Tage waren das wahrscheinlich für dich.

00:30:09: Wie lang ging der Zyklus?

00:30:10: sechs Wochen ungefähr?

00:30:11: Ist das richtig?

00:30:12: oder wie lange geht es?

00:30:13: Ein

00:30:13: Zykulus geht drei

00:30:14: Wochen.

00:30:15: Eine Woche stationär, also was war für mich?

00:30:18: Montag bis Freitag sozusagen stationär und dann am folgenden Montag einen Tag ambulant und dann nochmal einem folgende Montag ein Tag ambulante und dann gehen die eineinzehnte Tage von vorne los.

00:30:28: Wir

00:30:28: haben

00:30:29: uns jeden Montag gesehen.

00:30:31: Jeden

00:30:31: Montag, ja?

00:30:33: Von August bis Oktober.

00:30:34: Ja, genau.

00:30:37: Wahnsinn!

00:30:38: Also was würdest du denn den Patienten mit an die Hand geben der jetzt auch in der Situation ist und so vor seinem ersten Zyklus steht?

00:30:46: hast du dann Tipp?

00:30:47: oder tipp hört sich immer so.

00:30:49: es ist ein Riesenthema und jeder macht das wie er soll und kann und möchte.

00:30:54: aber hast du sowohl Das hört man auch gerne als Betroffener.

00:30:58: Als diese Flosken wie hey, mach mal und schaffst das.

00:31:03: War's bestimmt wichtig, aber hast du da vielleicht irgendwas?

00:31:05: Du sagst es ist der Paul, der hat das gesagt.

00:31:07: Das hilft mir jetzt auch.

00:31:09: Macht dir keinen Bock bei die Aussage!

00:31:15: Also vor dem ersten Zyklus würde ich auf jeden Fall sagen tanken nochmal so viel Kraft, wie du kannst was dir Kraft gibt.

00:31:22: Ich habe versucht ein bisschen Speck an zu essen Ja.

00:31:24: Das hat so leidlich funktioniert ... Und auch, weil was

00:31:27: ein Typ man ist, ne?

00:31:28: Bist du so'n Stressesser oder so?

00:31:30: Ja!

00:31:31: Geht's dir gut, isst du viel?

00:31:34: Genau, nie.

00:31:34: aber höre auf deinen Körper, versuch auf deinem Körper zu hören, wie es irgendwie geht.

00:31:39: Wenn es möglich ist, wirklich dich zu bewegen und in Bewegung zu bleiben, weil das wirklich krass war, wie sehr mir das geholfen hat, dann aufrechtzuleiben und jetzt noch ja also ich hab dann hinterher Als es wieder möglich war, wirklich wieder ganz langsam anzufangen zu joggen.

00:31:59: Und daweile, das heißt Oktober jetzt sind wir bei Mai, also ungefähr ein halbes Jahr und ich war vor kurzem, war ich dreizehn Kilometer laufen am Sonntag so ja?

00:32:11: Ich war in Düsseldorf bei einer Zweitmeindungssprechstunde von der Uni-Klinik Also ich das dem doch erzählte und hab dann gemeint, da ist ja großartig.

00:32:20: Dass sie das machen nach der Diagnose, nach der Behandlung ... Und aber die Bewegung behalten Sie das auf jeden Fall bei?

00:32:30: Ja, da muss ich jetzt noch was zu sagen.

00:32:31: Das ist nämlich tatsächlich meine Lieblingsgeschichte mit Paul, der Sport.

00:32:35: Paul und der Sport!

00:32:37: Ich kam morgens ins Zimmer und wollte die Chemo anhängen und Paul war nicht da.

00:32:41: Dachte ich, wo ist er hin?

00:32:43: Und dann lag auf dem Tisch ein Klebezettel.

00:32:45: Paul hat mir einen Post-It geschrieben, bin joggen und gleich wieder da!

00:32:49: Das war die morgendliche Kommunikation.

00:32:51: Ich habe oft drunter geschrieben okay komme gleich wieder.

00:32:55: Meine absolute Lieblingsgeschichte Ich bin das total cool.

00:32:59: Voll, mega wirklich!

00:33:01: Also du könntest da Motivate für viele sein und ich denke, guck mal der Paul ist gerade Joggen, sagt doch mal Beschenken.

00:33:08: Das

00:33:08: sagt einem aber auch keiner.

00:33:10: Das ist so dieses Eier, das ist chronische Fatigue.

00:33:13: Eier dein Körper braucht... Das hat Tatiana mir gesagt, dein Körper brauche die Allweiße.

00:33:18: Ist den Quark, auch wenn er den nicht schmeckt.

00:33:21: Aber es ist dann so ein Eier okay ja.

00:33:24: Und dann wirklich milde Zulichserbar sein.

00:33:27: Also was so die eigenen Erwartungen und sowas angeht, es ist einfach eine krasse Situation.

00:33:36: Und das realisiert man halt auch dann wirklich erst später.

00:33:40: Und von daher vor der ersten Chemo wäre dieser Tipp, guck, wie du energiesam bist und hinterher versuch nicht zu früh wieder loszulegen.

00:33:52: Wenn das Körperliche in Ordnung ist, dann kommen die Sachen, die wirklich schwierig sind.

00:33:57: Das ist das, was im Kopf stattfindet.

00:34:00: Und das dann zu verarbeiten und dass es auch das ... wo ich jetzt im Moment noch dran bin.

00:34:07: Dass da wieder in vernünftigen Modus zu kommen und gleichzeitig in einem gewissen Grad wieder zu funktionieren natürlich.

00:34:19: Ich hab jetzt auch wieder angefangen zu arbeiten.

00:34:21: Auch wenn ich reduziert arbeite.

00:34:24: Aber... die Gesundheit da eben auch nicht aus dem Blick zu verlieren, bzw.

00:34:27: das halt eben zum Priorität zu machen und wirklich zu gucken wie geht's mir damit?

00:34:33: Das ist nicht so leicht.

00:34:35: Es fällt mich ja auch nicht so leicht.

00:34:37: Da man dann doch irgendwie schnell wieder in sein Disk kommt und vielleicht ist es auch gut eine gewisse Struktur zu haben.

00:34:43: Ich habe auch sehr lange wieder eingedrohen gemacht

00:34:45: z.B.,

00:34:46: auch gegen Widerstände teilweise.

00:34:48: aber das ist wichtig.

00:34:51: Und die Reha hat mir geholfen dabei, das zu machen.

00:34:54: Also Reha kann ich tatsächlich auch wirklich nur empfehlen gerade für junge Leute, wenn man sich vielleicht denkt, ja komm jetzt hab' ich das hinter mir und jetzt möchte ich damit vielleicht doch nichts mehr zu tun haben.

00:35:05: aber es gibt sehr gute Reha-Angebote, die auch so altersspezifisch sind also nicht mit dem siebzigjährigen den PC Ball hindern Herwerfer sondern er wirklich auch in der gleichen Altersgruppe Leute, die das gleiche Problem haben für mich sehr hilfreich gewesen, das zu machen.

00:35:24: Ebenfalls tut man sich wahrscheinlich auch nicht so alleine damit, ne?

00:35:28: Man merkt es gibt andere den geht's jetzt auch so die haben gleiche Symptome die gleichen Ängste man kann sich austauschen.

00:35:35: Ja ich kann mir schon noch vorstellen dass in der also alles ist so getaktet in der Welt Alles ist schon je nachdem was mein Beruf egal.

00:35:42: eigentlich gibts kaum noch wo du nicht irgendwie so getachtet sein muss und funktionieren musst.

00:35:47: Und dann kommt's halt drauf an, was hast du vorher für ein Päckchen mit dir so rumgetragen?

00:35:51: Ich weiß nicht inwieweit deine Fatigue jetzt chronisch ist.

00:35:53: Weil in dem Falle war es wahrscheinlich ... ging's eher um diese akute Fatigue, weil die Chronische wird sie erst nach einem halben Jahr.

00:35:59: So ist sie definiert.

00:36:00: Aber ich weiß nicht, inwie weit dich schon weiter beraten lassen oder so.

00:36:05: Ist ja vielleicht noch so'n Punkt, wenn es um Energiehaushalt geht oder hast du das Gefühl, es ist schon wieder wie vorher...

00:36:12: Nee, ich bin auch nicht wieder da wo ich vorher war!

00:36:14: Ich bin doch nicht wieder dort wo ich vorher war.

00:36:17: Warum das so ist, ist momentan für mich auch noch ein bisschen rätseln ehrlich gesagt.

00:36:21: Meine, dass das Seronenwerte sind relativ niedrig aber auch wieder nicht niedrig genug um medizinisch kritisch zu sein sozusagen.

00:36:27: also es kann damit zu tun haben Es kann noch ja Reste fatig quasi sein von der Chemotherapie.

00:36:36: Das ist im Moment auch nicht so ganz klar, ich hab gerade wieder eine Welle wo es nach oben geht das ist ganz gut.

00:36:43: also irgendwie das dann auch nicht sodass man dass es kontinuierlich steigt sondern man hat dann mal wieder so ne Welle und plötzlich geht's wieder deutlich besser kann auch sein dass es wieder runter fällt.

00:36:52: ja das hatte ich zwischendurch auch mal.

00:36:54: tatsächlich habe mich Ende Januar sehr gut gefühlt war richtig voller Energie Ja, komplett abgestürzt.

00:37:04: Dann ging's dann wieder runter.

00:37:05: also ich hatte mir Ende Januar einen Wiedereingliederungsplan gemacht.

00:37:08: irgendwie mit der vielleicht ein bisschen ambitioniert war sage ich mal ja und hab dann festgestellt so nee ich kann jetzt nicht von vier auf sechs Stunden hoch springen Ich kann noch nicht mehr von vier fünf Stunden hochspringen.

00:37:19: ich muss den Zeitraum jetzt einfach nochmal verlängern geht gerade nicht und sich da Schritt für Schritt dran zu tosten.

00:37:27: Und deshalb habe ich jetzt auch gesagt, dass ich nicht voll in die Arbeit wieder einsteige.

00:37:31: Weil ich merke, das ich die volle Energie noch gar nicht

00:37:33: habe.".

00:37:34: Ja und du bist noch jung?

00:37:37: Du willst ja auch noch weile arbeiten da brauchst du schon einen vernünftigen Staat als so Holter die Polter ne?

00:37:43: Die Arbeit zu machen zumindest ein Teil des Tages hat eine gewisse Struktur gegeben und eine gewiss Städigkeit.

00:37:53: aber Man will's dann auch nicht direkt übertreiben und die Gefahr ist relativ groß, es ganz schnell wieder zu übertreibend.

00:38:00: Da muss man sich schon immer wieder klarmachen was will ich da eigentlich?

00:38:06: Und was sind die Prioritäten?

00:38:09: Weil man das auch nicht so unbedingt alleine hinkriegt.

00:38:12: also ich bin jemand der vieler Sachen irgendwie allein schafft.

00:38:14: aber auch da hab ich gesagt okay dafür hole ich mir Unterstützung, dafür hole Ich bin deshalb jetzt auch tatsächlich in den Psychotherapie dafür.

00:38:26: Auch noch mal ein geschützter Raum, denke ich, der so dann außerhalb ... Weil deines Krankenhauts ist ja erst einmal vorbei.

00:38:31: Du bist hier bei uns aber war es wahrscheinlich eine Weile nicht hier oder?

00:38:36: Ich war eine weile nicht herein und bin gar nicht böse drum, wenn ich ganz viele nette liebe Menschen kennengelernt habe.

00:38:43: Ich hab zufällig Schwester Elke im Supermarkt getroffen.

00:38:46: Guck mal an, schön dich zu sehen und so.

00:38:50: Also unter anderen App-Umständen die Leute gerne wieder aber unter den gleichen gerne bitte nicht mehr.

00:38:54: Nein

00:38:55: absolut

00:38:56: verständlich!

00:38:57: Wir sind auch froh wenn wir die Patienten nicht so oft auf Station sehen.

00:39:00: Lieber Paul?

00:39:02: Ja das war jetzt wirklich ein ganz intensiver und spannender Einblick in dein innerstes wie du aus deiner Sicht als Mensch Patient das erlebt hast und hast uns mitgenommen.

00:39:16: Vielen, vielen Dank!

00:39:17: Genau, alles rührt mich jetzt auch zu... Ich weiß nicht was das ist.

00:39:20: Ja ich hab die ganze

00:39:21: Zeit schon so pibbiende Naube.

00:39:22: Also ich will es dir einfach noch mal dich gerne mitnehmen weil du sagst du kommst auch nicht gern hierher.

00:39:29: aber sagen wir aus unserer Perspektive und es gibt viele von uns alle die man begleitet und man schafft ja lange nicht alle.

00:39:36: also wie sind so wenige in Freistellung?

00:39:39: Aber wie schön das ist, auch wenn wir uns jetzt erst kennengelernt haben.

00:39:43: Dass du uns da wieder mitgenommen hast und es ist sehr, sehr wertvoll für alle Betroffenen und ja ob sein Alters oder nicht glaube die gehen da alle mit und zu merken was hat dir geholfen?

00:39:56: Und spiegelst du einfach wieder wirklich du hast großartig gemacht.

00:40:00: Ja, ich hoffe du siehst das auch so?

00:40:03: Ich möchte Sie einfach noch mal sagen wirklich also klopft ihr jeden Tag dafür auf die Schulter mindestens einmal und genau sei nicht so streng zu dir.

00:40:12: ja es ist schön zu sehen wie Du hier sitzt.

00:40:15: Du siehst gut aus und ich glaube ich habe einen Blick von Dir mit Infusionstände auf der Uro da hab' ich dich mal kurz gesehen!

00:40:22: Das ist was ganz anderes wie Du jetzt hier bist und es ist einfach auch so schön Ja, mit der ganzen Schwere die natürlich einhergeht.

00:40:30: Und vom Herzen wir wünschen dir alles Gute und wenn er sprechen wird auch einen Supermarkt!

00:40:37: Ich möchte auch noch mal vielen Dank sagen Paul was der mein Patient hat schon meiner dass du uns mitgenommen hast auf deine Reise uns an deiner Geschichte teilhaben hasst lassen.

00:40:51: danke

00:40:52: gerne.

00:40:53: Ich hoffe, dass es auch anderen irgendwie hilft ... Dadurch

00:40:57: zu kommen.

00:40:57: Ansehen der Situationen sind.

00:40:59: Okay.

00:41:00: Tschüss, mach's gut!

00:41:02: Ciao, danke euch.

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